[{"content":" Markus Bevor es auf dem Kungsleden losgeht, ein Schritt zurück: Wie kommt man eigentlich auf die Idee, für mehrere Wochen allein durch schwedische Wildnis zu laufen? Und warum ausgerechnet dieser Weg? Warum eigentlich? # Schon in meinen jungen Jahren spürte ich in mir dieses Verlangen, weitere Wegstrecken zu Fuß zurückzulegen. Das erste Mal war dies ganz konkret, als mein Freund Jens und ich von der Burgmauer des Esslinger Schlosses auf die Stadt blickten. Wir redeten darüber, und er erzählte mir, dass er vor ein paar Jahren Teile des Jakobswegs gelaufen sei. Um dieselbe Zeit habe ich auch das Buch \u0026ldquo;Ich bin dann mal weg\u0026rdquo; von Hape Kerkeling gelesen.\nEs hat dann noch mehr als 15 Jahre gebraucht, bis ich die Entscheidung getroffen und diesen Wunsch umgesetzt habe: In meinem Bekanntenkreis gab es in dieser Zeit viele Todesfälle. Gerade wenn junge Menschen zu früh aus dem Leben scheiden, wird einem die eigene Endlichkeit bewusst. Man fragt sich irgendwann: Was, wenn es in 6 Monaten auch für mich vorbei wäre? Was würde ich dann bereuen, nicht gemacht zu haben?\nDiese Frage ist natürlich schwer zu beantworten, aber ich habe dann beschlossen: ich muss dann mal weg.\nRahmenbedingungen und Optionen # Die Tour, die mir vorschwebte, musste folgende Kriterien erfüllen:\nwandern über einen längeren Zeitraum (ca. 2-4 Wochen) draußen in der Natur schlafen mit Zelt legal möglich (Wildcamping) autark / wenig Zivilisation nicht überwandert / überlaufen (wenig Menschen) relativ sicher (z.B. Wildtiere, Wetter, Rettungswege, Infrastruktur, usw.) Aus der unendlichen Anzahl an Möglichkeiten habe ich mir einige angeschaut und bewertet.\nJakobsweg – der \u0026ldquo;Jugendtraum\u0026rdquo;. Aber zu urban, zu bevölkert, zu viele Unterkünfte statt Wildnis.\nCDT, PCT oder AT in den USA – 3500 bis 5000 Kilometer, viele Klimazonen, echtes Abenteuer. Aber: wahrscheinlich extra Visa, logistisch eine eigene Herausforderung, komplett überlaufen, ggf. Bären. Und, ganz ehrlich: das war mir zu krass für meinen ersten Thru-Hike.\nDer Kungsleden – rund 450 Kilometer, Europa, relativ nah, sieht machbar aus. 20 bis 30 Tage. Wildnis, aber überschaubar. Einziger Minuspunkt in meiner Liste damals: kein Schnäppchen.\nEmil Zusammengefasst: Alles außer dem Kungsleden war entweder zu voll, zu teuer oder hatte Bären. Kungsleden – was ist das eigentlich? # Der Kungsleden, deutsch \u0026ldquo;Königsweg\u0026rdquo;, ist ein rund 470 Kilometer langer Fernwanderweg in schwedisch Lappland. 455 Kilometer davon zu Fuß, der Rest mit dem Boot. Er führt durch vier Nationalparks, die zum UNESCO-Welterbe Laponia gehören.\nMarkus Die genaue Distanz ist schwierig zu ermitteln und es gibt auch keine eindeutigen Zahlen dazu. Manche zählen die Boots- und Busfahrten dazu, andere wiederum nicht. Ich verwende bei meiner Erzählung 450km, da das die ungefähre Distanz ist, die ich zu Fuß zurückgelegt habe. Meine Quellen für die Vorbereitung waren ein deutscher Reiseführer , die Website von Visit Sweden / STF , sowie diverse Erfahrungsberichte aus dem Internet.\nMarkus Wie gut diese Quellen tatsächlich waren, ist wiederum eine andere Geschichte. Dazu mehr in Etappe 3. Zahlen, Fakten, Planung # Auf dem Papier sah die Sache einigermaßen überschaubar aus:\nca. 450 km, verteilt auf 5 Etappen 1x Busfahren, ein paar Mal Boot, ein paar Mal Rudern bei ca. 20 km am Tag ca. 23 Wandertage plus An- und Abreise Was die Planung interessanter machte:\nBargeld war trotz eines eigentlich bargeldlosen Landes für die Bootstransfers nötig auf ca. 100 km der Strecke gibt es keine Proviantmöglichkeiten manche Flussüberquerungen müssen zu Fuß gewatet werden stellenweise kein Handy-Empfang Wildcampen ist grundsätzlich möglich – und Teil des Plans Und beim Wetter durfte man sich auf ziemlich alles einstellen: Schneefall auch im Sommer, Regen sehr wahrscheinlich, nachts um die 0°C, jede Menge Mücken. Und: Es wird nie richtig dunkel.\nEmil Zur Einordnung: \u0026ldquo;Unberechenbar\u0026rdquo; stand tatsächlich als Stichwort auf meiner – ich meine seiner – Planungsfolie. Mit dem Zusatz \u0026ldquo;Top.\u0026rdquo; Ich glaube, das war ironisch gemeint. Ich hoffe es zumindest. Verpflegung # Wie viel Essen nimmt man eigentlich mit, wenn man mehrere Wochen unterwegs ist?\nMeine Planung damals war unkompliziert: ca. 3000 kcal pro Tag – und damit bin ich sehr gut gefahren. Frühstück war fast durchgehend Müsli mit Milchpulver statt Milch – simpel, und für mich zu dem Zeitpunkt völlig unproblematisch.\nMarkus Wie sich das über eine deutlich längere autarke Etappe verhält, wie ich rechne, und warum ich inzwischen vom Müsli weggekommen bin, hab ich ausführlich in meiner Essensplanung für den Nordkalottleden aufgeschrieben. Auf dem Kungsleden war aber mein Fokus noch sehr Müsli-lastig. Zwei Rezepte, die mich seitdem auf so gut wie jeder Tour begleiten, findet ihr übrigens auch hier im Blog: Kartoffelbrei für unterwegs und Mousse au Chocolat für unterwegs (auf dem nachfolgenden Bild oben links).\nAusrüstung und Verpflegung (links) für die ersten Tage auf dem Kungsleden Resupply-Möglichkeiten # Eine der wichtigsten Fragen bei der Planung: Wo komme ich unterwegs an Essen und wie sieht es mit der Trinkwasserversorgung aus?\nDer Kungsleden ist in dieser Hinsicht deutlich komfortabler, als ich anfangs erwartet hatte. Über Wasser braucht man sich auf dem Kungsleden und wahrscheinlich in Schweden allgemein keine Gedanken machen. Entlang der Strecke liegen mehrere größere Orte mit Supermarkt oder zumindest einem Hütten-Shop, sodass sich die Tour in überschaubare, versorgbare Abschnitte einteilen lässt.\nGrob orientiert an meinen 5 Etappen sah das so aus:\nHemavan (Start) -\u0026gt; Ammarnäs Ammarnäs -\u0026gt; Jäkkvikk Jäkkvikk -\u0026gt; Kvikkjokk Kvikkjokk -\u0026gt; Saltoluokta Saltoluokta -\u0026gt; (mit dem Bus) Vakkotavare -\u0026gt; Abisko (Ziel) Kungsleden Route mit Verpflegungspunkten - Quelle: Wikipedia / Trackoverview / CC-BY-SA 4.0 Die Karte gibt einen guten ersten Überblick: Entfernungen zwischen den Orten, sowie welche Infrastruktur (Übernachtung, Shop, Sauna, Strom) jeweils vor Ort ist.\nMarkus Wie zuverlässig diese Planung auf dem Papier tatsächlich war, ist nochmal eine andere Sache. Ammarnäs zum Beispiel hat wunderbar funktioniert – siehe Etappe 2. Kvikkjokk dagegen weniger, dazu mehr in Etappe 4. Meine eigenen Regeln # Neben dem, was der Kungsleden von einem abverlangt, hatte ich mir noch ein paar eigene Regeln gesetzt.\nVon Süd nach Nord laufen (Anreise war einfacher) Keine Ablenkung – kein Buch, kein E-Book-Reader, keine Kopfhörer So oft wie möglich draußen schlafen, statt in Hütten Jede der 5 Etappen für sich autark, also nur nach jeder Etappe Verpflegung aufnehmen keine eigenen Versorgungspakete, sondern bewusst \u0026ldquo;Chaos\u0026rdquo; in Kauf nehmen Rahmenbedingungen schaffen (Informationen, Fähigkeiten, Ausrüstung) und nicht alles straff planen Markus Diese Regeln haben die Tour für mich besonders gemacht. Wenn ich mir ein Tageslimit oder eine genaue Planung im Vorfeld überlegt hätte, wäre es mir sehr schwer gefallen, davon abzuweichen. Da ich wenig konkret geplant, aber mir sehr gute Rahmenbedingungen gesetzt hatte, konnte ich unbeschwert und frei die Reise genießen. Sicherheit, Orientierung und Navigation # Da der Kungsleden ein für schwedische Verhältnisse \u0026ldquo;Touristenmagnet\u0026rdquo; ist, insbesondere je weiter nördlich man unterwegs ist, hatte ich mich dazu entschlossen, nur mit dem Mobiltelefon zu navigieren. Als Offline-Navigation habe ich Topo GPS mit dem Kartenmaterial von Schweden verwendet, sowie den Kungsleden als GPX-Track importiert.\nFür mich war wichtig, dass ich mich unterwegs in alle Hüttenbücher eingetragen habe, damit im Notfall nachvollziehbar ist, wo ich verloren gegangen bin. Insgesamt hatte ich fast auf dem gesamten Kungsleden Handyempfang. Nicht durchgehend, sondern immer mal wieder. Lediglich auf der nördlichsten Etappe von Vakkotavare nach Abisko war bis wenige Kilometer vor Abisko kein Empfang.\nSo sah meine geplante Route aus:\n🗺️ Karte wird geladen... 🗺️ Routen-Auswahl 📈 Profil Alle Keine 📍 Fokus 📊 Zusammenfassung -- Distanz (km) -- Höhenmeter -- Gesamtzeit -- Routen Ausrüstung und Vorbereitung # Auf die Tour habe ich mich fast ein Jahr lang vorbereitet. Zur Vorbereitung zählten unter anderem: Richtige Schlafsack-, Zelt- und Rucksackwahl, sowie die Frage nach Sicherheit, Orientierung, Navigation, aber eben auch die körperliche Vorbereitung. Immerhin habe ich zuvor noch nie 16 Kilogramm Gepäck mehrere Hundert Kilometer durch die schwedische Wildnis geschleppt. Das Thema Ausrüstung und Vorbereitung ist deshalb sehr vielseitig. Falls du konkrete Fragen hast, schreib mir einfach.\nMeine ungefähre Ausrüstung kannst du hier nachlesen: https://lighterpack.com/r/cxrv96\nZu meinen Erfahrungen mit dem Exped Lightning 45 Rucksack habe ich einen eigenen Artikel geschrieben.\nMarkus Insgesamt habe ich mich sehr gut vorbereitet und die Tour lief insgesamt sehr glatt. Auch hätte ich erwartet, dass ich im Vorfeld deutlich aufgeregter sein würde als ich letztlich war. Aber was am Ende das schwierigste auf der Tour sein würde, hat mich sehr überrascht. Schau in der ersten Etappe vorbei, wenn du wissen willst, was ich genau damit meine. ","date":"1 Juli 2024","externalUrl":null,"permalink":"/touren/kungsleden/00_uebersicht/","section":"Touren","summary":"","title":"Kungsleden 2024 – Die Idee und die Planung","type":"touren"},{"content":" Markus Hier berichte ich detailliert von der ersten Etappe auf dem Kungsleden 2024. Diese erste Etappe bringt mich vom Flughafen in Hemavan über mehrere Tage nach Ammarnäs. Begleite mich und nimm Teil an meinen Erfahrungen und Erlebnissen. Diese erste Etappe führt von Hemavan nach Ammarnäs und war mein Einstieg in den Kungsleden.\nFünf Tage. Viele erste Male. Sehr viel Staunen. Erste Fehler und die Erkenntnis, dass Mücken stechen können.\nAlso eigentlich ein gelungener Start.\nFlug von Stockholm nach Hemavan Tag 1 - Los geht\u0026rsquo;s # Nun stand ich also am Flughafen in Hemavan. Auf diesen Moment hatte ich mich fast ein Jahr lang vorbereitet. Und dann ist etwas sehr Merkwürdiges passiert\u0026hellip; \u0026hellip; etwas, das ich so zuvor noch nie erlebt habe. Nachdem ich mein Gepäck entgegengenommen habe - nicht wie gewohnt an großen Flughäfen von einem Gepäckband. Nein! Das Flughafenpersonal - also der eine Mann - hat den Wagen einfach vor das Gebäude gezogen und ich konnte es vom Wagen nehmen.\nEmil Also das war eher ein Flugfeld, als ein Flughafen, fast so wie ein Bushäuschen in Hintertupfingen Nachdem ich es von seiner Schutzfolie befreit hatte, und Frischwasser in der Flughafentoilette aufgefüllt hatte, stand ich mit geschultertem Gepäck bereit für das Abenteuer. Ich tat einen ersten Schritt\u0026hellip;. doch was war das? Meine Beine wollten nicht. Es fühlte sich so an, als ob mich alle Kräfte dieser Erde festhalten. Ich wollte nach vorne gehen, doch es ging einfach nicht. Also stand ich da etwas verdutzt und guckte etwas blöd. Einmal tief einatmen und ein zweiter Anlauf: Ich dachte noch, hoffentlich klappt das jetzt, sonst wäre das ein verdammt kurzes Abenteuer gewesen.\nEmil Und ein extrem teures! Aber beim zweiten Versuch hat alles geklappt und die Reise konnte beginnen, immerhin hatte ich eine wichtige Mission:\nMygga kaufen Gaskartusche kaufen Den Einstieg in den Kungsleden finden Da ich mich vorher gut informiert habe, wusste ich, dass es mehrere Anlaufstellen für Mygga und Gas in der Nähe gibt. Ich hatte mich für die Option \u0026ldquo;ICA\u0026rdquo; (Schwedischer Supermarkt) entschieden und bin losgestiefelt. Dort angekommen, habe ich noch Süßgebäck gekauft, aber konnte Mygga nirgends entdecken.\nEmil Und was macht man in so einer Situation? Jeder normale Mann sucht so lange bis man es gefunden hat, oder geht unverrichteter Dinge ohne jemanden zu behelligen von dannen. Aber leider haben sich die Dinge etwas anders zugetragen. Es war schrecklich. Also habe ich einfach ein Pärchen auf English angequatscht, da ich sie im Flugzeug bereits gesehen habe. Leider verstanden sie mich nicht, da sie selbst Touristen sind. Aber ihre Begleitung war sehr hilfsbereit, meinte aber, dass Mygga nicht so gut sei, ich soll doch im Sportgeschäft vorbeischauen, dort gäbe es auch Gas und eine bessere Variante. Definitiv: Jackpot! Und meine erste Erkenntnis: Ich bin nicht schüchtern, ich brauche nur einen Grund, die Leute anzuquatschen.\nIm danebenliegenden Sportgeschäft, habe ich dann Mygga, Bushman und eine Gaskartusche gekauft. (Ängste und so)\nAls nächstes galt es den Einstieg zum Kungsleden zu finden, was etwas schwieriger war als gedacht, denn alles war ausgeschildert, nur der Kungsleden hatte ein altes verfaultes Holzschild, aber es ging nun wirklich endlich los. Es war zwar schon ca. 19:00 Uhr, aber ich war sehr gehyped.\nDer Anfang einer solchen Tour bedeutet meistens Leiden, denn es geht oft bergauf. Und so auch hier. Es war anfänglich sehr schwer vorwärts zu kommen, da - obwohl im Vergleich zu später eher underwhelmed - die Weitläufigkeit und die Landschaft mich schon weggeflashed haben. Ich erinnere mich auch noch an eine surreale Begegnung: Und zwar kam mir auf ungefähr dem Höhepunkt des Anstiegs ein Trailrunner entgegen, der kurz mit mir sprach. Danach realisierte ich, dass dies für mich ein Abenteuer - wenn nicht sogar DAS größte Abenteuer meines Lebens wird - aber für andere ist es Alltag. Mit diesem Gedanken zog es mich weiter und ich genoss die Landschaft und die Weite. Alle paar Meter wurde ein Bild gemacht und ich kam aus dem Staunen nicht heraus. Das alles hat mich aber nicht auf das vorbereitet was ich dann letztlich sah. Denn nach ca. 7 Kilometern endete der Anstieg und der Weg öffnete sich in ein breites Tal und bot mir eine Landschaft dar, die ich so noch nie erleben konnte. Das war auch ein perfekter Platz für die Nacht und so geschah es, dass ich am Freitag, den 5. Juli 2024 in der Nähe von Hemavan das erste Mal in freier Natur ganz legal (Allemannsretten sei dank) schlafen konnte.\nEmil räusper Hast du nicht etwas vergessen? Markus Erm, was genau meinst du? Emil Vielleicht irgendwas mit: Schuhe ausziehen, Socken, Mücken, Klohäuschen, und so?! Markus Wir sind jetzt Influencer Emil! Über sowas reden wir nicht! Es gibt keine Probleme! Alles! Ist! Perfekt! \u0026hellip; Also gut\u0026hellip; Trotz der wenigen Kilometer (7km) entschloss ich mich meine Füße auslüften zu lassen und etwas Essen zuzubereiten. Leider war ich nicht der einzige, der jetzt zum Festmahl gerufen wurde. Zwar hatte ich Mygga (und Bushman!) zur Abwehr jeglicher Mückenangriffe auf meiner Person eingekauft und eingepackt. Leider hilft das nicht, wenn man vergisst es auch anzuwenden. Insbesondere wenn man seine Füße \u0026ldquo;nackt\u0026rdquo; an die frische Luft lässt. Während ich also darauf wartete, dass mein Wasser aufkochte, sah ich wie ein Dutzend (geschätzt) Mücken sich durch meine Wollsocken stachen und schon aßen. Nicht, dass es unheimlich unhöflich ist schon mit dem Essen zu beginnen, nein, die Stiche der Viecher sind auch weniger angenehm. Das wusste ich aber zu dem Zeitpunkt noch nicht. Also schnell Bushman geholt und die Füße eingesprüht, aber leider war es dafür schon zu spät. Aber seht selbst:\nPrevious Next Da es gerade der erste Tag war und bisher wirklich alles super geklappt hat, ließ ich mich davon nicht beirren. Hier noch ein paar der Highlights des Tages:\nPrevious Next Tag 2 - Autobahn?! # Die erste Nacht draußen, auch in Schweden, ist immer etwas unruhig. Das Nervensystem, der Körper und der Geist sind noch nicht richtig eingestimmt. Auch empfand ich die Nacht als etwas kühl. Innerlich war ich natürlich etwas angespannt diesbezüglich, da Frieren eines meiner größten Sorgen war. Aber was mich noch mehr verwunderte: Ich war der festen Überzeugung, Autogeräusche, wie von einer Bundesstraße oder Autobahn gehört zu haben.\nWenig später wurde mir dann klar, was diese Autobahngeräusche wirklich waren:\nYour browser cannot play this video. Download video.\nAutobahn Kandidat 1 Your browser cannot play this video. Download video.\nAutobahn Kandidat 2 Markus Erst da wurde mir bewusst, dass es in Deutschland fast unmöglich ist eine Nacht - auch im Wald oder in der Natur - zu verbringen ohne in der Ferne Autogeräusche wahrzunehmen. Nach dieser Erkenntnis stand ich auf, packte meine Sachen und genoss die Sonne. Hier stellte ich dann auch relativ zeitnah fest, dass man zwar sehr isoliert ist, aber niemals alleine. In regelmäßigen Abständen kamen mir Wanderer (sogar vereinzelt Familien) entgegen. Ich lasse die Bilder für sich sprechen.\nMarkus Die Highlights des Tages waren für mich, dass ich Pelle kennengelernt habe und Kontakt mit den ersten einheimischen Vögeln hatte. Leider waren sie sehr scheu, weshalb ich keine Fotos machen konnte. Tag 3 - Es wird emotional # Der dritte oder der vierte Tag ist für mich immer einer der schlimmsten. Normalerweise ist mein Körper nicht dafür ausgelegt solche Belastungen über einen längeren Zeitraum zu ertragen.\nMarkus Mit Belastung meine ich: 16 kg Gepäck durch die schwedische Wildnis über einen längeren Zeitraum schleppen Der Körper ist auch anfangs recht ungewillt, sich den Strapazen zu ergeben, weshalb er sich beschwert. Meistens in Form von Muskelkatern - was sich - wenn der Körper realisiert, er kommt aus der Nummer nicht mehr raus - einpendelt. Leider weiß man vorher nie, ob es Tag 3 oder 4 wird.\nKörperlich habe ich mich an Tag 3 noch sehr gut gefühlt. Glück gehabt! Allerdings zerlegte es mich emotional bei dem Anblick der folgenden Bewegtbilder (Ton lohnt!).\nYour browser cannot play this video. Download video.\nEindrücke Tag 3 Markus Die Natur bzw. unsere Erde ist einfach da. Egal ob es regnet, windet, schneit, stürmt oder einfach nur die Sonne scheint: wir können eigentlich nichts dagegen tun. Wir bilden uns ein, wir könnten es kontrollieren, aber der Natur sind meine Wünsche, Bedürfnisse und Probleme egal. Mir wurde dies beim Anblick dieser Bilder bewusst. Ganz nach dem Motto: Du magst zwar keinen Regen, aber ich mache jetzt Regen. Komm damit klar. Und diese Erkenntnis war irgendwie schön. Klingt absurd, war aber so 🤷‍♀️ Nach dieser Erkenntnis habe ich mich erleichtert gefühlt und bin den Weg gefolgt. Leider hatte ich das Wassermanagement nicht so richtig im Griff, weshalb ich nur noch ca. 500 ml Wasser hatte. Und aus dem See wollte ich nicht trinken. Ich hatte zwar einen Wasserfilter dabei, aber so richtig geheuer war mir das Ganze nicht.\nAlso bin ich dem Weg weiter gefolgt in der Hoffnung bald Wasser zu finden. Natürlich lässt Wasser in Schweden nicht lange auf sich warten und so konnte ich sehr schnell (ungefiltert) Wasser aufnehmen.\nMarkus Der Gedanke Wasser ungefiltert zu trinken war mir anfänglich sehr suspekt. Aber das verging sehr schnell. Den gesamten Kungsleden habe ich mein Wasser nur 2x gefiltert. 1x gestern und 1x am Ende dieser Etappe. Ich behaupte: Jedes mal war es unnötig. Ein Schwede sagte später mal zu mir: Unser Wasser ist sauberer als manches \u0026ldquo;Trinkwasser\u0026rdquo; in anderen Ländern. Emil Zur Wahrheit gehört aber auch, dass wir jemanden getroffen haben, der wegen einer Magenverstimmung seine Tour abbrechen musste und mit dem Helikopter abgeholt wurde. Deshalb informiert euch, wie man Wasser sicher zu sich nimmt, insbesondere wenn man sich nicht ganz sicher ist. Das wäre doch eigentlich ein guter Post bei Wissenswertes?! Wieso gibt es den noch nicht? Auch sind mir viele Wanderer in kompletter Regenmontur bei 20°C+ (geschätzt) und Sonne entgegengekommen. Sie wirkten wie Ritter auf einem Kreuzzug. Auf Nachfrage, kam nur ein \u0026ldquo;Verdammte Mücken\u0026rdquo; als Antwort. Bis hierher empfand ich die Mückensituation als tolerierbar, mal abgesehen vom \u0026ldquo;Day 1 Incident\u0026rdquo;. Ich tat es als: Was wissen die schon, die sollen sich nicht so anstellen. Einige Tage später wusste ich dann, wie das gemeint war.\nAber jetzt erstmal die Highlights des Tages:\nYour browser cannot play this video. Download video.\nHubschrauber Tag 4 - Routine? - Routine! # Meine bisherigen Touren (in 🇩🇪 Deutschland) waren immer nach drei Tagen zu Ende. Entweder weil ich keine Lust mehr hatte oder sie zu Ende waren. Deshalb war ich auch sehr überrascht, dass ich diesmal bis Tag 4 gekommen bin.\nNicht umsonst heißt es, der Mensch sei ein Gewohnheitstier. Und so ist es: ab jetzt habe ich mich angekommen gefühlt und was vor nicht einmal 3 Tagen noch besonders war, wurde zur Routine. Dementsprechend lasse ich die Szenerie für sich sprechen:\nPrevious Next Und zuletzt noch einen kleinen Eindruck, wie es dort mit Zelt aussieht. Diesmal als Bewegtbild!\nYour browser cannot play this video. Download video.\nZelt gegen den Wind aufbauen. Super Idee?! Emil Es war eine scheiß Idee! Keine 10 Minuten später hat er das Zelt umgesetzt, weil es zu windig war. Aussicht war dann natürlich mies. Hätte er mal Wanderstöcke mitgenommen - zur Zeltstabilisierung. Aber, man sei ja kein Krüppel. Ich will jetzt nicht zu viel verraten, aber\u0026hellip; man hätte es so viel einfacher haben können 😅 Tag 5 - Naivität und Unwissenheit sind die besten Geschichtenerzähler # Sicht auf Ammarnäs Ich habe meine Tour so geplant, dass ich jede der Etappen autark sein kann. Das ist zwar auf dem Kungsleden nicht notwendig, aber das war ein mir selbst gestecktes Ziel. Für den ersten Resupply war der Supermarkt in Ammarnäs vorgesehen. Gestern hätte ich es nicht mehr rechtzeitig geschafft, dementsprechend hatte ich den Morgen viel Zeit und konnte mit dem Abstieg beginnen.\nPrevious Next Nach dem Abstieg endet die erste Etappe für mich, weshalb die 2. Etappe auch mit dem Resupply in Ammarnäs beginnt. Dort wird auch aufgeklärt, was es mit \u0026ldquo;Naivität und Unwissenheit sind die besten Geschichtenerzähler\u0026rdquo; auf sich hat.\nMarkus Ich hoffe euch gefällt meine Reise und der Erfahrungsbericht bis hierher. Falls ihr Verbesserungsvorschläge oder Anregungen habt, oder einfach nur eine Frage loswerden wollt, dann schreibt mir doch einfach über Kontakt aufnehmen ","date":"5 Juli 2024","externalUrl":null,"permalink":"/touren/kungsleden/01_etappe/","section":"Touren","summary":"","title":"Etappe 1 – Hemavan nach Ammarnäs","type":"touren"},{"content":" Markus Diese Etappe führt mich von Ammarnäs nach Jäkkvikk. Sie beginnt mit Steckdosen, Rentierburger und dem guten Gefühl, alles im Griff zu haben. Wenige Stunden später wusste ich: Hatte ich nicht. Resupply # Ich machte mich also am Morgen des fünften Tages auf, um den Abstieg nach Ammarnäs zu beginnen. Das war notwendig, denn mein Plan war in Ammarnäs meinen Proviant aufzufüllen. Ich wusste, dass es dort einen Supermarkt gibt, aber war dennoch etwas nervös, weil ich nicht genau wusste, was mich erwarten würde. Insbesondere ob ich eine Steckdose finden werde. Aber je näher ich dem \u0026ldquo;Stadtkern\u0026rdquo; von Ammarnäs kam, desto mehr wurde mir klar: Hier leben Menschen. Und wo Menschen leben gibt es Infrastruktur.\nMülltrennung nach schwedischer Art Räddningstjänsten Schon verrückt wie viel Zeit und Faszination ich aufbringen konnte für die Mülltrennung und die Rettungsstation. Eigentlich etwas total Gewöhnliches, aber nach 4 Tagen ohne viel Infrastruktur, war das etwas Ungewöhnliches.\nNicht weit der Rettungsstation fand ich mich dann im Zentrum von Ammarnäs wieder. Ich war etwas früh dran, weshalb der Supermarkt noch geschlossen war. Aber dafür war vorgesorgt. Es gab eine kleine Bank und einen Tisch seitlich des Supermarkts. Und es gab Steckdosen! Jackpot! Ich konnte also in Ruhe sitzen, etwas essen, Geräte aufladen und warten, bis der Laden öffnete. Das war ideal, da ich mir erst einmal in Ruhe einen Überblick verschaffen konnte, was ich eigentlich brauche.\nSupermarkt/Baumarkt Ammarnäs Livs. Nach einigem hin und her hatte ich Nachschub für die nächste Etappe im Rucksack. Ich habe viel nützliches und unnützliches gekauft, ihr könnt euch ja überlegen was in welche Kategorie fällt: Lippenstift mit Sonnenschutz, Sonnencreme, gefriergetrocknete Mahlzeiten, Süßigkeiten, Porridge, usw.\nIch habe mich auch dazu entschieden einige Gegenstände aus dem Rucksack nach Hause zu schicken: Fleece, T-Shirt und noch ein paar Kleinigkeiten. Ersparnis ca. 500-600 g. Ich habe nichts davon vermisst.\nRucksack nach Resupply. Emil ist eher skeptisch. Emil Ich gucke nicht skeptisch. Ich bin sauer! Du wolltest mich nach Hause schicken. WEIL. ICH. ZU. FETT. SEI. Überlegt euch das mal. Frechheit! Im Supermarkt wurde ich mehrmals von anderen Wanderern angesprochen. Ich wurde während meines Resupply mehrmals gefragt ob ich nach Norden oder Süden laufen würde. Und vor allem noch heute oder morgen. Darauf entgegnete ich ohne mit der Wimper zu zucken: Norden und heute. Als wäre es das normalste auf dieser Welt. Die Reaktion war immer dieselbe: Leichtes Entsetzen im Blick. Mittlerweile war es ca. 12:00 Uhr. Das ist später noch wichtig. Aber erstmal einen Rentierburger nebenan verdrücken.\nRentierburger. Es war nun weit nach 12:00 Uhr und ich begann also meine Wanderung Richtung Norden. Wer sich im Vorfeld ordentlich informiert hätte, wüsste, dass in der Nähe von Ammarnäs ein Campingplatz ist. In dessen Richtung ich nun unterwegs war. Und dann begann ein eher erschwerlicher Aufstieg. Ich witzelte später: Man man man, hier bräuchte man einen Skilift und zack, laufe ich an einem Skilift vorbei.\nMisery Mountain # Wenige Stunden später realisierte ich, warum mich heute Morgen alle so entsetzt angeschaut haben. Ich habe nach dem Supermarkt nur noch eine kleine Gruppe Wanderer beim Abstieg getroffen, und dann über den gesamten Tag bis abends (also ca 8h+) keine Seele. Später taufte ich den Abschnitt \u0026ldquo;Misery Mountain.\u0026rdquo; Es war eines der unwirklichsten und rauesten Orte bis jetzt auf dem Kungsleden. Alles dort schrie mich an: Du hast hier nichts verloren. Der Wind war rau, die Vögel wütend und es gab kaum Schutz.\nYour browser cannot play this video. Download video.\nDie Weiten des Misery Mountain Bisher hatte ich mich auf dem Kungsleden nie wirklich allein oder isoliert gefühlt. Hier war das auf einmal anders.\nZum ersten Mal hatte ich dieses echte Gefühl von Alleinsein. Von wild. Von weit weg von Zivilisation. Von: Wenn jetzt irgendwas passiert, dann ist erstmal niemand da.\nWas im Nachhinein fast absurd ist, wenn man bedenkt, wie viele Menschen ich auf dieser Etappe noch treffen sollte.\nEs war wirklich unheimlich. Zum ersten Mal auf dem Kungsleden fühlte ich mich nicht nur beeindruckt, sondern verletzlich.\nAn der Hütte habe ich kurz überlegt zu übernachten - auch wenn verboten - aber es war einfach noch zu früh, also entschied ich mich noch ein wenig weiter zu laufen. Natürlich nachdem ich mich ins Logbuch eingetragen habe. Einen Schritt vor den nächsten.\nSchlussendlich war dann auch der \u0026ldquo;Misery Mountain\u0026rdquo; bezwungen. Und als ob die Natur mich dafür belohnen wollte, hörte es auf zu regnen und die Sonne kam wieder hervorgekrochen.\nMisery Mountain bezwungen! Einige Stunden später traf ich dann noch einheimische Jugendliche, die den gesamten Weg noch zurück gehen wollten. Klar, warum auch nicht, ist ja 24h hell.\nDa es mittlerweile schon fast 22:00 Uhr war, beschloss ich an der nächsten - für mich guten Gelegenheit - mein Nachtlager aufzuschlagen.\nKeine 50 Meter # Nur um dann am nächsten Tag festzustellen, dass keine 50 Meter weiter dieses Prachtstück auf mich wartete.\nPremiumhütte Dort trocknete ich dann noch meine Sachen - die ich abends noch gewaschen hatte - in der Sonne um mich dann weiter auf den Weg Richtung Jäkkvikk zu begeben.\nDie Abkürzung # Keine 100 Meter weiter begegnete ich - wie es schien - einem Einheimischen. Ich konnte es mir natürlich nicht verkneifen und musste fragen wie er denn dort hin gekommen sei. Die Frage fand er seinen Gesichtszügen entnehmend etwas merkwürdig, die Antwort war aber sehr logisch und klang selbstverständlich: Er sei natürlich gelaufen. Aber den kurzen Weg. Alte Straße oder so ähnlich hieß der Weg. Und ich hab mich abgemüht. Er war jetzt nicht ein Mann der vielen Worte, aber ich erfuhr, dass er mit einem Freund angeln will. Wir verabschiedeten uns und ich zog weiter.\nHier haben die beiden Einheimischen geschlafen. Wiedersehen mit Pelle # Wahrscheinlich bin ich gestern so um die 30 km oder mehr gelaufen. Die Höhenmeter waren auch nicht ohne. Gestern fühlte sich das alles noch gut und machbar an. Immerhin konnte ich abends noch im Fluss baden und meine Kleidung waschen. Die Morgensonne hatte auch alles schon getrocknet. Aber die Belastungen der letzte Tage hingen mir schon etwas in den Knochen.\nKurz nach der Begegnung mit den Einheimischen stand der nächste größere Anstieg bevor. Da musste ich mich ehrlich gesagt schon ganz schön durchquälen.\nEmil Ist da nicht auch deine komische Theorie mit den Wildbienen und den Löchern im Sand entstanden? Markus Pssst. Davon reden wir auf gar keinen Fall! Das ist sowas von peinlich, das nehme ich mit in mein Grab. Also quälte ich mich den nächsten Anstieg hoch und wollte erstmal eine kleine Pause machen. Und wen sehe ich da in der Ferne beim Abbauen? Einen alten Bekannten: Pelle!\nDas war ein freudiger Moment. Ich beschloss eine kurze Rast einzulegen und wir plauschten etwas. Nachdem Pelle fertig war, beschlossen wir den Weg zusammen weiterzulaufen.\nPelle, Emil und ich wieder vereint Markus Später am selben Tag fragte ich Pelle, was denn bisher sein Highlight der Tour gewesen sei. Er dachte kurz nach und meinte dann ganz trocken: \u0026ldquo;Eigentlich, dass ich dich heute wiedergetroffen habe\u0026rdquo;. 🥲 Räudiger Schlafplatz # Unser Tagesziel sollte Sjnulttje werden. Hätte ich gewusst, was das bedeutet, hätte ich eine definitiv andere Wahl getroffen. Die Hütte Sjnulttje liegt in einem Abschnitt in dem zur Brutzeit von Gänsen der Kategorie \u0026ldquo;Eltern des Jahres\u0026rdquo; das Wildcampen verboten ist.\nWildcampen verboten Markus Ihr fragt euch sicher, warum \u0026ldquo;Eltern des Jahres\u0026rdquo;? Die Gänseart kehrt einfach nicht mehr zum Nest zurück, falls es eine Bedrohung wahrnimmt. Deshalb soll man auch den Weg nicht verlassen, damit man sie während der Brutzeit nicht stört. Lediglich in der Nähe der Schutzhütte Sjnulttje wird das Wildcampen geduldet. Allerdings sind die dortigen Schlafplätze dermaßen räudig, dass man sofern man keinen U-geformten Rücken hat, keinerlei Schlaf finden wird. Körperlich war ich zu dem Zeitpunkt schon ziemlich am Ende und aufgrund der schlechten Schlafplatzsituation entschieden wir uns dazu in der Hütte zu übernachten - obwohl das eigentlich nur für Notfälle gedacht sei. Wir witzelten noch darüber, es wird wohl nicht die \u0026ldquo;Schlafpolizei\u0026rdquo; kommen und lachten laut. Und in genau dem Moment hat es an der Tür geklopft. Entsetzt starrten wir uns an und guckten neugierig zur Tür.\nDort schaute Frederik durch die Tür zu uns rein und sprach in schwedischem Dialekt auf Englisch: \u0026ldquo;Habt ihr noch einen Platz für mich? Schaut mal raus, ich bin schnell hergerannt.\u0026rdquo;\nAls wir rausschauten haben wir gesehen, dass sich ein Unwetter anbahnte. Immerhin hatte sich die Grauzone erledigt, denn niemand wollte nach dem Ausblick mehr draußen schlafen.\nAlso machten wir es uns in der Hütte gemütlich. Allerdings haben schwedische Hütten so an sich, dass sie sich unendlich aufheizen. Dementsprechend lagen wir alle mit unseren 0 Grad Schlafsäcken auf unseren Isomatten und schwitzten uns zu Tode. Ich glaube in dieser Nacht hat niemand auch nur ein Auge zugemacht. Zudecken musste man sich, sonst wurde man von den Mücken zerstochen. Zudecken hieß aber auch: Hitze. Also drehte man sich im 30-Sekunden-Takt um, in der Hoffnung die Mücken oder die Hitze verschwand. Dabei weckte man aber die anderen im Raum durch die lauten Geräusche der Isomatte auf. Wir richteten uns alle gegen 6:00 Uhr auf und waren uns einig: Zeit zum Aufstehen, frühstücken und loslaufen!\nErste Zweifel. Muss ich abbrechen? # Markus Erinnerst du dich noch an den Seitenhieb von Emil? Von wegen ich sei kein Krüppel? An diesem Morgen war ich mir dessen nicht mehr so sicher. Die ersten Tage habe ich körperlich gut verkraftet. Ich hatte entschieden den Kungsleden ohne Wanderstöcke zu laufen. Dementsprechend musste ich - aufgrund der unebenen Wegbeschaffenheiten - sehr viel mit den Füßen und Knien ausgleichen. Oft habe ich den Schwerpunkt künstlich nach unten geschoben. Und das geht verdammt nochmal in die Muskulatur.\nIn diesem Moment war mir klar: Wenn ich nicht bald eine Lösung finde, muss ich die Tour abbrechen. Dieser Gedanke ließ mich an diesem Morgen nicht mehr los.\nAber oftmals hat das Universum eine Lösung parat. Manche würden es auch Trail Magic nennen. So ergab es sich, dass ein langer Stock vor der Hütte lag und eigentlich nur darauf gewartet hat von mir mitgenommen zu werden.\nEr war zwar etwas zu lang, aber mit der Säge aus dem Holzschuppen konnte ich ihn auf die richtige Länge sägen. Somit sollte ich es bis nach Jäkkvikk schaffen und ich hoffte die Belastung für den Körper würde sich dann etwas verteilen.\nWir verabschiedeten uns von Frederik, denn er lief in südliche Richtung.\nMarkus Wie vom Schicksal platziert, lag keine 500 m weiter ein weiterer Holzstock. Yay \\o/. Somit hatte ich zwei Vintage Wanderstöcke. Einer war leider etwas lang. Das sah sehr lange ziemlich blöd aus. Aber: diese Kombination brachte mir später den Spitznamen \u0026ldquo;Pole Man\u0026rdquo; ein. Danke Mr. und Mrs. Orange (-: Rentiere # Nachdem wir uns von Frederik verabschiedet hatten, zogen wir weiter in Richtung Adolfström. Der Tag war trüb und es regnete. Meine Motivation schwand, da ich erschöpft war.\nWir durchschritten diese merkwürdige Pforte, die wir später als \u0026ldquo;Rentiersperre\u0026rdquo; einordneten.\nRentiersperre Kurze Zeit später rannten wir auch in eine Rentierherde rein. Ich hatte davon schon gehört. Man soll auf gar keinen Fall weiterlaufen, wenn die Gefahr bestünde die Herde zu trennen. Das Problem war jetzt aber, es waren Hunderte von Tieren und die Hälfte der Tiere stand links vom Weg und die andere Hälfte rechts vom Weg. Ich hätte mich in dem Moment auch garantiert nicht mehr daran erinnert, wie man sich verhalten hätte sollen. Zum Glück haben wir keine 5 Minuten vorher Jonn kennengelernt.\nMarkus Ich weiß noch, dass ich mich irgendwann umdrehte. Warum genau, weiß ich nicht mehr.\nAber plötzlich sah ich einen Wanderer relativ schnell auf uns zukommen. Er grüßte kurz und eigentlich waren wir ihm nur im Weg.\nAllerdings hatte ich mir mittlerweile angewöhnt, alles und jeden anzuquatschen, der nicht schnell genug weg war. Jonn war zwar schnell. Ich war aber hartnäckiger.\nUnd so ergab es sich, dass ich Jonn Löcher in den Bauch fragte und wir gemeinsam weiterliefen.\nUnd weil Jonn wusste, wie man sich in so einer Situation verhält, half er uns dabei, die Herde nicht auseinanderzutreiben.\nRentiere! Es wäre aber wahrscheinlich eh egal gewesen, weil während wir durch das \u0026ldquo;Gehege\u0026rdquo; liefen, die Herde mit Helikoptern zusammengetrieben wurde.\nEmil Kein Scheiß, ich dachte ich wäre bei GTA und wir haben gerade 3 Sterne. Da flog ein Hubschrauber über uns mit Lautsprechern aus denen Polizeigeräusche ertönten. Der Tag war sehr aufregend aber auch anstrengend: Jonn. Hubschrauber. Rentiere. Vintage Wanderstöcke. Deshalb war ich sehr froh in Adolfström bei einem Anwohner im Garten zu schlafen (gegen eine Gebühr). Eigentlich war das ziemlich cool. Es gab kleine abgetrennte Duschen. Draußen standen Wasserkocher und fließendes Wasser.\nMarkus Ihr glaubt gar nicht wie gut sich das anfühlt nach einer Woche das erste Mal zu duschen! Auslaufen bis nach Jäkkvikk # Am nächsten Morgen bin ich alleine los, da Pelle noch geschlafen hat. Bis nach Jäkkvikk war es nicht mehr weit. Und so verlief mein Weg bis nach Jäkkvikk relativ ereignislos. Kurz vorm Ziel holte mich Pelle auch schon ein, da er meist schneller unterwegs war.\nEmil Verhaltensregel war immer: Man fragt ob man zusammen laufen möchte. Manchmal schläft man zusammen. Aber die Vereinbarung gilt immer nur bis zum nächsten Morgen. Morgens muss man neu fragen, was ziemlich cool ist, wie ich finde. In Jäkkvikk angekommen haben wir uns am Campingplatz eingebucht. Auf Pelles Nacken (ich hatte in Adolfström bezahlt).\nCampingplatz Es war gerade früher Nachmittag, deshalb hatten wir genügend Zeit in den örtlichen ICA (Supermarkt) zu gehen. Der ist keine 500 m vom Campingplatz entfernt und er bot sich an die Vorräte aufzufüllen.\nMarkus Kleiner Tipp: Erst reingehen mit der Absicht Essen für JETZT zu kaufen. Und dann gesättigt für die Nachversorgung, sonst wirds schwer (-: ICA Jäkkvikk Rückblickend war diese Etappe wahrscheinlich nicht die schönste, aber eine der wichtigsten.\n\u0026ldquo;Misery Mountain\u0026rdquo; hat mir gezeigt, wie schnell sich Weite in Einsamkeit verwandeln kann. Eine Nacht wie in Sjnulttje brauche ich auf jeden Fall nicht noch einmal. Obwohl sie trotz des Schlafmangels interessante Momente bereithielt.\nRückwirkend war die Entscheidung den Holzstab aufzunehmen und mit ihm die Reise fortzusetzen ein Schlüsselmoment und eine sehr wichtige und richtige Entscheidung. Es war kein schöner Anblick, aber es hat es mir ermöglicht den Kungsleden weiterzulaufen.\nWas wäre auch die Alternative gewesen? Aufgeben? Nein. Innerlich wusste ich, dass ich noch Restreserven habe. In Kombination mit der Kniebandage war ich zuversichtlich, es bis Jäkkvikk zu schaffen.\nEmil Ich frage mich manchmal, ob es Frederik geschafft hat. Oder wie seine Reise wohl verlaufen ist. Immerhin wäre er in ca. einer Woche fertig gewesen. Abschließend möchte ich noch ein paar meiner Lieblingsbilder der Etappe teilen.\nAuf der nächsten Etappe ging es weiter Richtung Kvikkjokk. Und dort sollte ich lernen, dass gute Vorbereitung nichts hilft, wenn die verfügbaren Informationen mindestens irreführend, wenn nicht sogar falsch sind.\n","date":"9 Juli 2024","externalUrl":null,"permalink":"/touren/kungsleden/02_etappe/","section":"Touren","summary":"","title":"Etappe 2 – Ammarnäs nach Jäkkvikk","type":"touren"},{"content":" Markus Diese Etappe führt von Jäkkvikk nach Kvikkjokk. Sie beginnt gemütlich. Mit viel Zeit und dem entspannten Gefühl, alles im Griff zu haben. Stellt sich raus: Hatte ich nicht. Gemütlich los um 11 Uhr # Nach über einer Woche Wildnis, weiß man gegebene Infrastruktur zu schätzen. Deshalb beschlossen Pelle und ich den Tag ruhig anzugehen. Also: Keinen Wecker. Den braucht man eh nicht, da die Sonne einen um 9:00 aus dem Zelt treibt. Und somit hatten wir Zeit. Dachten wir.\nDeshalb setzten wir uns um 11 Uhr nach einem Frühstückseinkauf im ICA in Bewegung. Der Rucksack voll gepackt, die Bäuche voll: Der Weg war schön, die Sonne schien, und die Stimmung war entspannt.\nNach den ersten Kilometern war es dann auch soweit: das erste Mal Ruderboot fahren. Das Rudern übernahm Pelle - nachdem er von der anderen Seite das Boot geholt hatte - und so setzten wir die ca. 100-200 Meter über.\nDoch dann begann etwas in mir langsam zu brodeln.\nSouthern Kungsleden # Auf dem Kungsleden gibt es Abschnitte, die man nicht zu Fuß zurücklegen kann. Dort braucht man Boote. Manchmal Ruderboote, manchmal Motorboote – letztere betreiben Einheimische und man muss sie vorher anmelden.\nDas wusste ich. Was ich nicht wusste: dass einer dieser Motorbootabschnitte direkt nach Jäkkvikk beginnt.\nMarkus Zur Erklärung, wie ich in diese Situation geraten konnte: Die Website des STF unterscheidet zwischen \u0026ldquo;Northern Kungsleden\u0026rdquo; und \u0026ldquo;Southern Kungsleden\u0026rdquo; (Stand 2024). Mein Deutscher Wanderführer spricht vom \u0026ldquo;Südlichen Kungsleden\u0026rdquo; – womit allerdings ein völlig anderer Wanderweg südlich von Hemavan gemeint ist. Ich hatte also die gesamte Vorbereitung damit verbracht, Informationen zu ignorieren, die eigentlich für mich relevant gewesen wären. Bei \u0026ldquo;Southern\u0026rdquo; dachte ich: Nicht mein Problem. Sollte es aber werden. Emil Wieso verwendet man so missverständliche Begrifflichkeiten. Das klingt total bescheuert. Wieso macht man sowas? Nachdem Captain Pelle uns übergesetzt hatte, realisierte ich: Wenn wir den Bootstransport verpassen, sitzen wir für fast 24h fest. Eigentlich nicht schlimm, aber ich wollte nicht gezwungen sein mit all den anderen Wanderern - die sich dann zwangsläufig dort sammeln werden - zu verharren. Das ist ziemlich irrational und es gab absolut keine logische Erklärung dafür.\nWir wussten aber, dass Mr. und Mrs. Orange - ein älteres Ehepaar mit orangefarbenen Oberteilen, welches ebenfalls in Jäkkvikk übernachtete - das Boot reserviert haben und schon früher los sind. Sollten wir diese also rechtzeitig einholen, könnten wir es noch schaffen.\nDer Push # Ich sprach meinen Wunsch aus und Pelle war nicht abgeneigt. Immerhin ist er Triathlet und die sportliche Herausforderung schien ihm zu gefallen.\nAb diesem Moment versuchte ich mit Pelle mitzuhalten, aber ich lief ihm die ganze restliche Etappe nur hinterher. Das war sicher die anstrengendste Etappe, da es etliche Höhenmeter zu überwinden galt. Dazu kam noch das enge Zeitlimit, da wir das Boot unbedingt erwischen wollten. Nach einem kurzen Irrweg und vom Ehrgeiz getrieben konnten wir gegen 14:00 Uhr Mr. und Mrs. Orange in der Ferne erblicken und wussten: wir können es schaffen. Es wird aber sehr, sehr knapp.\nDennoch gab uns das die nötige Motivation und so kamen wir fünf, vielleicht zehn Minuten vor Abfahrt am Anleger an.\nMarkus Ich erinnere mich noch, wie ich keuchend auf die kleine Hütte am Anleger zulief – und dort jemand um die Ecke lugte: Jonn. Natürlich Jonn. Entspannt, ausgeruht, als hätte er schon ewig gewartet. Kurze Zeit später erblickten wir das Boot, wie es langsam anlegte. Es kamen zwei Wanderinnen in unsere Richtung. Wir grüßten kurz und stiegen dann ein. Geschafft!\nDer Bootsmann # Der Bootsmann, der uns übersetzte, redete nicht. Es war ein kleiner, rundlicher Mann. Seine Kommunikation war ein Brummeln und Grummeln. Selbst Jonn konnte sich nicht richtig mit ihm verständigen, obwohl er Schwede ist.\nDie Überfahrt dauerte ca. zehn Minuten und war natürlich ein Erlebnis.\nYour browser cannot play this video. Download video.\nDie Überfahrt Auf der anderen Seite angekommen, liefen wir zum Bezahlen – ungefähr 50 Meter entfernt. Der Bootsmann fuhr diese 50 Meter mit dem Quad.\n50 Meter mit dem Quad Emil Und warum sind wir dann gelaufen?! Der Abend am Fluss # Kurz nach dem Anleger schlugen wir unser Lager auf. Direkt am Wegesrand. Rechts: drei Zelte. Kopf an Kopf Links: ein breiter, flacher Fluss. Vielleicht knietief. Kühlschrank-kalt.\nUnser Lager am Wegesrand Markus Wer genau hinschaut, sieht rechts im Bild meine improvisierten Wanderstöcke aus Etappe 2, auf die ich sehr stolz bin 😇 Your browser cannot play this video. Download video.\nDer Fluss Jonn, Pelle und ich suchten uns jeder seinen eigenen Felsen. Der Tag war sehr heiß. Jeder schwieg und so saßen wir dort und ließen den Tag gemeinsam, aber in Ruhe ausklingen.\nIch entspannend auf einem Felsen im Fluss Jonn (vorne) beim Entspannen auf einem Felsen mit Sonnenschirm im Fluss, Pelle im Hintergrund links Improvisierter Kühlschrank Der Magnesiumunfall # Morgens war Jonn - wie immer - bereits aufgebrochen und Pelle - auch wie immer - noch am schlafen. Der Weg war etwas herausfordernd und steinig. Auch später ging es wieder bergauf und die Sonne brannte erbarmungslos auf mich herab.\nIch erinnere mich noch, dass ich mir einbildete die Sonne würde meine Füße zum Brennen bringen. Aber es half nichts. Ich setzte ein Fuß vor den anderen und schlängelte mich die Höhenmeter hinauf.\nNach einem eher unangenehmen Zwischenfall - über den wir nicht sprechen - ging es wieder bergab.\nEmil War das etwa der Magnesiumunfall? Markus Emil! Nein! Darüber reden wir nicht! Irgendwann sah ich eine merkwürdige Behausung (leider habe ich aufgrund der Hitze keine Bilder gemacht) in die ich neugierig reinschaute. Und wen erblicke ich da? Genau! Jonn. Ihm schien es wohl auch zu warm geworden zu sein. Nach einem kurzen Schmunzeln setzten wir unsere Reise gemeinsam fort und er begann von zwei Wanderinnen zu schwärmen, die wir unbedingt einholen müssen. Ich erfuhr ihre Namen und, dass sie aus Finnland sind.\nDa wir nun ein Ziel hatten, trotzten wir der Hitze und schlängelten uns weiter in Richtung Norden. Schlussendlich holten wir die beiden Finninnen ein, da sie gerade eine Pause machten. Die Aussicht gefiel, weshalb wir uns anschlossen.\nEmil im Gras Emil genießt die Aussicht Nach einer kurzen Rast und einem kurzen Gespräch mit den beiden (Jonn war zu schüchtern) hieß es Endspurt. Kurze Zeit später wurde ich noch beinahe von einer Schlange gebissen. Sehr selten in Schweden, aber hätte gut gepasst. Jonn meinte nur: Glück gehabt. Deine Tour wäre sonst sicher zu Ende gewesen. Gut, dass Jonn ein Satelliten-SOS-Gerät dabei hatte.\nKurz darauf erreichten wir eine Rast, die ich vor allem deshalb in Erinnerung behalten habe, weil dort eine große Mülltonne stand, sowie einen Ratgeber über \u0026ldquo;Echte Männer\u0026rdquo; (auf deutsch) im Klohäuschen lag.\nMarkus Andere Kuriosität unterwegs: ein paar hundert Meter nach unserem Lager habe ich eine Unterhose an einem Brückengeländer hängen gesehen. Sah frisch gewaschen aus. Man glaubt gar nicht, was Wanderer so verlieren oder vergessen. Ich behaupte: wenn man ohne irgendwas losläuft, hat man am Ende einer Tour alles zusammen, was man braucht. Kvikkjokk # Der nächste Tag war etwas unspektakulär. Allerdings endet die Etappe an einem See. Um nach Kvikkjokk zu kommen, muss man mit einem Motorboot übersetzen. Deshalb war die wichtigste Entscheidung die es heute zu treffen galt war: wer fährt uns nach Kvikkjokk? Helena und Björn oder Jan.\nSchild Bootstransfer Jan Schild Bootstransfer Helena und Björn (aufgenommen zwei Tage später) Helena und Björn sind urgesteine der Gemeinschaft und leben seit vielen Jahren in der Nähe von Kvikkjokk. Jan ist wohl neu nach Kvikkjokk gezogen und bietet neuerdings ebenfalls Bootstransfere an. Es ist ein richtiger Konkurrenzkampf um die Wanderer entbrannt. Viele Schilder und auch ein Gespräch weiter nördlich mit Anna (Transfer bei Aktse) deuteten darauf hin. In der Kurzfassung: Die (etablierten) Einheimischen sind nicht begeistert und es gibt richtige öffentliche Auseinandersetzungen.\nJonn wollte sich nicht entscheiden, weil er dort wohl einen Interessenskonflikt vermutete. Da ich mir nur die Nummer von Jan gemerkt habe, war die Entscheidung für mich einfach. Nach einem kurzen Telefonat mit Jan und der vereinbarten Uhrzeit liefen wir die letzten Kilometer zum Anleger.\nMarkus Die Schweden sind sehr pragmatisch. Der Bootstransfer ist überall gut organisiert. Überall stehen Schilder in der Art: \u0026ldquo;Jetzt Anrufen! Letzte Gelegenheit!\u0026rdquo;. Und so war auch dies problemlos möglich. Jan wartete schon und brachte uns dann auf die andere Seite. Interessant fand ich, dass Jan auf einer Insel wohnt, und dort nur mit Boot hinkommt. Wenn er was großes bestellt (wie z.B. einen Ofen), dann wird das mit dem Hubschrauber angeliefert. Auch hat er viele Vögel auf seinem Grundstück, welche die ganzen Mücken fressen, weshalb er kaum welche hat.\nPilz. Sieht lecker aus. Sonnenuntergang bei Kvikkjokk. Vom Boot aufgenommen. See bei Kvikkjokk. Als wir fast auf der anderen Seite angekommen sind, habe ich ein paar kleine Boote am Ufer liegen sehen und da wurde mir bewusst: Hier fährt jeder Boot. Ist ja auch logisch, wenn man über den See muss. Und vor allem auch praktisch. In meiner Lebensrealität spielen Boote überhaupt keine Rolle.\nKleine Boote. Ganz normal Ursprünglich hatte ich mir vorgenommen, den Kungsleden am Stück zu laufen. Aber die letzten Tage machten mir klar: ohne Ruhetage werde ich das körperlich nicht schaffen.\nAllerdings stellte sich schnell heraus, dass Kvikkjokk kein guter Ruheort ist: Die größte Mückenkonzentration seit Tourbeginn. Eingeschränkte oder schlechte Resupply-Möglichkeiten. Die Hitze und generelle Erschöpfung trug zu einer insgesamt negativen Stimmung bei.\nDie genauen Details berichte ich in der 4. Etappe.\n","date":"13 Juli 2024","externalUrl":null,"permalink":"/touren/kungsleden/03_etappe/","section":"Touren","summary":"","title":"Etappe 3 – Jäkkvikk nach Kvikkjokk","type":"touren"},{"content":" Markus Diese Etappe führt von Kvikkjokk nach Saltoluokta. Eigentlich dachte ich, dass dies die langweiligste Etappe sei, aber rückblickend betrachtet war sie ganz schön ereignisreich. Frisch machen # Die letzten fast zwei Wochen waren sehr ereignisreich, aber auch sehr anstrengend für meinen Körper. Ich hatte mehrmals überlegt, die Reise vorzeitig abzubrechen, aber mich schlussendlich dazu entschlossen einen Ruhetag einzulegen. Eigentlich hatte ich mir ursprünglich vorgenommen, den Kungsleden ohne dedizierten Ruhetag zu machen, aber das schien mir nicht mehr sehr realistisch.\nIn Kvikkjokk gab es immerhin eine \u0026ldquo;Mountain\u0026rdquo; Station, welche richtiges Essen servierte und auch andere Annehmlichkeiten wie Dusche und Waschmaschine bereithielt. Für ein Abendessen war ich zu spät (man muss das rechtzeitig anmelden, da es nur begrenzt Plätze gibt), aber ein normales Frühstück geht fast immer. So nutzte ich also den Ruhetag um mich hauptsächlich auszuruhen, meine Wäsche zu waschen und seit nun fast einer Woche mal wieder zu duschen.\nMarkus Das sollte übrigens die letzte richtige Dusche bis nach Abisko sein. Neue Bekanntschaften # Bis Kvikkjokk waren Jonn und Pelle meine regelmäßigen Begleiter. Kvikkjokk verließ ich allerdings alleine, da beide noch einen Tag länger abschalten wollten. Das hätte mir sicher auch gut getan, aber Kvikkjokk und ich sind nicht richtig warm geworden - aber ich befürchtete, dass ich, wenn ich noch länger bleiben würde, doch noch nach Hause fahren würde.\nAlso setzte ich meine Reise mit anderen neuen Begleitern fort in Richtung Norden. Der Wald hier zeigt sich in einem ganz anderen Bild, als noch ein paar Kilometer weiter südlich.\nWald bei Kvikkjokk 1 Wald bei Kvikkjokk 2 Kurze Pause. Interessante Wolkenspiegelung im See Während des Tages wurde mir klar, dass die Schlafplatzwahl etwas schwierig wird, aber mit Blick auf die Karte sollte ich bald einen geeigneten Schlafplatz erreichen. Kurz zuvor möchte ich euch aber an einem - meiner Meinung nach witzigen - Moment teilhaben lassen.\nYour browser cannot play this video. Download video.\nSchöne Aussicht + Krückstöcke Nach den Strapazen erreichte ich dann eine gute dreiviertel Stunde später meinen Lagerplatz.\nYour browser cannot play this video. Download video.\nLagerplatz und schöne Aussicht Emil müde im Zelt Markus So sieht der typische Tagesablauf unterwegs aus: 08:00 Aufstehen 10:00 Loslaufen 18:30 Am Lagerplatz ankommen 19:00 Uhr Zelt aufgebaut 21:00 Satt im Zelt liegen Das Ruderboot # Nachdem gestern relativ ereignislos war, sollte es heute das erste Mal soweit sein: Rudern.\nEmil Wir erinnern uns: Nach Jäkkvikk wurde schonmal gerudert. Damals hatte Markus das aber an Captain Pelle abgegeben. Ich hatte kurz vorm Boot einen Wanderer getroffen, der mir sagte, dass man problemlos rudern kann, das Wasser sei schön ruhig. Und ich hatte wirklich Glück. Es waren genügend Boote auf meiner Seite. Aber, was ich nicht wusste: man sieht das andere Uferende nicht. Die Entfernung ist ca. 1 Kilometer und man muss etwas schräg rudern. Es sind Schilder aufgestellt, die das alle erklären, aber mir war nicht besonders wohl dabei. Es nutzte aber alles nichts, also wurde auf die andere Seite gerudert.\nSee der bezwungen werden muss Wenn man genau hinguckt, sieht man rechts im Bild am Ufer einen weißen Punkt. Das ist eine weiße rechteckige Markierung auf die man zurudert. Ganz weit rechts (nicht im Bild) war der Startpunkt. Allerdings sieht man die weiße Markierung nicht, sondern man rudert zuerst auf eine andere Markierung zu.\nEmily # Auf der anderen Seite angekommen (nach über einer Stunde für einen Kilometer), war ich sehr erleichtert. Dort wartete auch schon eine Wanderin. Später stellte sich heraus, sie heißt Emily und ist aus Deutschland. Sie bereist gerade Europa. Wir tauschten uns noch etwas aus, sie wartet noch auf einen weiteren Wanderer, da sie nicht alleine über den See möchte. Diese Begegnung war für mich eher alltäglich, sie soll aber am Ende meiner Reise noch einmal interessant werden. Das ist insbesondere kurios, da Emily ja nach Süden läuft.\nAktse # Aktse selbst war, ehrlich gesagt, kein Ort, in dem ich gerne länger geblieben wäre. Es war bis hierhin die überlaufenste STF Station. Generell überfüllt, laut, irgendwo lief sogar Musik aus einem Lautsprecher. Alles, was man als Liebhaber der Natur nicht möchte.\nZeltplätze bei Aktse Allerdings hatte ich hier auch eine ziemlich coole Begegnung mit dem Hüttenwirt.\nDer STF-Shop war eigentlich schon geschlossen, als ich ankam. Er stand mit ein paar anderen Leuten zusammen und redete. Trotzdem konnte ich noch schnell ein paar Dinge kaufen. Wie üblich: Snickers \u0026amp; eine kalte Cola.\nEmil Ich habe natürlich nichts vom Snickers abbekommen. Markus Die STF-Shops haben eigentlich geregelte Öffnungszeiten. Allerdings nehmen das manche Hüttenwirte nicht so genau. Nachdem ich und die anderen Wanderer bewirtet waren, hat er sich selbst etwas gekocht: Tortellini mit Tomatensauce. Wir kamen ins Gespräch, während er aß. Und dann, mitten im Satz, hielt er mir einfach seinen Löffel hin und fragte, ob ich auch wollte.\nInnerlich habe ich kurz gezögert, aber habe dann den Löffel genommen und gegessen. Einfach so, vom selben Löffel, mit einem wildfremden Hüttenwirt in Aktse. Tortellini mit Tomatensauce klingt erstmal langweilig, aber wenn man seit Wochen nur Snickers und Outdoornahrung isst, war das eine gelungene Abwechslung.\nMarkus So einen Moment erlebt man in der \u0026ldquo;Normalität\u0026rdquo; einfach nie. Niemand hält dir zu Hause beim Abendessen seinen Löffel hin, nur weil ihr gerade geredet habt. Auf dem Kungsleden war das plötzlich völlig normal. Ich habe mir noch ein paar Tipps zur Wasserversorgung, Zeltplatz und zum Aufstieg zum Skierffe abgeholt und machte mich dann nach einem kurzen Toilettengang weiter. Und über diesen Toilettengang müssen wir reden. Wirklich. Lasst euch das folgende Video auf der Zunge zergehen\nYour browser cannot play this video. Download video.\nKurioses unterwegs: \u0026lsquo;Wurstzange. Achso geht das?!\u0026rsquo; Emil Dass man eine Wurstzange so benutzt, war mir auch noch nicht ganz klar. Bootstransfer # Ich hatte es an anderer Stelle schonmal erwähnt: Die Schweden sind unheimlich pragmatisch. Der Trail ist super gut organisiert. Hier ein Beispiel eines Zettels im STF-Shop in Aktse:\nBeispiel des Pragmatismus. Telefonnummer für den Bootstransfer weiter nördlich (morgen) Markus Pro Tip: merkt euch die richtige Uhrzeit! Es geht um 08:00 Uhr bzw. 08:15 los. Skierffe und warum Wetter in den Bergen unberechenbar ist # Über Aktse habe ich mein Zelt aufgebaut und mein Gepäck verstaut. Mit meinem praktischen kleinen Tagesrucksack (60g) und etwas Wasser und ein paar Snickers habe ich einen Abstecher zum Skierffe - dem bekannten Aussichtspunkt über dem Rapadalen - gewagt. Vorher habe ich noch einen Blick in den Himmel gewagt um das Wetter abzuschätzen. Es war relativ windstill und gab für mich auch keinerlei Anzeichen für Sorge.\nOder anders ausgedrückt: Der Aufstieg begann harmlos. Die ersten paar Kilometer bin ich noch mit ein paar Jugendlichen gegangen, die einen alternativen Zeltplatz hatten, weshalb sich unsere Wege trennten.\nDa man nicht mehr auf dem Kungsleden ist, wird der Weg zum Skierffe auch nicht mehr klassisch mit rot- oder gelber Farbe markiert. Stattdessen sind überall kleine Steinmännchen, die den Weg zeigen sollen. Irgendwie muss ich es geschafft haben etwas vom \u0026ldquo;offiziellen\u0026rdquo; Weg abzukommen und habe mich dann in einem Steinfeld wiedergefunden. Das Schöne: Ich habe die versteckte Wasserquelle gefunden.\nMarkus Ich erinnere mich noch, als einer der Jugendlichen meinte: Du hast wahrscheinlich noch nie so sauberes und frisches Wasser in deinem Leben getrunken. Emil Witzig war auch, dass die beiden Schweizer- oder Österreicherinnen meinten, es gäbe kein Wasser auf dem Skierffe. Und du dann da jetzt Wasser direkt aus dem Boden gezapft hast. Das weniger Schöne: Der Wind hat etwas gedreht und es fing auch langsam an zu regnen. Und innerhalb weniger Minuten, stand ich inmitten einer Nebelwand. Ich habe den Moment aufgenommen:\nYour browser cannot play this video. Download video.\nNebel. Fuck. Das Ganze hat sich innerhalb weniger Minuten sehr schnell hochgeschaukelt.\n16:15 Uhr Bewölkt, aber Wetter noch gut. Your browser cannot play this video. Download video.\n16:45 Uhr Regen. Nicht so schön. Sicht noch ausreichend Also stand ich da um 17:15 Uhr mitten in einer Nebelwand. Leicht vom Weg abgekommen, da ich immer noch nicht zurück auf dem \u0026ldquo;offiziellen\u0026rdquo; Weg war. In mir stieg leichte Panik auf. Aber das bringt auch nichts mehr. Ich habe dann entschieden: Abbrechen. Zurück auf den Weg finden und dann absteigen. Nachdem der Entschluss gefasst wurde, habe ich mich nochmal neu orientiert - mit dem Handy und meiner offline Navigation. Ohne diese hätte ich den Weg nicht mehr zurück gefunden. Ich habe nichts mehr gesehen und konnte mich nicht orientieren. Dank GPS und Richtungsnadel war das aber kein Problem.\nMir sind dann noch ein Ehepaar begegnet. Beide auch klitschnass. Sie war sehr begeistert (Ironie) und von dem, wie die beiden sich gegeben haben, zu urteilen, war das wohl ihr letzter Outdoor-Urlaub. Ich war aber sehr froh, nicht mehr alleine zu sein, begann aber schnell mit dem Abstieg. Denn mittlerweile war ich richtig nass geworden (Regenhose hatte ich natürlich nicht mit) und eine Daunenjacke natürlich auch nicht. Eigentlich wollte ich meinen kleinen Rucksack zuvor noch irgendwo deponieren. Zum Glück habe ich das nicht gemacht.\nZur Einordnung: Der schnelle Abstieg hat dann noch zwei Stunden gedauert. Aber ich bin dann noch diesem netten Vogel begegnet:\nYour browser cannot play this video. Download video.\nRebhuhn. Das hat mich sehr gefreut, denn in den letzten Tagen sind mir sehr viele Rebhühner begegnet. Die sind quasi immer vor mir auf dem Weg gelaufen. Aber immer wenn ich fotografieren oder Bewegtbilder von ihnen machen wollte, waren sie weg. Deshalb war ich sehr froh, diesen kurzen Clip eingefangen zu haben.\nDer Tag war zwar immer noch jung, aber ich hatte gedacht, wenn ich früh schlafen gehe, schaffe ich vielleicht das Boot am nächsten Tag. Wecker brauchte ich nicht stellen, denn das Boot kommt erst um 09:00 Uhr. Das sollte ich schaffen.\nEmil Erm\u0026hellip; das Boot kommt um 08:00 Uhr. Hallo? Hmm\u0026hellip; der schläft ja schon. Warum kann man sich die unwichtigen Dinge merken, die wichtigen aber nicht? # Da ich gestern Abend schon um 19:00 Uhr ins \u0026ldquo;Bett\u0026rdquo; gefallen bin, war ich um 07:00 Uhr schon startklar. Das hat mich besonders gefreut, da ich circa zwei Stunden bis zum Bootstransfer brauche (09:00 Uhr) und circa eine Stunde um an den Punkt zu kommen, an dem ich das Boot rufen kann (Handyempfang).\nFrohen Mutes liefen wir los und erreichten auch gegen 08:00 Uhr den Kontaktpunkt. Glücklich schickte ich eine SMS an Lars (da der Empfang nicht gut genug für ein Telefonat schien), mit dem Hinweis, dass ich bereit bin um 09:00 Uhr abgeholt zu werden.\nHier ruft man den Bootstransfer vorher an, damit auch jemand kommt Die Antwort begeisterte mich aber nicht:\nDas Boot kommt um 08:00 Uhr\u0026hellip;\nDas war auch der Moment, an dem ich das erste Mal das Schild las und es dauerte immer noch einige Momente bis mein Verstand begriff was gerade passiert war. Schon interessant, gestern auf dem Skierffe fiel mir die Vorwahl von Schweden ein. Die habe ich mir nie aktiv gemerkt, oder mich damit beschäftigt. Irgendwie ist sie doch hängengeblieben. Und jetzt, die wichtige Information, dass das Boot um 08:00 Uhr kommt und nicht um 09:00, das konnte ich mir natürlich nicht merken. Gut, es war noch keine 08:00 Uhr, sondern 07:56. Aber 4 Minuten für eine Strecke, für die ich noch ca. 1 Stunde brauchen werde - obwohl ich hätte technisch gesehen 20 Minuten Zeit - wollte auch nicht so wirklich ankommen. Immerhin kontaktierte mich kurze Zeit später Anna und sagte, dass sie heute morgen nicht nochmal kommt, aber sie versucht so schnell wie möglich heute Nachmittag mich abzuholen. Ich bräuchte auch nicht zum Anleger kommen. Es gibt eine Hütte, da soll ich warten. Sie holt mich.\nImmerhin, muss ich nicht bis 17:00 Uhr warten, dachte ich. Nunja, umsonst beeilt. Jetzt konnte ich den Abstieg bis zum Ufer wenigstens in Ruhe angehen.\nWas ich dann auch letztlich tat. Ich habe die Strecke auf zwei Stunden ausgedehnt und mich dann in der Hütte ausgeruht.\nDort hatte Emil dann seinen ersten richtigen Fan-Moment. In der Hütte hatten zwei Wanderer geschlafen. Sie kam aus Südkorea und er aus Tschechien. Sie war sehr angetan von Emil und machte einige Fotos und Videos mit ihm. Emil hing mir von ihr noch Tage später in den Ohren.\nEmil Ja, so viel Aufmerksamkeit hast du mir noch nie geschenkt! Markus Schau mal oben in die Adressleiste. Wie heißt der Blog nochmal? Anna kam gegen halb drei und holte mich und noch ein paar Mitwanderer ab.\nDer Stein und der Regen # Markus Es ist wirklich schwer die Distanzen die überbrückt werden rüberzubringen. Aber, nachdem ich abgeholt wurde, bin ich noch 3,5h gewandert, bis ich an meinem Schlafplatz angekommen bin. Dazwischen wird gelaufen, nachgedacht, aber es passiert nicht immer unbedingt etwas. Erinnert ihr euch noch an den Beef in Kvikkjokk mit Jan und Helena und Björn? Dieses Schild ist mir in einer Schutzhütte begegnet. Ich musste leicht schmunzeln. Hier war schon ein Schild. Man. Man. Man Der Tag neigte sich langsam dem Ende zu und ich würde es heute nicht mehr nach Saltoluokta schaffen und wollte morgen auch nicht direkt da sein. Als ich dann DEN STEIN sah und nur noch circa 8 Kilometer bis Saltoluokta zu gehen hatte, beschloss ich hier mein Nachtlager aufzuschlagen.\nWahrscheinlich paranoid, aber schön geschützt. Für mich war der Platz eigentlich perfekt – guter Schutz vor dem Wind. Nur der Boden war hart, und mein Zelt stand in einer kleinen Kuhle. Eigentlich kein Problem, aber irgendwann fing es richtig an zu regnen. Und das Wasser drohte unter mein Zelt zu fließen. Das fand ich nicht so gut, weil ich nicht im Wasser liegen wollte.\nDa kam mir eine \u0026ldquo;gute\u0026rdquo; Idee. Ich hab mit meiner Schaufel den Boden an einer Seite des Zelts etwas aufgelockert, damit das Wasser besser absickern konnte.\nUnd wer hätte es gedacht: Es hat wirklich funktioniert. Unter der Erde sind meistens nämlich größere Steine (man sieht das auf fast jedem Bild) und da kann das Wasser natürlich super eindringen.\nIch war über diese banale Idee wirklich sehr stolz.\nSaltoluokta # Was mich bis jetzt etwas verwunderte: Wo sind eigentlich Pelle und Jonn? Ich war nicht besonders schnell unterwegs und einer oder beide hätten mich schon längst einholen sollen.\nMit diesen Gedanken lief ich den Rest des Wegs bis nach Saltoluokta. Ich war wirklich sehr gespannt auf diesen Ort. Jonn hatte mir zuvor erzählt, dass dies seine Lieblings-Fjällstation ist und ich plante hier einen weiteren Ruhetag ein.\nWeg nach Saltoluokta Blick auf See bei Saltoluokta Markus Von Pelle und Jonn war noch immer nichts zu sehen. Sie hätten mich eigentlich schon längst einholen müssen. Ich war mir aber sicher: spätestens morgen würde ich beide wiedersehen. Was mich in Saltoluokta noch erwartet hat und wie es auf der letzten, längsten Etappe nach Abisko weiterging, erzähle ich in der 5. Etappe.\n","date":"17 Juli 2024","externalUrl":null,"permalink":"/touren/kungsleden/04_etappe/","section":"Touren","summary":"","title":"Etappe 4 – Kvikkjokk nach Saltoluokta","type":"touren"},{"content":" Markus Die letzte Etappe: Von Vakkotavare nach Abisko. Begleitet mich auf meiner bis jetzt längsten Etappe. Saltoluokta # In Saltoluokta habe ich mir einen weiteren Ruhetag gegönnt. Bevor es also auf meine letzte große Etappe - von Vakkotavare nach Abisko - geht, heißt es erstmal: Entspannen und Ausruhen. Das Wetter war mittlerweile prima und das Wasser hatte eine angenehmere Temperatur, weshalb ich keine Dusche und auch keine Waschmaschine in Anspruch genommen habe, sondern im See gebadet und meine Klamotten gewaschen habe.\nMarkus Saltoluokta konnte ich allgemein besser genießen, da ich seit Kvikkjokk viel nachdenken konnte. Unterwegs war ich ziemlich genervt und gereizt, ohne genau zu wissen warum, bis mir klar wurde, dass mein unbewusstes Ziel war: den Kungsleden in unter 19 Tagen zu schaffen. Das beißt sich aber mit dem Ziel, bewusst Geschwindigkeit rauszunehmen und die Zeit zu genießen. Es hat etwas gedauert, bis ich diesen Zielkonflikt innerlich auflösen konnte, aber hier in Saltoluokta war ich zufrieden mit dieser Entscheidung. Ich weiß nicht wie, aber Jonn war schon vor mir hier angekommen. Eigentlich wollte er auch auf den Skierffe und ich war mir ziemlich sicher, dass ich vor ihm hier sein würde. Wie dem auch sei, er war gerade in mitten einer Vorbereitung für einen kleinen Vortrag, den er anderen Wanderern halten wollte. Ich habe ihm noch kurz dabei geholfen. Leider war der Vortrag ausgerechnet in \u0026ldquo;meiner\u0026rdquo; Essenszeit, weshalb ich ihn verpasste. Immerhin hatte Pelle die Gelegenheit das Ende mitzuerleben, denn er traf ein, während ich aß.\nInsgesamt hatte Jonn auch nicht zu viel versprochen. Saltoluokta war zwar auch sehr überlaufen, aber es fühlte sich dörflich an, und die Nähe zum See und der umgebende Wald, machten es zu meiner Lieblings-Fjällstation. Allerdings sind Menschen dumm und das äußerte sich in Saltoluokta darin, dass überall kleine Nahrungsreste in das Gebüsch geschüttet wurden: Kekse, Müsli, usw. Das lockte natürlich Ameisen an. Und zwar Milliarden. Es gab über 10 riesige Ameisenkolonien und auf jedem Zeltplatz gab es eine Ameisenstraße.\nAmeisenhaufen Auch für neues Essen war gesorgt, der STF-Shop war super ausgestattet. Hier konnte man wirklich alles kaufen.\nSTF-Shop Ich bin gegen Mittag angekommen und habe beschlossen das Boot am nächsten Tag gegen 16:00 Uhr zu nehmen. Das verschaffte mir über 24h Zeit zum Ausruhen. Deshalb entschied ich mich auch ein Abendessen zu buchen (wir erinnern uns: in Kvikkjokk war ausgebucht). Und ich kann dies jedem nur empfehlen, denn es ist Tradition, dass man mit wildfremden Menschen an einen größeren Tisch gesetzt wird. Dadurch lernt man viele neue Menschen und Geschichten kennen. Geschichten und Menschen, die man sonst nicht erleben würde.\nIch muss gestehen, in Saltoluokta bin ich zu einem kleinen Verbrecher mutiert. Beim Essen gab es nämlich die Möglichkeit Waffeln mit so einer heißen Beerensoße zu essen. Dazu noch schön viel Sahne. Ein Träumchen. Was mir nicht bewusst war, man muss die Waffeln extra kaufen. Das habe ich aber erst nachher erfahren, als ich schon weg war. Ich hatte mich schon gewundert, warum so wenig Leute Waffeln gegessen haben. Upsie.\nZusätzlich gibt es in Saltoluokta eine Bücherbox. Dort kann man Bücher ausleihen, lesen und später wieder zurückbringen. Es gab einige wenige in Englisch, die anderen waren in mir nicht bekannten Sprachen, geschrieben. Da drückte mir Mr. Orange ein Buch in die Hand: Der Pferdepflüsterer. Nicht unbedingt meine erste Wahl, aber ich habe etwas gesucht um mir die lange Zugfahrt von Abisko bis Stockholm (14h) zu vertreiben, also nahm ich es entgegen.\nMarkus Hier habe ich mich das erste Mal mit meiner Rückfahrt auseinandergesetzt. Da ich noch nicht wusste ob ich den Abstecher zum Kebnekaise noch mache, habe ich aber noch nichts festgemacht. An einem der nächsten Tage wurde mir dann bewusst, dass ich das Buch eigentlich nicht hätte mitnehmen können. Als ich Mr. Orange darauf ansprach meinte er: Naja, ich hab dir das Buch ja gegeben, dementsprechend bin ich der Dieb. Upsie. Die Zweite.\nMarkus Als \u0026ldquo;Ausgleich\u0026rdquo; habe ich das Buch in so einer alten Buch-Telefonzelle abgegeben. Vielleicht hat noch jemand Spaß an dem Buch. Der Ruhetag ging schneller um als gedacht, und so heißt es Abschied nehmen von Saltoluokta.\nJonn ist heute morgen mit dem ersten Boot los, da er die 30km, die ich mit dem Bus fahren werde, laufen wollte. Ich hatte auch sehr lange mit mir gehadert auch zu laufen. Denn wer mich kennt, weiß, dass Busfahren nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen gehört. Aber 30km über Asphalt. Nein Danke. Beim nächsten Mal vielleicht.\nIch habe mich noch von Pelle und den Jugendlichen vom Skierffe verabschiedet und so ging es mit Mr. und Mrs. Orange und anderen neuen Bekanntschaften erst mit dem Boot auf die andere Seite und dann mit dem Bus nach Vakkotavare. Und: Busfahren war überraschend angenehm. Besser organisiert, klimatisiert, freundlich, relativ günstig und vor allem pünktlicher als so manche Fahrt zu Hause.\nDer Anstieg # Von Vakkotavare aus ging es dann direkt steil bergauf. An manchen Stellen war es so steil, dass ich auf allen vieren gekrochen bin, um vorwärts zu kommen. Ich war heilfroh, dass ich hier nicht absteigen musste, sondern hochkriechen konnte.\nIch liebe fließendes Wasser Blick in Richtung Saltoluokta. Das Windkraftwerk konnte man von dort auch sehen. Auf dem Weg hierhin hat der Bus Jonn überholt. Cool war, dass er anhalten wollte um ihn mitzunehmen. Jonn hat abgewunken. Allerdings habe ich mich gefragt: Ob er mich wohl einholen wird.\nLecker Chips # Seit Ammarnäs frühstücke ich eigentlich nicht mehr im klassischen Sinne. Es hat sich herausgestellt, dass ich für klassisches Müsli im Zelt zu ungeduldig bin, bzw. es mir zu aufwändig wurde. Im Zelt mit Wasser panschen, dann alles sauber machen, usw. Deshalb esse ich seitdem nur noch Riegel, wie Snickers oder Oreo-Kekse. Heute morgen waren es salzige Kartoffel-Chips, die ich gestern in Saltoluokta mitgenommen habe.\nMein Frühstück - die Chips - lagen also in der Nähe meines Rucksacks, und ich war damit beschäftigt mein Lager abzubauen um bald loszulaufen. Und wie ich mit den Zeltstangen beschäftigt war, sah ich jemanden auf mich zukommen. Die Statur, die Bewegung und dieses orange kannte ich. Ganz klar, das war Jonn.\nEr kam zu mir rüber, wir grinsten und er hat sich erst einmal an meinen Chips bedient. Dann sind wir einfach gemeinsam weitergelaufen. Als ob wir uns schon Jahrzehnte kennen würden.\nTeusajaure # Am Teusajaure mussten wir übersetzen. Entweder selbst rudern (kennen wir ja schon) oder man ruft ein kleines Motorboot. Das wird vom STF betrieben und hat klare Uhrzeiten.\nLeider haben wir das erste Boot verpasst und mussten jetzt bis ca. 15 Uhr warten. Wir hätten rudern können, aber der Fluss war so reißend, dass ich mir das nicht zutraute. Ein Vater mit seiner Frau und zwei Töchtern ist mehrere Hundert Meter abgetrieben. Es mussten dann mehrere Leute kommen und das Boot zurück am Ufer entlang tragen.\nEinige versuchten es trotzdem. Es ging immer gut, aber für mich als Ruderanfänger war das definitiv zu riskant.\nUnd so gab es zwei Gruppen: Die eine Gruppe, die wartete auf das \u0026ldquo;rettende\u0026rdquo; Boot und die andere, die einfach ruderte. Mr. und Mrs. Orange, Jonn, ich und andere gehörten zu denen die warteten. Und so vergingen die Stunden und irgendwann war eine weitere Gruppe bereit es zu wagen und war noch auf der Suche nach einem weiteren Ruderer und fragte: \u0026ldquo;Will jemand rüber? Wir brauchen noch einen Ruderer\u0026rdquo;.\nUnd da kam Pelle den Hang heruntergelaufen und in aller Selbstverständlichkeit: \u0026ldquo;Ich will mit\u0026rdquo;. Ein Mann, ein Wort und so wurde es gemacht. Ich komme bis heute nicht ganz darüber hinweg: Er ist einfach eingestiegen und rübergepaddelt. Als wäre nichts gewesen. Die Strömung war zu dem Zeitpunkt zwar schon etwas schwächer, aber immer noch nicht ideal.\nIrgendwann kam dann das Motorboot und setzte die \u0026ldquo;gestrandeten\u0026rdquo; über.\nMarkus Das war übrigens der Moment, an dem ich Pelle das letzte Mal gesehen habe. Am anderen Uferende, konnte ich sein Zelt noch sehen. Ich hätte mich gerne richtig von ihm verabschiedet. Danke Pelle, für die coolen Momente. Kaitumjaure # Durch die Flussüberquerung und die Probleme die damit einhergingen, sammelten sich dort natürlich einige Wanderer. Das hatte zur Folge, dass sich mehrere Trauben von Bekanntschaften bildeten und so ging unsere Traube, bestehend aus: Mr. und Mrs. Orange, Jonn, Thomas, ich und ein neues Gesicht geschlossen dem Ziel Abisko immer näher. Der Tag sollte uns heute bis nach Kaitumjaure bringen.\nIn Kaitumjaure hat Jonn noch einen Freund getroffen und mich eingeladen. Beide machten gerade eine Ausbildung zum Mountain-Guide. Das Interessante daran: der Kollege von Jonn begleitete einen blinden Wanderer, damit dieser den Kungsleden laufen kann. Sie laufen aktuell nicht den ganzen Weg am Stück, aber über die Jahre will er den ganzen Weg laufen. Auf einer der offiziellen Seiten zum Kungsleden prangt das Motto: \u0026ldquo;Jeder kann den Kungsleden laufen\u0026rdquo;. Dieses Erlebnis passt ganz gut zu diesem Motto.\nMarkus Dies war auch der Moment, als mir klar wurde: Abisko ist in greifbare Nähe gerückt. Von hier aus sind es noch circa 3-4 Tage bis zum Ende des Kungsleden. Mordor # Am nächsten Morgen war Jonn bereits aufgebrochen - wie immer. Aber einige Kilometer weiter musste ich schmunzeln. Über die letzten Wochen wurde immer wieder gewitzelt, dass man \u0026ldquo;Herr der Ringe\u0026rdquo; auch problemlos hier oben in Schweden, hätte drehen können.\nIrgendwann stand dann tatsächlich ein Schild am Wegesrand mit der Aufschrift \u0026ldquo;Mordor\u0026rdquo;.\nYour browser cannot play this video. Download video.\nSchild: Mordor. Dafür haben wir keine Zeit. Da wir weder einen Ring tragen, noch die Zeit für einen solchen Umweg haben, sind Emil und ich weiter nach Abisko gezogen.\nWegkreuzung: Singi # Und so treffen wir irgendwann an der STF-Hütte Singi ein. Eine sehr schöne Hütte, da sie von viel Wasser und kleinen Rinnsalen umflossen wird. Hier kann man sich dann auch entscheiden ob man nach Osten in Richtung Nikkaluokta und somit den Kebnekaise abbiegt, oder doch den Kungsleden nördlich nach Abisko folgt.\nIch wusste, dass Pelle und Jonn nach Kebnekaise gehen werden. Wenn ich also beide noch einmal wiedersehen möchte, wäre Osten die richtige Antwort gewesen. Allerdings war ich energetisch ziemlich am Limit - ob das jetzt eher mental oder körperlich war, weiß ich bis heute nicht genau. Ich wollte in dem Moment einfach kein zusätzliches Commitment mehr eingehen und habe mich entschieden nach Norden zu laufen. Das bedeutete aber auch, dass ich Jonn und Pelle sehr wahrscheinlich nicht mehr wiedersehen werde.\nMarkus Im Rückblick war das eine ziemlich dumme Entscheidung. Ich hatte theoretisch unendlich viel Zeit. Heute würde ich wahrscheinlich anders entscheiden. Die letzten Meter bis nach Abiskojaure # Und so kam es, dass ich die letzten verbleibenden Tage bewusst in den Tageskilometern reduzierte, um es noch etwas in die Länge zu ziehen – bis ich am Ende in Abiskojaure ankam.\nGenerell kann man sagen, dass dieser nördliche Teil wesentlich mehr Wanderer zu bieten hat und für meinen Geschmack etwas zu überlaufen wirkte. Hier war es wirklich nur noch \u0026ldquo;das Ding nach Hause bringen\u0026rdquo; und deshalb teile ich ein paar meiner Lieblingsbilder dieser letzten paar Tage.\nHandy-Empfangs-Motten von Abiskojaure # Previous Next Abiskojaure liegt im Abisko Nationalpark und dort ist das Wildcampen nur an den freigegebenen Orten erlaubt. Einer dieser Orte ist die STF Abiskojaure.\nDies sollte also unsere letzte Nacht auf dem Kungsleden sein und so versammelten wir uns alle ein letztes Mal gemeinsam um am nächsten Morgen die letzten Kilometer (ca. 8) nach Abisko zu laufen.\nEmil Das heißt, Markus ist bis jetzt ca. 440km zu Fuß gelaufen. Krass! Eine lustige Anekdote möchte ich aber noch loswerden, bevor das Kapitel Abiskojaure zu Ende geht: Auf dieser Etappe des Kungsleden gibt es quasi absolut kein Empfang. Irgendwann südlich von Abisko reißt er irgendwann ab. Allerdings wurde uns von einem Hüttenwart erzählt, dass man den Berg hinauf wohl Empfang hat. Also haben wir Wanderer versucht den Ort zu finden. Mir gelang es, und zwar war es ein größerer Stein, auf den ich mich hochhievte und dann den Flugmodus ausschaltete. Und tatsächlich: ein Balken. Besser als nichts. Es war wahrscheinlich nur ein halber, aber es hat gereicht um Nachrichten zu versenden. Natürlich waren meine Mitwanderer neidisch, aber sie hatten keinen Empfang und so drängelten sich alle auf den Stein, die Handys in die Höhe haltend, in der Hoffnung die ein oder andere Nachricht kommt durch. Quasi wie so Empfangsmotten, auf der Suche nach Empfang. Es war herrlich.\nAber es markierte auch das Ende einer langen Reise.\nDie letzten Kilometer bis nach Abisko # Der nächste Tag begann mit schlechtem Wetter: Regen. Bis hierhin, hatte ich eigentlich immer Glück mit dem Wetter. Wenn es regnete, war ich meistens schon oder noch im Zelt, oder es war kein richtiger Regen. Ich bin also - bis auf dem Skierffe - nicht ein einziges mal so richtig nass geworden auf dieser Tour.\nMan hätte das Wetter ausharren können, aber ich wollte von unserer Gruppe der erste sein, der in Abisko ankommt. Schon alleine deshalb, weil ich mir ein Einzelzimmer im lokalen Airbnb buchen wollte und diese Idee hatte sich wie ein Lauffeuer verbreitet. Also bin ich noch vor dem Regen aus dem Zelt gekrochen und dann in strömenden Regen nach Abisko gehetzt.\nUnterwegs war ich so nass, dass ich nach dem Regen (es hat nur ca. 45 Minuten geregnet) erst einmal meine Schuhe ausschütten und meine Socken trocknen musste. Auf den letzten Metern rasten meine Gedanken. Und ein absurder Gedanke war, was mache ich eigentlich mit meinen Vintage-Wanderholzstöcken in Abisko? Also entschied ich diese zurückzulassen, obwohl sie mir über mehrere Wochen sehr gute Dienste erwiesen. Aber die letzten Schritte musste ich alleine tätigen. Es war merkwürdig, aber auch befreiend. Und so erreichte ich schlussendlich den bekannten Torbogen von Abisko.\nEs war geschafft! 450km. Zu Fuß. Alleine. Durch die schwedische Wildnis.\nIch war zufrieden.\nIch, nachdem ich 450km durch die schwedische Wildnis gelaufen bin Der berühmte Torbogen in Abisko Your browser cannot play this video. Download video.\nKungsleden. Von Hemavan bis Abisko. Ein Reisebericht von emiloutdoors.de. Danke, dass du dabei warst. Das Video ist von Thomas aus Freiburg. Danke :)\nVeränderung auf der Reise # Mein Freund Flo hatte vor der Reise die Idee, ich könne doch jeden Tag ein Bild machen und am Ende eine Kollage. Eigentlich gar keine dumme Idee. Die Idee war ursprünglich, jeden Tag VOR dem loslaufen ein Selfie zu machen. Leider hat das nicht immer geklappt, aber es war zumindest jeden Tag ein Bild.\nDas Ergebnis, seht ihr hier:\nEmil Wieso bin ich eigentlich auf keinem einzigen Selfie mit drauf? Abschließende Worte # Markus Damit endet der Kungsleden nach 450 Kilometern, 5 Etappen und vielen Begegnungen für mich und Emil nach 22 Tagen. Was von dieser Reise geblieben ist, und was mich rückblickend am meisten beschäftigt hat, das habe ich in einem eigenen Fazit versucht niederzuschreiben. Und falls ihr wissen wollt, was die häufigsten Fragen sind, seit ich zurück bin – dafür gibt\u0026rsquo;s die FAQ. Emil Und ich? Mir hat es auch sehr gut gefallen. Ich hätte mir aber gewünscht, öfters auch mal rausgucken zu dürfen. Fast 450 Kilometer eingesperrt im Rucksack, das muss man mögen. ","date":"21 Juli 2024","externalUrl":null,"permalink":"/touren/kungsleden/05_etappe/","section":"Touren","summary":"","title":"Etappe 5 – Vakkotavare nach Abisko","type":"touren"},{"content":" Markus Nach mehreren Wochen auf dem Kungsleden stellt sich natürlich die Frage: Was bleibt eigentlich hängen?\nAusrüstung? Landschaft? Fehler? Begegnungen?\nIrgendwie ein bisschen von allem, aber das, was sich wirklich eingebrannt hat, hat mich überrascht!\nJeder, wirklich jeder, hat mich nach meiner Reise gefragt:\nUnd? Was war dein schönster Moment?\nMan erwartet darauf vermutlich eine klassische Antwort. Dieser eine Ausblick. Dieses eine Tier. Dieser eine See. Irgendein Moment, der auf einem Foto gut aussieht.\nAnfänglich habe ich immer erzählt: Man soll sich vorstellen, seinen Rucksack an einem beliebigen Hauptbahnhof abzustellen, sein Handy an einer offenen Steckdose zu laden und dann für ein paar Stunden durch die Stadt zu laufen.\nMit sehr hoher Wahrscheinlichkeit wäre danach mindestens irgendetwas weg.\nAuf dem Kungsleden wird genau das gemacht.\nAn den Haupt-Resupply-Punkten lagen die elektrischen Geräte an den Steckdosen wie Jungtiere an der Milchbar, um noch die letzten Prozente des Akkus schnell wieder aufzuladen. Die Rucksäcke stehen draußen frei herum, die Zelte sind nicht abgeschlossen. Und trotzdem hatte ich nie das Gefühl, dass ich mir darum ernsthaft Sorgen machen musste.\nEmil Wie denn auch, wenn du die Hälfte in Unterwäsche rumlaufen siehst! Als ich anfing, diese Zeilen zu schreiben, wurde mir aber noch etwas anderes bewusst:\nIch kann mich an fast jede Begegnung mit einem anderen Menschen erinnern.\nOb ich mit ihnen geredet habe oder nicht. Ich weiß noch genau, wann und wo sie mir begegnet sind.\nUnd das ist doch total verrückt. Das Ganze ist jetzt zwei Jahre her.\nWie oft begegnen wir im Alltag anderen Menschen? Sogar Freunden? Und trotzdem verschwimmen diese Begegnungen oft sofort wieder.\nAber auf dem Kungsleden, fast zwei Jahre später, weiß ich noch immer, wann ich Pelle wiedergetroffen habe. Ich weiß auch noch, dass uns kurz danach ein Wanderer mit einem kleinen Hund entgegenkam.\nEs gab also nicht den einen Ausblick oder den schönsten Moment.\nEs gab viele Erkenntnisse, unter anderem, dass Menschen unter den richtigen Umständen ziemlich kooperativ, hilfsbereit und vertrauenswürdig sein können. Und das zu erfahren war schön. Auch, dass jeder, den man unterwegs trifft, das gleiche Ziel verfolgt. So etwas erlebt man im Alltag so gut wie nie!\nDeshalb würde ich sagen, auch wenn es etwas abgedroschen klingt: Die Reise im Allgemeinen ist es, um die es geht und ging, oder um es mit den Worten anderer auszudrücken: Der Weg ist das Ziel\nMarkus Nach der doch relativ neuen Erkenntnis, dass die Begegnung mit Menschen einen Großteil meiner positiven Erfahrung ausmacht, bin ich allerdings etwas nervös, ob der Nordkalottleden wirklich die richtige Wahl für mein nächstes Abenteuer war. Habt ihr noch weitere Fragen? Dann schaut doch im Artikel Die am häufigsten gestellten Fragen vorbei.\n","date":"1 Juni 2026","externalUrl":null,"permalink":"/touren/kungsleden/09_fazit/","section":"Touren","summary":"","title":"Fazit - Was vom Kungsleden geblieben ist","type":"touren"},{"content":" Markus Nach dem Fazit blieben bei mir noch ein paar Fragen offen. Genauer gesagt: die Fragen, die mir seit der Tour am häufigsten gestellt wurden. Hier also der Versuch einer ehrlichen Antwort. Wie fühlst du dich jetzt (direkt danach)? # Auf den letzten Metern gehen einem so etliche Gedanken durch den Kopf. Einige sind eher absurd: wo entsorge ich denn meine Wanderstöcke. Andere etwas nachvollziehbarer: was werde ich fühlen, oder wie wird es mir danach gehen?\nMan muss sich nicht vorstellen, dass mich Gefühle oder Emotionen geflutet haben. Im Gegenteil, es herrschte eine innere Ruhe und auch Erleichterung. Ich war froh und auch ein bisschen stolz darauf, dieses Abenteuer aus eigener Kraft gemeistert zu haben, und ich war erleichtert, weil es jetzt vorbei ist.\nAm besten fasst dieses Bild zusammen, wie ich mich gefühlt habe. Es ist direkt, nachdem ich durch den berühmten Torbogen des Kungsleden in Abisko gelaufen bin, entstanden.\nErleichterung: Für andere ist es der Anfang. Für mich das Ende einer langen Reise. Wie fühlst du dich jetzt (Rückblick)? # Zwei Jahre nach der Tour vermisse ich die Zeit auf dem Trail. Das ist auch der Grund, warum es mich dieses Jahr wieder zurück nach Schweden zieht. Diesmal soll es der Nordkalottleden werden, welcher als nächster Schritt in Richtung Gröna Bandet dienen soll.\nWürdest du es nochmal machen? # Diese Frage wurde mir wirklich oft gestellt. Gerade von anderen Wanderern unmittelbar nach der Tour. Die Antwort war meistens ein klares Nein, mit dem Zusatz, dass es in irgendeiner Zukunft ein neues, langes Abenteuer geben wird, oder dass man den Kungsleden in einer anderen Variation noch einmal läuft.\nWas war dein Höhepunkt? # Die ehrliche Antwort steht schon im Fazit: nicht ein Ausblick oder Moment, sondern die Begegnungen mit den Menschen.\nIch möchte mich auf keinen einzelnen Moment festlegen. Jede Etappe und jeder Tag hatte seinen Höhepunkt. Aber die folgenden Erlebnisse gehören zu meinen schönsten:\nder Beginn meiner zweiten Etappe von Ammarnäs, und die Erfahrungen am und um den \u0026ldquo;Misery Mountain\u0026rdquo; wo ich den Boden aufgelockert habe, damit das Wasser ablaufen kann (Etappe 4) Begegnung mit Hüttenwirt in Aktse, sowie die Erlebnisse des Nebels am Skierffe dass ich diese Reise zwar alleine begonnen habe, aber mich Pelle, Jonn, Thomas, Mr. und Mrs. Orange und noch viele andere teilweise oder bis zum Ende begleitet haben Was war dein Tiefpunkt? # Einen richtigen Tiefpunkt gab es nicht wirklich. Emotional ist eine solche Tour natürlich ein auf und ab der Gefühle. Allerdings hatte ich keinen richtigen emotionalen Tiefpunkt. Lediglich Sorge darüber, ob mein Körper die Belastung standhält und Überlegungen deshalb doch früher auszusteigen und nach Hause zu fahren.\nWenn ich aber einen Tiefpunkt benennen müsste, dann fallen mir zwei ein:\ndefinitiv die Übernachtung in der Hütte von Sjnulttje emotionaler Tiefpunkt, als ich lethargisch 10 Minuten Mücken getötet habe Emil Mein persönlicher Tiefpunkt war, als du nach Etappe 1 ernsthaft in Erwägung gezogen hast, mich mit der Post nach hause zu schicken! Ich bin immer noch entsetzt! Hattest du jemals Angst? # Ja. Genau einmal, richtig.\nUnd zwar beim Aufstieg zum Skierffe als ich auf einmal in einer Nebelwand stand und kurz zuvor vom Weg abgekommen bin. Dabei war mir noch kalt, da ich nass geworden bin. Als ich dann nichts mehr sehen konnte, wurde ich leicht panisch. Zum Glück hatte ich noch genügend Akku und konnte mich über GPS orientieren. Allerdings habe ich dann den Abstieg begonnen, um mich nicht unnötig in Gefahr zu bringen. Wahrscheinlich habe ich die Situation überbewertet und es war halb so wild.\nWas hat dich am meisten überrascht? # Wie viel Vertrauen unter Wanderern selbstverständlich ist. Rucksäcke, Handys, Zelte – alles liegt offen herum, und niemand macht sich ernsthaft Sorgen.\nBesonders überrascht hat mich, wie schnell man sich an den Touralltag gewöhnt hat. Im Prinzip ist man bereits nach der zweiten Nacht im Rhythmus.\nWürdest du wieder allein losgehen? # Warum nicht? Ich hab doch Emil!\nEmil 🥲 Was vermisst du am meisten – und was überhaupt nicht? # Ich vermisse am meisten, die \u0026ldquo;Unendlichkeit\u0026rdquo; des Trails in seiner Einfachheit auf der einen und seiner Komplexität auf der anderen Seite. Instinkte, Intuition und Entschleunigung haben keinen Platz im modernen Leben. Unterwegs sind sie überlebenswichtig. Unterwegs kann alles Unterdrückte in den Vordergrund treten und die Kontrolle übernehmen.\nWas ich überhaupt nicht vermisse sind die Mücken (-:\nWelche Erkenntnisse hast du gewonnen? # Uff, die schweren Klopper am Ende? Ich habe so viel gelernt, hauptsächlich über mich selbst, dass ich das hier nicht einfach so beantworten kann. Das Thema werde ich, wenn überhaupt, in einem eigenständigen Artikel verarbeiten.\nEmil Was ist mit der Wildbienen-Theorie im Sand? Über die wir ja nicht reden wollen? Markus 😅 Markus Falls euch noch eine Frage fehlt, die ihr schon immer stellen wolltet: schreibt mir. ","date":"1 Juni 2026","externalUrl":null,"permalink":"/touren/kungsleden/10_fragen/","section":"Touren","summary":"","title":"Fragen, die mir nach dem Kungsleden am häufigsten gestellt wurden","type":"touren"},{"content":" Weitwandern Schweden Ausrüstung Emil Outdoors Tourberichte, Ausrüstung und ehrliche Vorbereitung auf dem Weg nach Norden. Kein Profi. Kein Hochglanz. Nur draußen unterwegs. Nordkalottleden 2026 Touren ansehen Diese Seite ist noch im Aufbau. Inhalte, Struktur und Details können sich noch ändern. Was du hier findest # Touren Kungsleden, Nordkalottleden und alles, was danach kommt.\nAusrüstung Rucksäcke, Kameras, Stromversorgung, Packlisten und Ausrüstungserfahrungen.\nWissenswertes Notizen, Learnings und Grundlagen rund ums Wandern und Draußensein.\nAktuell: Nordkalottleden 2026 # Mein nächstes großes Ziel ist der südliche Teil des Nordkalottleden von Sulitjelma bis Abisko.\nUngefähr 350 Kilometer durch Norwegen und Schweden. Weniger Infrastruktur, weniger Menschen und mehr Eigenverantwortung als auf dem Kungsleden.\nFür mich ist diese Tour ein Zwischenschritt Richtung Sarek und irgendwann vielleicht Gröna Bandet.\nZur Nordkalottleden-Planung →\nWeitere aktuelle Beiträge: Essensplanung · Schuhwahl\nWer schreibt hier? # Ich bin Markus.\nUnflexibel.\nMürrisch.\nAber ich habe die Liebe zum Weitwandern für mich entdeckt.\nHier schreibe ich über Touren, Ausrüstung und Vorbereitung — ehrlich, subjektiv und ohne Anspruch auf Outdoor-Weisheit.\nGanz nach dem Motto: Kein Plan, aber Bock!\nEmil Ich bin übrigens auch dabei. Meistens unfreiwillig. Über Uns →\nDer Sonnenhut zählt nicht zum Rucksackgewicht, wenn man ihn trägt. ","date":"1 Juni 2026","externalUrl":null,"permalink":"/","section":"","summary":"","title":"","type":"page"},{"content":"","date":"1 Juni 2026","externalUrl":null,"permalink":"/tags/fernwandern/","section":"Tags","summary":"","title":"Fernwandern","type":"tags"},{"content":"","date":"1 Juni 2026","externalUrl":null,"permalink":"/tags/kungsleden/","section":"Tags","summary":"","title":"Kungsleden","type":"tags"},{"content":"","date":"1 Juni 2026","externalUrl":null,"permalink":"/series/kungsleden-2024/","section":"Series","summary":"","title":"Kungsleden 2024","type":"series"},{"content":"","date":"1 Juni 2026","externalUrl":null,"permalink":"/tags/schweden/","section":"Tags","summary":"","title":"Schweden","type":"tags"},{"content":"","date":"1 Juni 2026","externalUrl":null,"permalink":"/series/","section":"Series","summary":"","title":"Series","type":"series"},{"content":"","date":"1 Juni 2026","externalUrl":null,"permalink":"/tags/","section":"Tags","summary":"","title":"Tags","type":"tags"},{"content":"","date":"23 Mai 2026","externalUrl":null,"permalink":"/tags/nordkalottleden/","section":"Tags","summary":"","title":"Nordkalottleden","type":"tags"},{"content":"","date":"23 Mai 2026","externalUrl":null,"permalink":"/series/nordkalottleden-2026/","section":"Series","summary":"","title":"Nordkalottleden 2026","type":"series"},{"content":" Markus Auf dem Kungsleden war das Sicherheitsnetz relativ dicht: andere Wanderer, Hütten, Orte und Nachversorgung.\nAuf dem Nordkalottleden ist das anders. Ich bin allein unterwegs, die Infrastruktur ist dünner und ich rechne mit Abschnitten von bis zu zehn Tagen ohne Nachversorgung.\nDamit daraus nicht unnötig ein Problem wird, brauche ich eine einfache Sicherheitsstrategie.\nZiel der Sicherheitsstrategie # Ziel meiner Sicherheitsstrategie ist es, Gefahr für Leib und Leben abzuwenden.\nDarüber hinaus soll sie mich so lange handlungsfähig halten, bis ich die Situation selbst lösen oder kontrolliert abbrechen kann.\nIst das nicht mehr möglich, muss sie mir Optionen aufzeigen, wie ich Hilfe holen kann.\nDaraus ergeben sich für mich fünf Bausteine:\nNavigation Kommunikation Auffindbarkeit und Nachvollziehbarkeit Rettung durch andere Erste Hilfe und Reparatur Navigation # Navigation darf auf dem Nordkalottleden nicht von einem einzigen Gerät abhängen.\nMein Hauptsystem ist das Handy mit GPX-Track und Offlinekarten. Damit werde ich voraussichtlich den größten Teil der Tour navigieren.\nAls Backup habe ich Karte und Kompass dabei.\nZusätzlich können mein Garmin inReach und meine Garmin Uhr meine Position bestimmen.\nKommunikation # Auf dem Nordkalottleden werde ich außerhalb der größeren Knotenpunkte kaum Handyempfang haben.\nTrotzdem möchte ich kommunizieren können.\nIn erster Linie, um zu Hause mitzuteilen, dass es mir gut geht. Und im Notfall, um Hilfe holen zu können.\nDeshalb nehme ich auch ein Garmin inReach mit.\nDamit kann ich Nachrichten verschicken, auch wenn kein Mobilfunknetz verfügbar ist. Außerdem können Daheimgebliebene meinen Standort verfolgen, ohne dass ich ihn jedes Mal aktiv mitteilen muss.\nDas ist wichtig für Auffindbarkeit und Nachvollziehbarkeit.\nAuffindbarkeit und Nachvollziehbarkeit # Wenn ich allein unterwegs bin, möchte ich möglichst nachvollziehbar bleiben.\nZum einen trage ich mich, wenn möglich, in Hüttenlogbücher ein. Falls sich mein Plan unterwegs ändert, kann man später besser nachvollziehen, wo ich zuletzt war und in welche Richtung ich vermutlich weitergelaufen bin.\nZum anderen teile ich meine Position über das Garmin inReach. So können Familie und Freunde sehen, wo ich bin, ohne dass ich aktiv eine Nachricht schicken muss.\nWenn ich meinen Plan deutlich ändere, schreibe ich das zusätzlich kurz über das inReach. So weiß jeder zu Hause nicht nur, wo ich bin, sondern auch, ob das noch zu meinem Plan passt.\nDas reduziert das Risiko, dass zu Hause unnötig eine Rettungskette angestoßen wird.\nRettung durch andere # Da ich allein unterwegs bin, brauche ich auch zu Hause eine klare Zuständigkeit.\nEine Person bekommt deshalb vor der Tour meinen groben Plan, mögliche Ausstiegspunkte und Zugriff auf meine Garmin-inReach-Position.\nWenn ich mich über einen längeren Zeitraum nicht bewege oder mich nicht wie vereinbart einmal am Tag zu einer definierten Uhrzeit mit „Alles okay“ melde, muss klar sein, was passiert.\nIn diesem Fall wird zuerst Kontakt über das Garmin inReach aufgenommen. Sollte ich dann immer noch nicht reagieren, muss die Rettungskette von dieser Person angestoßen werden.\nErste Hilfe und Reparatur # Unterwegs kann immer etwas schiefgehen.\nUm kleinere Probleme wie Blasen, Magenprobleme, ein Loch in der Isomatte, eine kaputte Schnalle oder eine gerissene Naht selbstständig lösen oder überbrücken zu können, habe ich ein Erste-Hilfe-Set und ein Reparatur-Set dabei.\nFazit # Meine Sicherheitsstrategie ist ziemlich überschaubar.\nZusätzlich zur üblichen Ausrüstung nehme ich vor allem ein Garmin inReach sowie Karte und Kompass als Backup mit.\nDer Rest ist Verhalten: mich regelmäßig melden, Planänderungen kommunizieren, Hüttenlogbücher nutzen und kleinere Probleme möglichst selbst lösen.\n","date":"23 Mai 2026","externalUrl":null,"permalink":"/touren/nordkalottleden/sicherheit/","section":"Touren","summary":"Allein, abgelegen und lange ohne Nachversorgung: Warum ich auf dem Nordkalottleden eine einfache Sicherheitsstrategie brauche.","title":"Nordkalottleden 2026: Meine Sicherheitsstrategie","type":"touren"},{"content":"","date":"23 Mai 2026","externalUrl":null,"permalink":"/tags/planung/","section":"Tags","summary":"","title":"Planung","type":"tags"},{"content":"","date":"23 Mai 2026","externalUrl":null,"permalink":"/tags/sicherheit/","section":"Tags","summary":"","title":"Sicherheit","type":"tags"},{"content":"","date":"21 Mai 2026","externalUrl":null,"permalink":"/tags/ausr%C3%BCstung/","section":"Tags","summary":"","title":"Ausrüstung","type":"tags"},{"content":" Markus Unterwegs kann es immer zu kleineren Problemen kommen, um die ich mich kümmern muss. Das sind zum Beispiel Blasen oder kleinere Verletzungen. In diesem Artikel stelle ich meine Gedanken zum Erste-Hilfe-Set vor und wie mein Set aktuell aussieht. Was mein Erste-Hilfe-Set leisten soll # Für mich ist das Erste-Hilfe-Set in erster Linie dafür da, die realistischsten Szenarien abzudecken und dafür zu sorgen, dass ich die Tour ohne größere Probleme beenden oder gezielt abbrechen kann. Neben der Aufrechterhaltung der \u0026ldquo;Tourtauglichkeit\u0026rdquo; muss im Rettungsfall für einen stabilen Wärmehaushalt gesorgt werden. Alles andere ist für mich als Solowanderer für solche langen Touren nicht umsetzbar.\nWelche Szenarien realistisch sind # Die wesentlichen Szenarien dürften unter anderem sein:\nBlasen Schnittwunden und Reibungswunden Verstauchung Schmerzen (akut und chronisch auf langer Tour) Magen/Darm Allergische Reaktion Unterkühlung unterstützen (bis Rettung kommt oder bei sehr kalten Nächten) Was nicht realistisch selbst lösbar ist # Es wird - egal wie groß mein Erste-Hilfe-Set ist - immer Probleme geben, die ich nicht lösen kann. Diese sind unter anderem:\nBruch Schwere Krankheit Herz/Kreislauf (z.B. Herzinfarkt) Schwere Verletzung Meine Liste # Gegenstand Zweck / Einsatz 2x Desinfektionstücher Desinfektion kleiner Wunden oder Oberflächen 1x Bepanthen antiseptische Wundcreme Wundheilung und Wunddesinfektion, auch bei kleinen Verbrennungen 8x Kohletabletten Bei bestimmten Magen-Darm-Beschwerden 10x Ibuprofen 400+ Gegen Schmerzen, Entzündungen und zur Fiebersenkung 5x Antihistamin Gegen allergische Reaktionen 12x Loperamid Gegen Durchfall 3x sterile Kompressen Für größere Wunden Diverse Pflaster Für kleinere Wunden 2x Wundnahtstreifen Für tiefere Schnittwunden 5x Blasenpflaster Blasenbehandlung und Blasenprävention 1x Rettungsdecke Unterkühlung / Wärmeerhalt 1x Leucotape Fixierung von Verbänden und Blasenprävention Unbedingt auch dran denken # Ich ordne die nachfolgenden Dinge nicht meinem Erste-Hilfe-Set zu. Sie gehören bei mir zur allgemeinen Ausrüstung oder zur Versorgung (Trinken + Essen). Aber sie dürfen meiner Meinung nach nicht fehlen:\nGegenstand Warum trotzdem wichtig Elektrolyte Unterstützung des Mineralienhaushalts Pinzette Entfernung von Zecken oder Splittern Ersatzbrille / Kontaktlinsen Alternative, falls die Brille unbenutzbar wird Persönliche Medikamente Müssen individuell und in ausreichender Menge eingeplant werden Was ich bewusst nicht mitnehme # Gegenstand Warum nicht Biwaksack / Notbiwak Zelt, Schlafsack und Rettungsdecke decken diesen Bereich für mich ab Verband / elastische Binde Für einfache Fixierungen nutze ich Kleidung, Buff oder Leucotape Antibiotika Bei einem ernsthaften Infekt wäre für mich Tourabbruch angesagt Tourniquet Bewusste Risikoentscheidung; ein solcher Fall wäre ein massiver Notfall, bei dem ich improvisieren und Hilfe holen müsste Fazit # Dieses Erste-Hilfe-Set wird mich nicht in einem Notfall retten. Es hält mich aber handlungsfähig oder überbrückt die Zeit bis Hilfe kommt.\nZum Sicherheitskonzept gehört aber unbedingt auch die Frage nach: Hilfe holen. Denn das kann das Erste-Hilfe-Set alleine nicht leisten!\nMarkus Das ist MEIN Erste-Hilfe-Set, mit dem ich mich wohl fühle. Jeder hat andere Probleme, Bedürfnisse und eine individuelle Risikobereitschaft. Dazu kommt, dass ich einiges (wie z.B. Elektrolyte) durch andere Ausrüstungsgegenstände kompensiere und hier ggf. nicht aufgelistet habe. ","date":"21 Mai 2026","externalUrl":null,"permalink":"/touren/nordkalottleden/erste-hilfe-set/","section":"Touren","summary":"Mein Erste-Hilfe-Set rettet nicht die Tour. Es hält mich handlungsfähig oder überbrückt bis Hilfe kommt.","title":"Nordkalottleden 2026: Ausrüstung – Erste-Hilfe-Set","type":"touren"},{"content":" Markus Unterwegs kann ziemlich viel kaputt gehen, aber nicht alles ist kritisch. Hier stelle ich meinen aktuellen Stand und meine Überlegungen vor. Was unterwegs kaputtgehen kann # Prinzipiell kann alles kaputtgehen, das man auch dabei hat. Nicht alles, was kaputtgeht ist ein Problem.\nAllerdings gibt es einige Dinge, die nicht kaputt gehen dürfen. Das sind im Wesentlichen alle Ausrüstungsgegenstände die mit Transport, Schlafen, Wärmeerhalt und Wetterschutz zu tun haben.\nMarkus Nach meiner Erfahrung gehen Gegenstände eher am Anfang oder am Ende ihrer Lebenszeit kaputt. Deshalb nehme ich generell keine unbenutzte Ausrüstung mit. Darüber hinaus prüfe ich alle Ausrüstungsgegenstände vorher auf Unversehrtheit. Was ich wirklich reparieren können möchte # Alles, was mich daran hindert, die Tour abzuschließen oder gezielt zu beenden, möchte ich zumindest notdürftig reparieren können. Wichtig ist, dass die Grundfunktion des Gegenstandes zum größten Teil noch gegeben ist. Soll heißen: abdichten, stabilisieren, fixieren oder so lange zusammenhalten, bis ich andere Optionen habe.\nZu den Gegenständen, die unbedingt heile bleiben müssen, zählen:\nZelt (Gestänge, Außenzelt, Nähte) Isomatte (Loch, Ventil) Rucksack (Hüftgurt, Schnallen) Schuhe (Sohle, Naht) Kleidung (Reißverschluss, Membran, Naht) Was ich nicht reparieren kann # Natürlich kann ich nichts mehr reparieren, was bereits zerstört wurde oder auch unter normalen Umständen nicht mehr reparierbar wäre.\nDiese Extremereignisse mal außen vorgelassen, lassen sich die folgenden Dinge eher schwer bis gar nicht von mir unterwegs reparieren:\nProbleme mit Kocher (z.B. Gewinde zerstört) Probleme mit Gaskartusche (z.B. undicht) Defekt an jeglicher Elektronik (z.B. Mobiltelefon, Powerbank, inReach, usw.) Defekt am Schultergurt Defekt von Schnallen, für die ich keinen Ersatz dabei habe Großflächige Risse an Rucksack, Zelt, Isomatte und Schlafsack Meine Liste # Markus Das ist meine aktuelle Arbeitsliste. Sie ist noch nicht final. Reparaturhülse \u0026ndash;\u0026gt; Zelt Kabelbinder Nadel/Faden Ersatzzeltabspannseile Ersatzhering Kleine Karabiner Panzerband (ggf. durch leucotape ersetzen?!) Optional: Sekundenkleber Ersatzschnalle für Hüftgurt Rucksack Patch für Zelt + Isomatte Patch für Rucksack (Ultra 200 Material) Ersatzventil Sicherheitsnadeln Sollte auch unbedingt mit # Ich ordne die nachfolgenden Dinge nicht meinem Reparatur-Set zu. Sie gehören bei mir zur allgemeinen Ausrüstung oder zum Erste-Hilfe-Set. Aber sie dürfen meiner Meinung nach nicht fehlen:\nMesser (multifunktional): Schere, Messer, Schraubendreher, usw. Alkoholpad / Reinigungstuch Ersatzschieber für Reißverschluss Ersatzspitze für Trekkingstock (meine sind fast nagelneu, deshalb spare ich mir das) Fazit # Man sollte nicht zu viel über das Thema reparieren nachdenken: theoretisch kann alles kaputt gehen. Wenn aber ein kritischer Gegenstand an einer ungeschickten Stelle reißt - wie z.B. am Schultergurt - ist die Tour sehr wahrscheinlich vorbei.\nVielleicht bekommt man es unterwegs improvisiert geflickt, aber man kann nicht für jede Eventualität ausgestattet sein.\nUnd schlussendlich sollte man nicht vergessen, dass man selbst auch einem gewissen Verschleiß unterliegt. Deshalb sollte unbedingt auch ein entsprechendes Erste-Hilfe-Set nicht fehlen.\n","date":"21 Mai 2026","externalUrl":null,"permalink":"/touren/nordkalottleden/reparatur-set/","section":"Touren","summary":"Das Reparatur-Set ist kein Bastelkoffer. Es soll mich bis zur nächsten sinnvollen Option bringen.","title":"Nordkalottleden 2026: Ausrüstung – Reparatur-Set","type":"touren"},{"content":"","date":"16 Mai 2026","externalUrl":null,"permalink":"/tags/diy/","section":"Tags","summary":"","title":"Diy","type":"tags"},{"content":"","date":"16 Mai 2026","externalUrl":null,"permalink":"/tags/lieblingsessen/","section":"Tags","summary":"","title":"Lieblingsessen","type":"tags"},{"content":" Markus In diesem Beitrag geht es darum, wie ich meine Verpflegung für die längste Nordkalottleden-Etappe plane: grober Kalorienbedarf, Gewicht, Frühstück ohne Müsli, Trockenmahlzeiten, Snacks und die Frage, wie viel Essen ich am Ende wirklich tragen will. Emil Endlich ein Beitrag, mit dem ich was anfangen kann: Essen ❤️ Warum ich Essen überhaupt plane # Jeder, der länger mit Zelt unterwegs ist, weiß: der Körper verändert sich nach ein paar Tagen. Bei mir äußert sich das darin, dass ich bestimmte Dinge, die ich sonst kiloweise in mich reinschaufeln könnte, einfach nicht mehr mag. Darüber hinaus fange ich an, alles was nicht mit dem Vorwärtskommen (also Kilometerschrubben) zu tun hat, wegzuoptimieren. Und dazu gehört dann auch das Essen, meistens das Frühstück.\nDeshalb brauchte ich für den Nordkalottleden aus den oben genannten Gründen eine etwas andere Herangehensweise als für den Kungsleden.\nMein grober Tagesbedarf # Auf dem Kungsleden habe ich 2024 mit ca. 3000 kcal geplant und bin damit sehr gut gefahren.\nDie 3000 kcal sind jetzt kein wissenschaftlicher Wert, sondern eher grob geschätzt:\nIch bin männlich und ca. 185 cm groß. Daraus ergibt sich ein ungefährer Grundbedarf von 2000 kcal. Zuzüglich Energie für Bewegung von gut 1000 kcal Markus Aber Achtung: Bei 20+ km Tagesleistung, schwerem Rucksack, Höhenmetern und schwierigem Gelände liegt mein tatsächlicher Tagesumsatz vermutlich eher irgendwo zwischen 3500 und 4000 kcal. Die 3000 kcal sind also kein perfekter Bedarf, sondern ein Planungswert. Für ein paar Tage funktioniert das für mich. Langfristig wäre so ein Defizit aber keine gute Idee. Emil Wusstest du, dass 7000 kcal ungefähr einem Kilogramm Bauchfett entsprechen?\nKritischer Blick auf Markus\u0026rsquo; Bauch\u0026hellip; \u0026hellip; das sollte reichen.\nKalorienbedarf für 10 Tage: Die einfache Rechnung # Die längste Etappe auf dem Nordkalottleden ist mit 10 Tagen angesetzt. Daraus ergibt sich ein Kalorienbedarf:\nTage × kcal pro Tag = Gesamtbedarf\nBei 10 Tagen und 3000 kcal pro Tag ergibt das: 10 × 3,000 = 30,000 kcal\nDie 30,000 kcal müssen aber von mir getragen werden.\nDamit mein Rucksackgewicht nicht explodiert sind folgende Faktoren entscheidend:\nkcal pro 100 g (höchste Priorität) Geschmack (zweite Priorität) ggf. Volumen Den Geschmack sollte man auf gar keinen Fall vernachlässigen, da dieser unterwegs einen Motivationsschub geben kann.\nEine einfache Faustregel:\n400 kcal pro 100 g = 4 kcal pro Gramm 3000 kcal pro Tag / 4 kcal pro Gramm = 750 g Essen pro Tag Für 10 Tage wären das also grob 7,5 kg Essen.\nMarkus Das bedeutet: Je mehr kcal pro 100 g, desto leichter wird der Rucksack! Das Müsli-Frühstücks-Dilemma # Was Frühstück angeht, bin ich eigentlich sehr pragmatisch. Ich kann problemlos jeden Tag Müsli mit Milch frühstücken. Über Monate hinweg. Ohne Drama.\nAuf Tour war das deshalb lange mein Standard. Die Milch wurde dann einfach durch Milchpulver ersetzt. Allerdings habe ich auf längeren Touren gemerkt, dass ich nach ungefähr einer Woche kein Müsli mehr sehen wollte. Und was ich nicht mehr sehen will, esse ich irgendwann auch nicht mehr.\nDas hatte mehrere Gründe.\nWenn ich morgens Müsli mache und abends eine warme Trockenmahlzeit koche, dazu noch etwas Katzenwäsche und Zähneputzen einplane, steigt mein Wasserbedarf genau dann, wenn ich eigentlich am wenigsten Lust auf Wassermanagement habe: abends und morgens.\nDazu kommt: Morgens will ich meistens los. Nicht sitzen. Nicht rühren. Nicht warten. Loslaufen.\nDas Ergebnis war dann oft, dass ich statt Müsli einfach einen Riegel gegessen habe. Oder Schokolade. Meistens beim Einpacken. Und dann vergessen Zähne zu putzen, aber das ist eine andere Geschichte (-:\nMarkus Wenn das funktioniert, spare ich mir ungefähr einen Liter Wasserbedarf ein. Das klingt erstmal nicht spektakulär, macht meine Schlafplatzwahl aber deutlich flexibler, da ich nicht so sehr auf Wasserquellen angewiesen bin. Frühstück: Riegel statt Müsli # Für den Nordkalottleden möchte ich kein Müsli mehr mitnehmen, dementsprechend brauche ich eine Alternative. Dabei haben Emil und ich uns durch sämtliche Frühstücksriegel der gängigen Hersteller gefressen und übrig geblieben sind die, die mir einigermaßen geschmeckt haben.\nTabelle: Übersicht der Frühstücksriegel inklusive Kaloriendichte Marke Geschmacksrichtung Kcal / 100g Einheitsgröße in g kcal pro Riegel Hafervoll Chia \u0026amp; Pistachio 440 60 264 Hafervoll Almond \u0026amp; Raisin 453 60 271.8 Seitenbacher Extrafucht 344 50 172 Seitenbacher Reigen-Riegel 353 50 176.5 Seitenbacher Energie-Bombe 476 50 238 Seitenbacher Bergsteiger-Riegel 465 50 232.5 Seitenbacher Fitness-Riegel 424 50 212 Seitenbacher Saurer Apfel Riegel 389 50 194.5 Seitenbacher Schoko Aprikose 303 50 151.5 Daraus ergeben sich diese Erkenntnisse:\n⌀ kcal pro 100 g:\t405 kcal ⌀ kcal pro Riegel: 212 kcal ⌀ g pro Riegel: 52 g Markus 400 kcal pro 100 g ist ein guter Startwert. Mit einem normalen Müsli würde ich wahrscheinlich besser dastehen, aber wenn ich es nicht esse, bringt es mir leider nichts. Trockenmahlzeiten # Da ich die Kaloriendichte der Frühstücksriegel ermittelt habe, dachte ich mir, das mache ich mit den Trockenmahlzeiten auch. Diesmal allerdings ohne Probeessen.\nTabelle: Übersicht der Trockenmahlzeiten inklusive Kaloriendichte Hersteller Geschmacksrichtung Kcal / 100g Einheitsgröße in g kcal pro Einheit Trek\u0026#39;n Eat Nudeln in vegetarischer Bolognese 384 180 691 Trek\u0026#39;n Eat Rindfleisch Stroganoff mit Reis 419 160 670 Trek\u0026#39;n Eat Chili con Carne 361 180 650 Trek\u0026#39;n Eat Huhn in Curryreis 382 200 764 Trek\u0026#39;n Eat Nudeln mit buntem Gemüse 425 240 1020 Trek\u0026#39;n Eat Couscous mit Gemüse 350 160 560 Trek\u0026#39;n Eat Waldpilzragout mit Nudeln 384 160 614 Trek\u0026#39;n Eat Ungarntopf mit Rind und Nudeln 375 160 600 Trek\u0026#39;n Eat Kartoffeltopf mit Röstzwiebeln 412 150 618 Daraus ergeben sich diese zwei Informationen:\n⌀ kcal pro 100 g:\t388 kcal ⌀ kcal pro Packung: 685 kcal ⌀ g pro Packung: 177 g Markus 388 kcal pro 100 g ist nicht besonders gut, aber eine solide Basis. Snacks # Emil kann nicht genug von Snacks und Müsliriegel bekommen Emil Das war bisher mein Lieblingsteil der Tourvorbereitung! Die restlichen Kalorien - nach Frühstück und Mittag-/Abendessen müssen also aufgefüllt werden. Bei mir sind das meistens Snacks jeglicher Art. Dabei ist es immer hilfreich zu wissen, welche Kaloriendichte diese haben.\nTabelle: Übersicht der Kaloriendichte gängiger Snacks Kcal / 100g Einheit (g) Anzahl Einheiten Packungsgröße (g) Kcal / Einheit Kcal / Packung Balisto korn cereal 498 19 8 148 92 737 Wonderbar 509 37 5 185 188 942 Reiswaffeln Zartbitter 496 17 6 100 83 496 Oreo Kekse 472 154 1 154 727 727 Tuc Paprika 495 100 1 100 495 495 Pick Up! 511 28 5 140 143 715 Twix 492 50 5 250 246 1230 Snickers 489 50 5 250 245 1223 Mars 442 45 5 225 199 995 M\u0026amp;Ms 524 363 1 363 1902 1902 Schokolade 542 100 1 100 542 542 Schogetten 529 100 1 100 529 529 Haribo Happy Cola 343 175 1 175 600 600 Katjes Fred Ferkel 353 210 1 210 741 741 Haselnusskerne 674 200 1 200 1348 1348 Pekan Nusskerne 729 200 1 200 1458 1458 Walnusskerne 708 200 1 200 1416 1416 Ültje Mandeln \u0026amp; Ernüsse Honig und Salz 538 200 1 200 1076 1076 Bananenchips (Bio Rewe) 500 300 1 300 1500 1500 Cashewkerne (Bio Rewe) 603 250 1 250 1508 1508 Markus Aus dieser Liste habe ich mir eine für mich sinnvoll erscheinende Kombination erstellt. Die genaue Zusammenstellung kann sich noch ändern, aber für die grobe Rechnung reicht mir der aktuelle Stand. Daraus ergibt sich für meine Snack-Auswahl:\nGesamtgewicht Snacks: 4400 g Gesamtkalorien Snacks: 23108 kcal ⌀ kcal pro 100 g: ca. 525 kcal Markus 525 kcal pro 100 g ist ein sehr guter Wert! Kalorienboost # Es gibt verschiedene Möglichkeiten Kalorien zuzuführen. Die beste Kaloriendichte haben Öle. Dabei ist es fast unerheblich welche Art von Öl, solange es keine fettreduzierten Öle sind (-;\nIch verwende gerne: Olivenöl, Walnussöl, Erdnussöl.\nDarüber hinaus strecke ich meine Trockenmahlzeiten gerne mit Röstzwiebeln. Je nachdem wie weit man in der Tour ist, sind auch wildere Kombinationen möglich: Trekkingmahlzeit mit Kartoffelchips zum Beispiel.\nKeine Wissenschaft draus machen # Ich habe keine Lust auf min-/maxing. Die oben genannten Werte sind eher als Richtwerte zu sehen, so dass ich relativ einfach überschlagen kann:\n+1 Frühstücksriegel =\u0026gt; + 212 kcal / + 52 g +1 Trockenmahlzeit =\u0026gt; + 685 kcal / + 177 g Rest auffüllen mit Snacks Am Ende werden die Werte nicht 100%-ig stimmen, aber zur Planung sind sie ausreichend.\nFür eine Tour von 10 Tagen ergibt sich dann folgende Rechnung:\nTabelle: Kalorienverteilung nach Kategorie Anzahl Einheit Kalorien Gesamtbedarf - 30000 kcal Frühstücksriegel 20 1040 g \u0026#43; 4240 kcal Trockenmahlzeit 10 1770 g \u0026#43; 6850 kcal Olivenöl 1 100 ml \u0026#43; 884 kcal Snacks - 4400 g \u0026#43; 23108 kcal Summe 7310 g \u0026#43; 5082 kcal Die 7,3 kg sind natürlich nur grob gerechnet. Verpackung, kleine Abweichungen und die tatsächliche Auswahl im Laden kommen noch dazu.\nDas heißt, ich hätte nach dieser Rechnung einen ungefähren Puffer von 5000 kcal.\nMarkus Kleiner Tipp: Meistens kannst du das Frühstück vom ersten und die Trockenmahlzeit vom letzten Tag weglassen, da man meistens gestärkt startet und beim Ankommen essen kann. Emil Jetzt hast du irgendwie ja doch eine Wissenschaft draus gemacht! Fazit # Für die längste Nordkalottleden-Etappe plane ich aktuell mit ungefähr 7 bis 7,5 kg Essen für 10 Tage.\nDas ist nicht ultraleicht. Das ist nicht wissenschaftlich perfekt. Aber es ist für mich eine realistische Mischung aus Kalorien, Gewicht und Dingen, die ich unterwegs hoffentlich auch wirklich esse.\nDie Rechnung gibt mir vor allem ein Gefühl dafür, ob meine Planung grundsätzlich funktionieren kann und mit welchem Gesamtrucksackgewicht ich planen muss. Immerhin sind 7 kg Essen mehr als manche für ihre gesamte (Ultraleicht-)Ausrüstung auf die Waage bringen.\nMarkus Ich muss mir unbedingt noch einen Überblick verschaffen, was es in Ritsem zu kaufen gibt, und was ich besser per Paket voraus schicke. Nichts ist ärgerlicher, als Essen mitzunehmen, das unnötig schwer ist oder mir nicht schmeckt. Was du aus meiner Rechnung mitnehmen kannst # Die konkreten Produkte sind am Ende gar nicht der wichtigste Punkt. Ob jemand andere Riegel, Nüsse, Couscous, Kartoffelpüree oder selbst gedörrtes Essen mitnimmt, ist ziemlich egal.\nWichtig ist die Methode:\ngroben individuellen Tagesbedarf festlegen längste Strecke ohne Nachversorgung bestimmen Kalorienbedarf ausrechnen Lebensmittel nach kcal pro 100 g vergleichen Gewicht überschlagen prüfen, ob man das Zeug auch wirklich essen wird etwas Puffer einplanen Aber du kannst das natürlich auch komplett ignorieren und DEIN Ding machen. Auf dem Kungsleden habe ich zwei Frauen getroffen, die Kartoffeln und andere frische Lebensmittel dabeihatten und jeden Tag mit Stahlpfanne und Teekessel gekocht haben. Ganz nach dem Motto: Hike your own hike.\nEmil Wenn es nach mir ginge, würde ich nur Schokoriegel einpacken! ","date":"16 Mai 2026","externalUrl":null,"permalink":"/touren/nordkalottleden/essen/","section":"Touren","summary":"Wie ich meine Verpflegung für die längste Nordkalottleden-Etappe plane – mit Kalorien, Gewicht, Tabellen, Müsli-Frust und hoffentlich genug Süßigkeiten.","title":"Nordkalottleden 2026: Meine Essensplanung für die längste Etappe","type":"touren"},{"content":"","date":"16 Mai 2026","externalUrl":null,"permalink":"/tags/rezept/","section":"Tags","summary":"","title":"Rezept","type":"tags"},{"content":" Emil In diesem Beitrag geht es um eines meiner Lieblings-Tourenessen: Kartoffelbrei aus der Tüte, etwas Zwiebelsuppe, Röstzwiebeln und ein paar optionale Ergänzungen. Nicht schön anzusehen, aber warm, sehr salzig und nach einem langen Wandertag genau das, was das Wanderherz begehrt. Zutaten # 1 Packung Kartoffelbrei-Pulver, idealerweise mit Zusatz „Milch“ 1 Packung Zwiebelsuppe 1 Handvoll Röstzwiebeln 300-500 ml Wasser optional: Milchpulver optional: 1 EL Olivenöl optional: gefriergetrocknetes Gemüse Wenn ich auf Tour gehe, bereite ich mir die Mischung vorher zu Hause vor. Dafür fülle ich die trockenen Zutaten portionsweise in einen Gefrier- oder Zip-Beutel ab.\nVon welcher Marke die Zutaten sind, ist ziemlich egal. Meistens verwende ich Kartoffelbrei-Pulver mit dem Zusatz „Milch“. Gibt es diesen nicht, füge ich entsprechend Milchpulver hinzu.\nNormalerweise mische ich immer gefriergetrocknetes Gemüse in meine Essensmischungen. Beim Kartoffelbrei würde ich es als optional sehen.\nDie Zwiebelsuppe bringt Salz, Geschmack und ein bisschen „Das ist fast ein richtiges Essen“-Gefühl rein. Ich nehme immer eine Packung, das ist etwas stark daheim, aber unterwegs genau richtig.\nDie Röstzwiebeln sind natürlich optional. Also theoretisch. Praktisch würde ich sie nicht weglassen.\nMarkus Bitte darauf achten, dass der verwendete Beutel für heißes Wasser geeignet ist. Ich prüfe dafür immer die Herstellerangabe zur Temperaturbeständigkeit. Zubereitung # Heißes Wasser aufgießen. Olivenöl dazugeben, falls verwendet. Mit dem Löffel ordentlich umrühren und kurz ziehen lassen.\nMit der Wassermenge muss man ein bisschen experimentieren. Ich würde beim Kartoffelbrei eher mehr als zu wenig nehmen\nMarkus Mit der Menge musst du etwas herumexperimentieren. Eine ganze Packung Kartoffelbrei ist mir oft zu viel. Eine halbe ist eher zu wenig. Zugegebenermaßen sieht es nicht sehr einladend aus. Es ist aber lecker. Versprochen! ","date":"16 Mai 2026","externalUrl":null,"permalink":"/wissen/rezepte/kartoffelbrei/","section":"Wissenswertes","summary":"Mein Lieblingsessen für unterwegs: wenig Aufwand, günstig und ein starker Energieboost nach einem langen Tag.","title":"Rezept: Kartoffelbrei für unterwegs","type":"wissen"},{"content":" Emil In diesem Beitrag geht es um meinen liebsten Nachtisch für unterwegs: Mousse au Chocolat. Gerade die Kombination aus Schokolade und Himbeeren ist ein riesiger Motivationsboost. Schnell und einfach ist es ebenfalls. Emil approved Zutaten # Mousse-au-Chocolat-Pulver, z.B. von Dr. Oetker Milchpulver für die auf der Packung angegebene Milchmenge, z.B. Nido von Nestlé 1 Handvoll gefriergetrocknete Himbeeren, z.B. von dm ca. 250 ml Wasser optional: Schokostückchen optional: Kokosmilchpulver für zusätzliche Süße Wenn ich auf Tour gehe, bereite ich mir die Mischung vorher zu Hause vor. Dafür fülle ich die trockenen Zutaten portionsweise in einen Gefrier- oder Zip-Beutel ab.\nVon welcher Marke die Zutaten sind, ist ziemlich egal. Am besten schmecken mir Packungen, die bereits kleine Schokostückchen enthalten. Alternativ kann man einfach selbst welche beimischen.\nIch persönlich füge gerne gefriergetrocknete Himbeeren hinzu, weil sie das Mousse au Chocolat geschmacklich sehr gut ergänzen. Süß, schokoladig, leicht säuerlich. Also quasi Outdoor-Sterne-Küche, wenn man lange genug im Regen gelaufen ist.\nMarkus Bitte darauf achten, dass der verwendete Beutel für heißes Wasser geeignet ist. Ich prüfe dafür immer die Herstellerangabe zur Temperaturbeständigkeit. Zubereitung # Heißes Wasser aufgießen. Mit dem Löffel ordentlich umrühren und kurz ziehen lassen.\nJe nach Geschmack kann man das Ganze warm essen oder warten, bis es etwas abgekühlt ist.\nDas Ergebnis ist unterwegs keine perfekte französische Mousse au Chocolat. Aber nach einem langen Wandertag ist es warm, süß, schokoladig und macht glücklich.\nEmil Einziger Nachteil: Oft will man mehr. ","date":"16 Mai 2026","externalUrl":null,"permalink":"/wissen/rezepte/nachtisch/","section":"Wissenswertes","summary":"Mein Lieblingsnachtisch für unterwegs: wenig Aufwand, günstig und ein starker Motivationsboost nach einem langen Tag.","title":"Rezept: Mousse au Chocolat für unterwegs","type":"wissen"},{"content":"","date":"16 Mai 2026","externalUrl":null,"permalink":"/tags/verpflegung/","section":"Tags","summary":"","title":"Verpflegung","type":"tags"},{"content":"Hier geht es um Ausrüstung, die ich selbst nutze, getestet habe oder für kommende Touren vorbereite.\nMarkus Meine Ausrüstungsbeiträge sind persönliche Erfahrungsberichte. Ich schreibe darüber, was für mich funktioniert hat, was mich genervt hat und wie ich zu meinen Entscheidungen gekommen bin. Das ist keine objektive Kaufberatung und kein Labortest. Mehr dazu steht im Disclaimer. ","date":"14 Mai 2026","externalUrl":null,"permalink":"/ausruestung/","section":"Ausrüstung","summary":"","title":"Ausrüstung","type":"ausruestung"},{"content":" Markus Bitte beachte: Das hier ist ein privater Outdoor-Blog.\nAlles, was ich schreibe, basiert auf meinen persönlichen Erfahrungen, meiner Ausrüstung, meinem Körper, meinem Kenntnisstand und meinen eigenen Touren.\nDas gilt besonders für Beiträge zu Ausrüstung, Tourenplanung, Ernährung, Navigation und Sicherheit. Was für mich funktioniert, kann für dich völlig unpassend sein.\nKeine objektiven Tests # Meine Ausrüstungsbeiträge sind keine Labortests und keine wissenschaftlichen Vergleiche.\nIch beschreibe, was für mich funktioniert hat, was nicht funktioniert hat und wie ich zu meiner Einschätzung gekommen bin.\nMein Fokus liegt dabei immer auf der Praxistauglichkeit mit einem gezielten Anwendungsfall: zum Beispiel die Wärmeleistung eines Schlafsacks bei 0 °C für den Kungsleden.\nEmil Und ich gebe ungefragt meinen Senf dazu! Keine professionelle Beratung # Ich gebe keine professionelle Outdoor-, Sicherheits-, Gesundheits- oder Kaufberatung.\nBitte informiere dich vor eigenen Touren selbst, prüfe wichtige Informationen auf Aktualität und triff deine Entscheidungen eigenverantwortlich.\nTransparenz # Wenn ich Ausrüstung gekauft, gewonnen, geschenkt bekommen oder anderweitig erhalten habe, versuche ich das im jeweiligen Beitrag kenntlich zu machen.\nWenn ich nichts anderes dazuschreibe, handelt es sich um Ausrüstung, die mir gehört und die ich selbst gekauft habe.\nSollte mir Ausrüstung zu Testzwecken zur Verfügung gestellt werden, werde ich sie genauso einschätzen und bewerten wie selbst gekaufte Ausrüstung.\nMarkus Das Internet ist voll mit gekauften Informationen. Diese Seite soll kein +1 sein. KI-Einsatz # Ich nutze KI-Tools, vor allem beim Strukturieren, Vorsortieren meiner Notizen und beim Brainstorming.\nAuch visuell kommt KI zum Einsatz: Emil, mein Maskottchen-Logo, ist KI-generiert.\nDie Erfahrungen, Einschätzungen und das eigentliche Schreiben stammen aber von mir. Dieser Blog wird also von einem Menschen, der KI als Unterstützung nutzt, geschrieben.\nStand der Informationen # Informationen können veralten.\nÖffnungszeiten, Preise, Routen, Brücken, Hütten, Regeln oder Produktdetails können sich ändern. Bitte prüfe wichtige Informationen vor deiner eigenen Tour immer noch einmal selbst.\nUnterhaltung # Mein Blog ist eine Mischung aus Wissen, Erfahrung, Motivation und Unterhaltung.\nBitte nicht alles auf die Goldwaage legen.\nFehler gefunden? # Markus Du bist anderer Meinung, hast andere Erfahrungen oder hast einen Fehler gefunden?\nDann schreib mir gerne.\n","date":"14 Mai 2026","externalUrl":null,"permalink":"/disclaimer/","section":"","summary":"","title":"Disclaimer","type":"page"},{"content":"","date":"14 Mai 2026","externalUrl":null,"permalink":"/tags/finnland/","section":"Tags","summary":"","title":"Finnland","type":"tags"},{"content":"Das Fjäll bezeichnet die skandinavische Gebirgs- und Hochlandlandschaft oberhalb oder nahe der Baumgrenze.\nTypisch sind offene Weiten, wenig Schutz vor Wind und Wetter, karge Vegetation, Moore, Seen, Flüsse und lange Abschnitte ohne Infrastruktur.\nWenn ich in meinen Artikeln vom Fjäll schreibe, meine ich damit also nicht nur „Berge“, sondern vor allem diese offene, abgelegene Landschaft im Norden Skandinaviens.\nMarkus Kurz gesagt: viel Landschaft, wenig Schutz, viel Wetter. ","date":"14 Mai 2026","externalUrl":null,"permalink":"/glossar/fjaell/","section":"Glossar","summary":"","title":"Fjäll","type":"glossar"},{"content":"Das Gröna Bandet - zu deutsch \u0026ldquo;Grünes Band\u0026rdquo; - ist eine schwedische Weitwander-Challenge durch das skandinavische Gebirge.\nDabei läuft man im Sommer von Grövelsjön im Süden bis zum Treriksröset im Norden oder umgekehrt. Die genaue Route ist nicht fest vorgegeben, bewegt sich aber grob bei ca. 1.300 km.\nFür mich ist das Gröna Bandet aktuell noch kein konkreter Tourplan, sondern eher ein großes Langzeitziel. Der Kungsleden und der Nordkalottleden sind für mich Vorbereitung darauf.\nMehr Fakten und die offiziellen Regeln findest du auf der offiziellen Seite von Vita \u0026amp; Gröna Bandet.\nEmil Das Gröna Bandet ist eines dieser Abenteuer, bei dem man sich währenddessen immer wieder fragt:\nWARUM?\nWarum tue ich mir das an?\nWessen bescheuerte Idee war es eigentlich, 1.300 km durch die skandinavischen Berge zu laufen?\nZu Fuß! Alleine! TAUSEND. DREI. HUNDERT. KI. LO. ME. TER!!!11\n","date":"14 Mai 2026","externalUrl":null,"permalink":"/glossar/groenabandet/","section":"Glossar","summary":"","title":"Gröna Bandet","type":"glossar"},{"content":"Der Nordkalottleden ist ein ca. 800 km langer Weitwanderweg durch Norwegen, Schweden und Finnland.\nJe nach Variante beginnt oder endet er in Kautokeino 🇳🇴, Sulitjelma 🇳🇴 oder Kvikkjokk 🇸🇪 und führt durch einige der abgelegeneren Fjällregionen Skandinaviens.\nIch plane 2026 den südlichen Teil von Sulitjelma bis Abisko zu laufen. Meine Planung dazu findest du hier.\nMehr Fakten findest du auf Wikipedia.\nEmil Der Nordkalottleden ist quasi der Kungsleden, wenn man vorher den Komfortmodus ausschaltet.\nWeniger Hütten. Weniger Menschen. Mehr \u0026ldquo;Bist du dir sicher, dass das eine gute Idee ist?\u0026rdquo;\n","date":"14 Mai 2026","externalUrl":null,"permalink":"/glossar/nordkalottleden/","section":"Glossar","summary":"","title":"Nordkalottleden","type":"glossar"},{"content":"","date":"14 Mai 2026","externalUrl":null,"permalink":"/tags/norwegen/","section":"Tags","summary":"","title":"Norwegen","type":"tags"},{"content":"","date":"14 Mai 2026","externalUrl":null,"permalink":"/tags/skandinavien/","section":"Tags","summary":"","title":"Skandinavien","type":"tags"},{"content":" Markus Hier sammle ich meine längeren Wanderungen, Tourenplanungen und Erfahrungsberichte.\nMal als fertiger Rückblick, mal als laufende Vorbereitung und manchmal auch als ehrliche Dokumentation davon, was unterwegs anders lief als gedacht.\n","date":"14 Mai 2026","externalUrl":null,"permalink":"/touren/","section":"Touren","summary":"","title":"Touren","type":"touren"},{"content":"","date":"14 Mai 2026","externalUrl":null,"permalink":"/tags/wandern/","section":"Tags","summary":"","title":"Wandern","type":"tags"},{"content":"","date":"14 Mai 2026","externalUrl":null,"permalink":"/tags/weitwandern/","section":"Tags","summary":"","title":"Weitwandern","type":"tags"},{"content":" Markus Hier sammle ich Themen, die mir bei Tourenplanung, Vorbereitung und unterwegs geholfen haben.\nNicht als endgültige Anleitung, sondern als wachsender Fundus aus Erfahrungen, Recherche und Dingen, die ich selbst besser verstehen möchte.\n","date":"14 Mai 2026","externalUrl":null,"permalink":"/wissen/","section":"Wissenswertes","summary":"","title":"Wissenswertes","type":"wissen"},{"content":"Das Basisgewicht ist das Gewicht aller Ausrüstungsgegenstände im Rucksack, die du auf einer Wanderung dabei hast – also ohne Verbrauchsmaterialien wie z.B. Wasser, Essen und Brennstoff.\nFormel # Basisgewicht = Gesamtgewicht des Rucksacks − Verbrauchsmaterialien\nEmil Das Basisgewicht kann also je nach Tour variieren. Im Sommer wird das Basisgewicht tendenziell geringer sein, als bei einer vergleichbaren Tour im Winter. Es hilft aber bei Touren mit ähnlichen Rahmenbedingungen das Basisgewicht heranzuziehen und zu vergleichen. Kategorien # Das Basisgewicht spielt insbesondere in der Ultraleicht-Szene eine Bedeutung. Da ich persönlich kein Ultraleichtwanderer bin, werde ich die Kategorisierung relativ pragmatisch gestalten - ohne Anspruch auf Korrektheit:\nKategorie Basisgewicht Ultraleicht (UL) ~ 6 kg Leicht ~ 7-8 kg Traditionell ~ 10 kg Schwer \u0026gt; 10 kg Markus Für die meisten Touren sollte man sich in der Kategorie leicht wiederfinden. So auch z.B. beim Kungsleden. Nur äußerst anspruchsvolle und abgelegene/isolierte Touren erfordern ein erhöhtes Maß an Sicherheit und höhere Anforderungen an die Ausrüstung. Warum ist es wichtig? # Das Basisgewicht ist die wichtigste Kennzahl beim Weitwandern, weil Verbrauchsmaterialien im Laufe der Tour abnehmen – die Grundausrüstung jedoch bleibt konstant. Wer sein Basisgewicht reduziert, schont Knie und Schultern auf langen Etappen nachhaltig und/oder kann mit der gleichen Energie weiter und länger wandern.\nAbgrenzung # Packgewicht – Basisgewicht inklusive Wasser, Essen und Brennstoff Tragegewicht – alles, was du am Körper trägst (inkl. Kleidung, Uhr etc.) Beispiele # Schlafkleidung im Rucksack Basisgewicht Trinken im Rucksack: Flasche/Behälter Basisgewicht Wasser Wasser Snacks in der Brusttasche Essen Sonnenhut (getragen) Tragegewicht Sonnenhut (im Rucksack) Basisgewicht Sonnencreme (im Rucksack) Behälter/Verpackung Basisgewicht Inhalt Verbrauchsmaterial Handy in der Hosentasche Tragegewicht Emil Herrlich, wenn ich also mein Handy in die Hosentasche stecken, die Wanderstöcke in die Hände nehmen und meinen Sonnenhut auf dem Kopf tragen und habe somit fast 1kg Basisgewicht gespart 🤡 Markus Gegenstände, die man am Körper trägt, fühlen sich tendenziell leichter an. Aber, es gibt keine Basisgewicht-Polizei, trotzdem sollte man behutsam bei der \u0026ldquo;schummelei\u0026rdquo; sein, denn man muss es letztlich so oder so tragen. ","date":"13 Mai 2026","externalUrl":null,"permalink":"/glossar/basisgewicht/","section":"Glossar","summary":"","title":"Basisgewicht","type":"glossar"},{"content":"","date":"13 Mai 2026","externalUrl":null,"permalink":"/tags/grundlagen/","section":"Tags","summary":"","title":"Grundlagen","type":"tags"},{"content":"","date":"13 Mai 2026","externalUrl":null,"permalink":"/tags/ultraleicht/","section":"Tags","summary":"","title":"Ultraleicht","type":"tags"},{"content":" Emil Ernsthaft jetzt? Einen Beitrag über Schuhe? Das liest doch niemand?! Markus Doch, Emil. Denn bei einer Tour wie dem Nordkalottleden sind Schuhe nicht gerade unwichtig. Vor allem dann nicht, wenn man mit nassem Gelände, Furten, sumpfigen Abschnitten und mehreren Tagen hintereinander im Fjäll rechnet. Auf dem Kungsleden hatte ich 2024 richtig Glück mit dem Wetter. Ich bin kaum wirklich nass geworden. Trotzdem hatte ich nach ein paar Tagen nie dauerhaft trockene Schuhe.\nDas hatte mehrere Gründe.\nZum einen kommt Feuchtigkeit von außen in den Schuh. Beim Queren von Bächen und Flüssen, beim Laufen durch nasses Gras oder einfach durch dauerhaft feuchtes Gelände. Auch ein wasserdichter Schuh bleibt dabei nicht automatisch trocken.\nZum anderen kommt Feuchtigkeit von innen. Schweiß ist bei wasserdichten Schuhen ein echtes Thema, weil die Feuchtigkeit deutlich schlechter entweichen kann.\nAuf dem Kungsleden war ich mit meiner Schuhwahl trotzdem sehr zufrieden. Ich war damals mit den Lowa Innox Pro GTX Mid unterwegs und hatte damit keine größeren Probleme.\nFür den Nordkalottleden möchte ich aber bewusst etwas anderes ausprobieren.\nWarum diesmal keine GTX-Schuhe? # Der Nordkalottleden wirkt auf mich nasser, sumpfiger und insgesamt etwas weniger berechenbar als der Kungsleden.\nDazu kommen mehr Furten und längere Abschnitte, auf denen ich nicht davon ausgehe, dauerhaft trockene Füße zu behalten.\nDeshalb ist mein Gedanke diesmal:\nLieber ein Schuh, der schneller trocknet, als ein Schuh, der theoretisch länger trocken bleibt, aber dann tagelang feucht ist.\nWasserdichte Schuhe können super funktionieren. Aber wenn einmal Wasser von oben hineinläuft, bleibt es oft auch sehr lange drin.\nGenau das möchte ich vermeiden.\nMarkus Auf dem Kungsleden hatte ich außerdem extra Furtschuhe dabei. Wenn der Hauptschuh schneller trocknet, könnte ich mir die vielleicht sparen. Mein aktueller Kandidat # Ich hasse Schuhe kaufen.\nDeshalb habe ich den pragmatischen Weg gewählt und mir den Lowa Innox Pro Mid ohne GTX gekauft.\nDie Idee dahinter war einfach: Wenn mir die GTX-Version auf dem Kungsleden gut gepasst hat, könnte die nicht-wasserdichte Version für den Nordkalottleden genau richtig sein.\nGanz so einfach ist es leider nicht.\nDie Variante ohne GTX fällt bei mir etwas kleiner aus als die Version mit wasserdichter Membran. Deshalb ist aktuell noch nicht sicher, ob dieser Schuh am Ende wirklich mit auf Tour kommt.\nAndere Kandidaten # Ich hatte mir außerdem Schuhe von Altra angeschaut, unter anderem den Altra Lone Peak und den Altra Olympus.\nBeide haben mir aber nicht wirklich zugesagt. Sie wirkten mir zu filigran und ich hatte nicht das Gefühl, dass sie für mich und mein erwartetes Rucksackgewicht auf dem Nordkalottleden die richtige Wahl sind.\nDas kann für andere komplett anders aussehen. Viele schwören auf Trailrunner und leichte Schuhe. Für mich muss ein Schuh aber genug Vertrauen vermitteln, damit ich damit auch mit schwerem Rucksack in abgelegenerem Gelände unterwegs sein möchte.\nAktueller Stand # Im Moment ist die Schuhfrage also noch nicht endgültig entschieden.\nDer Plan ist:\nLowa Innox Pro Mid ohne GTX weiter testen prüfen, ob die Passform auf längeren Strecken funktioniert besonders auf Druckstellen und Zehenfreiheit achten entscheiden, ob der Schuh genug Vertrauen für Etappe 2 gibt Emil Also ist die Schuhfrage noch offen? Markus Leider ja. Aber immerhin weiß ich inzwischen ziemlich genau, was ich nicht möchte. ","date":"12 Mai 2026","externalUrl":null,"permalink":"/touren/nordkalottleden/schuhwahl/","section":"Touren","summary":"Warum ich für den Nordkalottleden eher auf schnell trocknende Schuhe statt GTX setze – und warum die Schuhfrage trotzdem noch nicht endgültig geklärt ist.","title":"Nordkalottleden 2026: Schuhe","type":"touren"},{"content":" Markus In diesem Beitrag sammle ich meine aktuelle Planung: warum es der Nordkalottleden werden soll, welche Route ich gehen möchte, wo die schwierigen Abschnitte liegen und welche offenen Punkte ich vor der Tour noch klären muss. Nachdem ich 2024 den Kungsleden gelaufen bin, hat mich das Thema Weitwandern nicht mehr losgelassen.\n2025 kam ich allerdings kaum raus. Zu wenig Zeit, zu viel Arbeit und irgendwie fehlte auch mental die Ruhe dafür.\nAber 2026 sollte wieder ein richtiges Abenteuer her.\nWas macht man nach 450 Kilometern alleine auf dem Kungsleden?\nEigentlich hatte ich mir vorgenommen, irgendwann das Gröna Bandet zu laufen. Aber das ist mir aktuell noch zu groß. Dafür bin ich weder mental noch technisch bereit.\nAlso musste es etwas sein, das mich mental und technisch darauf vorbereitet.\nIn den Sarek habe ich mich alleine noch nicht getraut. Aber es musste etwas her, das rauer, einsamer und unbekannter als der Kungsleden ist.\nUnd genau deshalb fiel die Entscheidung irgendwann auf den Nordkalottleden.\nEmil Daran ist nur Jonn schuld! Warum gerade der Nordkalottleden? # Der Nordkalottleden wirkt auf mich wie der logische nächste Schritt nach dem Kungsleden.\nWeniger Infrastruktur. Weniger Menschen. Mehr Eigenverantwortung.\nAuch wenn ich den Kungsleden damals autarker umgesetzt habe als eigentlich nötig, kann man ihn teilweise problemlos von Fjällstation zu Fjällstation laufen. Auf dem Nordkalottleden sieht das schon anders aus.\nDie Abstände zwischen Schutzhütten und Resupply-Möglichkeiten sind deutlich größer und manche Etappen führen mehrere Tage durch ziemlich abgelegene Gebiete.\nGenau das macht die Route für mich aber interessant.\nDer Nordkalottleden wirkt im Vergleich deutlich wilder und ursprünglicher. Nicht unbedingt technisch extrem schwierig, aber man muss vieles eigenständiger lösen und deutlich achtsamer unterwegs sein.\nAußerdem fühlt sich die Tour für mich wie ein sinnvoller Zwischenschritt Richtung Sarek und später Gröna Bandet an.\nNicht nur körperlich, sondern vor allem mental.\nAußerdem gibt es mir die Möglichkeit, Navigation mit Karte und Kompass zu lernen und neue Ausrüstung unter realistischen Bedingungen zu testen.\nEmil Der Nordkalottleden ist ein rund 800 Kilometer langer Weitwanderweg durch Norwegen, Schweden und Finnland.\nJe nach Variante beginnt oder endet er in Sulitjelma (Norwegen), Kvikkjokk (Schweden) oder Kautokeino (Norwegen). Die komplette Strecke am Stück zu laufen war für mich zeitlich allerdings nicht umsetzbar.\nDeshalb konzentrieren wir uns erstmal auf den südlichen Teil von Sulitjelma (Norwegen) bis Abisko (Schweden).\nInformationsquellen # Für die Planung habe ich verschiedene Quellen kombiniert.\nZum einen klassische Wanderführer und eher allgemeine Informationen zum Wandern in Schweden, dazu ein paar GPX-Tracks, etwas Kartenmaterial und erstaunlicherweise 0 Stunden YouTube.\nGerade beim Nordkalottleden merkt man allerdings schnell: Die Informationsdichte ist generell sehr dünn, oder Informationen sind veraltet, widersprüchlich oder beziehen sich auf andere Varianten der Route.\nDeshalb versuche ich möglichst konservativ zu planen und mich nicht blind auf einzelne Aussagen zu verlassen. Insgesamt habe ich mich eher frei von festen Vorgaben und detaillierten Tourberichten bewegt.\nBücher \u0026amp; Webseiten # Wanderführer Nordkalottleden Buch Hiking in Sweden Eigene Erfahrungen vom Kungsleden Markus Die Planung war diesmal erstaunlich schnell abgeschlossen.\nAuf den Kungsleden habe ich mich insgesamt über 9 Monate vorbereitet. Weniger körperlich oder mental, sondern eher organisatorisch: Tourplanung, Ausrüstung, unzählige Youtube-Videos und Studieren von Packlisten.\nBeim Nordkalottleden liegt mein Fokus diesmal deutlich stärker auf körperlicher Fitness und darauf, wie ich die Tour später fotografisch oder als Bewegtbilder festhalten kann.\nUnd genau das macht mich irgendwie misstrauisch.\nIch denke mir ständig: War das wirklich schon alles?\nNordkalottleden von Sulitjelma bis Abisko # Klassisch würde man die 800 Kilometer des Nordkalottleden von Norden nach Süden laufen, also SoBo (Southbound).\nDa ich nicht zu viel Zeit für An- und Abreise verlieren wollte und insgesamt nur genug Zeit für etwa die Hälfte der Strecke habe, entschied ich mich für die umgekehrte Richtung: NoBo, also Northbound.\nFür den südlichen Einstieg gibt es im Wesentlichen zwei Varianten:\nStart in Kvikkjokk (🇸🇪 Schweden) Start in Sulitjelma (🇳🇴 Norwegen) Kvikkjokk wäre etwas länger gewesen. Außerdem hätte die erste Etappe dort direkt mit Bootsfahrten begonnen, was Flexibilität nimmt und Zeit kosten kann. Da mir Kvikkjokk 2024 auf dem Kungsleden außerdem nicht besonders gut gefallen hat, fiel die Entscheidung relativ schnell auf Sulitjelma.\nEmil Insgesamt soll der Nordkalottleden auch anspruchsvoller sein als der Kungsleden. Deshalb schadet es nicht, ein paar Kilometer weniger zu laufen und dafür etwas mehr Zeitpuffer zu haben. Meine geplante Route ist ungefähr 350 Kilometer lang und in drei große Etappen aufgeteilt:\nEtappe 1: Sulitjelma → Ritsem, ca. 100 Kilometer Etappe 2: Ritsem → Alesjaure, ca. 200 Kilometer Etappe 3: Alesjaure → Abisko, ca. 60 Kilometer 🗺️ Karte wird geladen... 🗺️ Routen-Auswahl 📈 Profil Alle Keine 📍 Fokus 📊 Zusammenfassung -- Distanz (km) -- Höhenmeter -- Gesamtzeit -- Routen Etappe 1 - Sulitjelma → Ritsem # Der Start meines Nordkalottleden-Abenteuers führt von Sulitjelma in Norwegen bis nach Ritsem in Schweden.\nMit ungefähr 100 Kilometern ist sie überschaubar, aber man sollte sie trotzdem nicht unterschätzen, denn gerade die ersten Tage einer langen Tour sind oft zäh.\nDer Körper muss sich erst an das tägliche Laufen mit schwerem Rucksack gewöhnen.\nZusätzlich kann ich diese Zeit nutzen, um mich mit Karte und Kompass vertrauter zu machen, da der Weg spätestens ab dem Padjelantaleden sehr gut ausgeschildert sein sollte.\nDeshalb plane ich hier bewusst konservativ.\nNachversorgung # 0 km: Supermarkt in Sulitjelma, z.B. Coop Prix Sulitjelma unterwegs: mögliche Verkaufsstellen entlang des Padjelantaleden 100 km: Ritsem, STF Shop Markus Entlang des Padjelantaleden gibt es wohl kleinere Verkaufsstellen, betrieben durch die Sami. Meist werden dort frisch geräucherter Fisch und eine Art Fladenbrot angeboten.\nDa Öffnungszeiten, Angebot und Verfügbarkeit nicht garantiert sind, plane ich nicht fest damit. Alles, was es unterwegs gibt, ist Bonus.\nEmil Vergiss aber nicht, vorher zu prüfen, wie man dort bezahlen kann.\nSchweden ist zwar fast komplett bargeldlos, aber bei kleinen Verkaufsstellen mitten im Fjäll würde ich mich nicht einfach blind auf Kartenzahlung verlassen.\nSchutzhütten \u0026amp; Infrastruktur # Ny Sulitjelma fjellstue Sorjushytta Sarjasjaurestugan Stáddájahka (inkl. Shop) Stáloluokta (Kiosk, einheimischer Bootstransfer bei Bedarf) Árasluokta Laddejahka Kultjaure Fjällstuga Karsajaure Valsalluokta Fjällstuga Einschätzung # Auf dem Papier wirkt die erste Etappe mit ihren ungefähr 100 Kilometern relativ überschaubar.\nAber die ersten Tage einer Tour sind besonders wichtig, weil der Körper und Kopf sich an die Belastung gewöhnen müssen und mir eine kürzere Etappe die Möglichkeit gibt die Orientierung mit Karte und Kompass zu vertiefen.\nDurch die Nähe zum Padjelantaleden rechne ich außerdem mit etwas mehr Wanderaufkommen als auf späteren Abschnitten. Auch kleinere Siedlungen und mögliche Ausstiegspunkte sind noch eher erreichbar.\nInsgesamt schätze ich diese Etappe deshalb als vergleichsweise gut planbar und sicher ein.\nEtappe 2 - Ritsem → Alesjaure # Diese Etappe ist der eigentliche Kern der Tour und DIE Herausforderung. Sie ist die Etappe vor der ich den größten Respekt habe.\nNicht unbedingt, weil sie technisch extrem schwierig sein muss, sondern wegen der Länge, der Isolation und der vergleichsweise wenigen Möglichkeiten zur Nachversorgung, was mein Rucksackstartgewicht in die Höhe treiben wird.\nZwischen Ritsem und dem nächsten Nachversorgungspunkt auf dem Kungsleden liegen ungefähr 180 bis 200 Kilometer.\nNachversorgung # 0 km: Ritsem, STF Shop 180 km: Kungsleden, STF Sälka Mountain Cabin 200 km: Kungsleden, STF Alesjaure Mountain Cabin Schutzhütten \u0026amp; Infrastruktur # Rávddajávrre (Schutzhütte) Roysvatnhytta Paurohytta Baugebua Sitashytta Skoaddejávrehytta Gautelishytta Sälka Fjällstuga Tjäktjapass Schutzhütte Alesjaure Fjällstuga Einschätzung # Diese Etappe wird für mich DIE HERAUSFORDERUNG der Tour.\nDa mir in so abgelegenen Gebieten noch Erfahrung fehlt und ich nicht genau weiß, was mich erwartet, plane ich eher konservativ mit ungefähr 18 bis 20 Kilometern am Tag. Damit müsste ich nach etwa 10 Tagen die STF Sälka oder STF Alesjaure Mountain Cabin erreichen, um meine Vorräte aufzufüllen. Trotzdem bedeutet diese Etappe: Ich muss für ca. 10 Tage autark unterwegs sein.\nEs gibt Höhenmeter, abgelegene Abschnitte und vermutlich deutlich weniger Menschen als auf dem Padjelantaleden, respektive dem Kungsleden. Neben vereinzelten Notfalltelefonen in Hütten rechne ich nicht damit, unterwegs viel Infrastruktur oder Begegnungen zu haben.\nDementsprechend muss diese Etappe besonders gut vorbereitet werden.\nZur Vorbereitung für diese Etappe gehören für mich:\nKarte und Kompass GPS Satelliten-SOS genug Essen realistische Tagesetappen Wetterpuffer die mentale Bereitschaft umzudrehen oder abzuweichen, wenn es nötig wird Markus Achtung: Manche laufen ab Ritsem den Grenzleden, der teilweise parallel zum Nordkalottleden verläuft.\nWährend ich diesen Artikel schreibe (Mai 2026), gibt es dort allerdings Informationen über eine beschädigte oder zerstörte Brücke. Der betroffene Fluss kann wohl sehr reißend sein, weshalb vom Furten abgeraten wird.\nInformiert euch deshalb bitte unbedingt vor Ort über den aktuellen Zustand der Wege, Brücken und ggf. Alternativrouten. Solche Informationen können einem sehr viel Ärger ersparen.\nEtappe 3 - Alesjaure → Abisko # Die dritte Etappe ist im Vergleich zu den ersten beiden Abschnitten deutlich entspannter.\nSie verläuft teilweise auf dem Kungsleden oder in dessen Nähe. Außerdem gibt es mehrere STF-Hütten entlang oder nahe der Route.\nMit ungefähr 60 Kilometern ist diese Etappe für mich eher der Endspurt. Je nach verbleibender Zeit, Wetter und Kraftreserven plane ich dafür etwa 2 (sehr wahrscheinlich) bis 4 (sehr unwahrscheinlich) Tage ein.\nDa ich Teile dieser Gegend bereits 2024 auf dem Kungsleden gelaufen bin, weiß ich ungefähr, was mich erwartet.\nNach den langen und abgelegenen Abschnitten davor dürfte sich dieser Teil fast luxuriös anfühlen.\nEmil Was ist eigentlich mit Wasser? Du redest immer nur von Essen? Ich hab auch Durst! Markus Wasser ist in Nordschweden und Norwegen meistens eines der kleineren Probleme.\nEntlang der Route gibt es viele Bäche, Flüsse, Seen und Rinnsale. Man muss also normalerweise keine riesigen Wassermengen mitschleppen.\nTrotzdem gilt natürlich: Augen auf, Karte lesen und nicht erst trinken, wenn man komplett trocken läuft.\nAusstiegsoptionen und mögliche Abweichungen # Bei einer solchen Tour sollte man sich vorher Gedanken machen, welche Ausstiegsoptionen oder Alternativrouten grundsätzlich möglich sind.\nNicht, weil ich davon ausgehe, sie zu brauchen. Sondern weil es beruhigt, wenn man unterwegs nicht erst bei schlechtem Wetter, Erschöpfung oder Problemen mit der Ausrüstung anfangen muss, über solche Dinge nachzudenken.\nWichtig ist aber: Das sind nur Optionen.\nUnterwegs sollte man immer flexibel genug bleiben, sich den tatsächlichen Gegebenheiten der Tour anzupassen.\nEtappe 1 # Auf der ersten Etappe gibt es noch vergleichsweise naheliegende Optionen.\nAuf dem Nordkalottleden, der später auf den Padjelantaleden trifft gibt es zwar einige Abzweigungen, aber die großen sinnvollen Ausstiegspunkte bleiben für mich vor allem Sulitjelma, Ritsem oder Kvikkjokk.\nEtappe 2 # Ab Ritsem wird das Thema Ausstieg deutlich schwieriger.\nEs gibt verschiedene Routenvarianten und theoretische Ausweichmöglichkeiten, unter anderem über den Grenzleden oder über Wege weiter nördlich.\nAber: All diese Varianten müssen VOR dem Loslaufen beschlossen werden.\nDeshalb werde ich gerade vor dieser Etappe mich vor Ort über aktuelle Wegbedingungen, Brücken, Wasserstände und Wetter informieren müssen.\nZum Ende der Etappe - nach etwa 180 Kilometern - erreiche ich bei Sälka wieder den Kungsleden. Ab dort wird die Infrastruktur deutlich besser.\nMögliche Optionen wären dann zum Beispiel:\nweiter nach Alesjaure (wie geplant) südlich Richtung Vakkotavare östlich Richtung Kebnekaise und Nikaluokta Gerade Kebnekaise könnte interessant werden, falls ich unerwartet gut in der Zeit liege und noch genug Energie übrig habe.\nEtappe 3 # Auf der letzten Etappe bin ich wieder deutlich näher an bereits bekannter Infrastruktur.\nDie Route verläuft teilweise auf dem Kungsleden oder in dessen Nähe, und bis Abisko gibt es mehrere Möglichkeiten, die Strecke je nach Wetter, Zeitbudget und Kraftreserven anzupassen.\nDa diese Etappe mit ungefähr 60 Kilometern aber vergleichsweise kurz ist, wird eine größere Abweichung vermutlich nur dann sinnvoll sein, wenn ich entweder schneller nach Abisko muss oder bewusst noch einen zusätzlichen Schlenker einbauen möchte.\nEmil Oder wir machen einen Restday! Herausforderungen # Aus der Etappenplanung ergeben sich für mich einige klare Herausforderungen.\nDer Nordkalottleden ist für mich nicht einfach nur ein längerer Kungsleden. Die Route verlangt mehr Eigenverantwortung, mehr Vorbereitung und wahrscheinlich auch mehr Gelassenheit, wenn Dinge nicht exakt nach Plan laufen.\nNachversorgung # Die größte logistische Herausforderung ist die Nachversorgung.\nVor allem die zweite Etappe zwischen Ritsem und Alesjaure ist lang genug, dass ich viele Tage autark unterwegs sein muss. Das bedeutet mehr Essen im Rucksack und damit auch ein höheres Startgewicht.\nEin Resupply-Paket nach Ritsem ist deshalb fest eingeplant.\nWie ich die Verpflegung für diese lange Etappe rechne, habe ich in meiner Essensplanung für den Nordkalottleden aufgeschrieben.\nOrientierung # Auf dem Kungsleden war Navigation nie ein echtes Problem. Auf dem Nordkalottleden möchte ich mich aber nicht nur auf GPS verlassen.\nDeshalb gehören Karte und Kompass fest zum Sicherheitskonzept. Nicht als Deko am Rucksack, sondern als echtes Backup.\nIsolation # Besonders die zweite Etappe wird wahrscheinlich deutlich einsamer als alles, was ich bisher gelaufen bin.\nDas ist einerseits genau der Reiz dieser Tour. Andererseits bedeutet es auch: Fehler und Unachtsamkeit können schnell unangenehm werden.\nDeshalb muss ich konservativer planen, aufmerksamer laufen und im Zweifel bereit sein, eine Entscheidung gegen den ursprünglichen Plan zu treffen.\nAusrüstung # Die Ausrüstung muss (für mich) zuverlässig funktionieren.\nNicht perfekt. Wahrscheinlich nicht ultraleicht. Eher erprobt, sinnvoll und passend für mich und diese Tour.\nDazu gehören für mich unter anderem:\nzuverlässiges Zelt/Tarp warmer Schlafsack funktionierende Regenkleidung Kartenmaterial GPS Satelliten-SOS (Garmin InReach) ausreichend Stromreserven realistische Verpflegungsplanung Strom \u0026amp; Dokumentation # Da ich die Tour auch fotografisch und als Bewegtbilder festhalten möchte, spielt Strommanagement eine größere Rolle als auf früheren Touren.\nDa hier locker mehrere Kilogramm zusammenkommen können, ist aktuell noch nicht ganz klar, was am Ende wirklich mitkommt.\nDeshalb teste ich aktuell Powerbanks, Solarpanel sowie Lade- und Entladeverhalten verschiedener Akkus mit dem Wattmeter.\nEmil Das klingt verdächtig nach einem eigenen Artikel. Fazit # Der Nordkalottleden wird für mich der nächste große Schritt nach dem Kungsleden.\nNicht, weil ich plötzlich zum Expeditionsprofi geworden bin. Sondern gerade weil ich es nicht bin.\nDie Tour fordert mich an genau den Stellen heraus, an denen ich Erfahrung sammeln möchte: Navigation, Eigenverantwortung, längere autarke Abschnitte, Ausrüstungsvertrauen und mentale Ruhe in abgelegenen Gebieten.\nGleichzeitig bleibt die Route für mich noch realistisch genug, um sie mit guter Vorbereitung anzugehen.\nAktuell fühlt sich vieles noch etwas abstrakt an. GPX-Tracks, Packlisten, Resupply-Ideen, Stromtests und offene Punkte im Blog.\nAber vermutlich beginnen genau so viele Abenteuer.\nEmil Und hoffentlich mit genügend Snacks. Markus Ich glaub, Emil weiß noch nicht, dass er keinen einzigen Snack auf Etappe 2 essen wird. ","date":"12 Mai 2026","externalUrl":null,"permalink":"/touren/nordkalottleden/00_uebersicht/","section":"Touren","summary":"","title":"Nordkalottleden 2026: Übersicht, Route \u0026 Etappenplanung","type":"touren"},{"content":"Kurze Erklärungen zu Begriffen, Wegen und Konzepten, die auf diesem Blog immer wieder auftauchen.\nGedacht als schneller Einstieg, wenn Emil mal wieder so tut, als wüsste jeder sofort, was gemeint ist.\n","date":"10 Mai 2026","externalUrl":null,"permalink":"/glossar/","section":"Glossar","summary":"","title":"Glossar","type":"glossar"},{"content":"Das Allemannsretten (deutsch: Jedermannsrecht) ist ein in Skandinavien tradiertes Gewohnheitsrecht, das jedem Menschen erlaubt die Natur frei zu nutzen – unabhängig vom Grundeigentümer.\nKonkret darfst du:\nZelten (ein bis zwei Nächte an einem Ort) Dich durch Wälder, Felder und Gewässer bewegen Beeren, Pilze und Wildblumen sammeln Nicht erlaubt:\nZu nah an Wohnhäusern zelten Feuer machen bei Trockenheit Schaden an Natur oder Eigentum anrichten In Schweden ist es sogar im Grundgesetz verankert.\nMehr dazu auf Wikipedia.\nEmil Bitte informier dich vorher und/oder vor Ort über eventuelle Abweichungen, da in manchen, z.B. sehr überlaufenden Gegenden, wie dem Kungsleden das Jedermannsrecht eingeschränkt sein kann. ","date":"9 Mai 2026","externalUrl":null,"permalink":"/glossar/allemannsretten/","section":"Glossar","summary":"","title":"Allemannsretten – Jedermannsrecht","type":"glossar"},{"content":"","date":"9 Mai 2026","externalUrl":null,"permalink":"/tags/allemansretten/","section":"Tags","summary":"","title":"Allemansretten","type":"tags"},{"content":"","date":"9 Mai 2026","externalUrl":null,"permalink":"/tags/jedermannsrecht/","section":"Tags","summary":"","title":"Jedermannsrecht","type":"tags"},{"content":"Der Kungsleden - zu deutsch \u0026ldquo;Königsweg\u0026rdquo; - ist ein ca. 450km langer Wanderweg, der durch die skandinavischen Alpen (auch Fjäll genannt) führt.\nIch bin diesen Weg im Juli 2024 am Stück gelaufen. Meine Erfahrungen und (hoffentlich nützliche) Tipps kannst du hier finden.\nMehr Fakten findest du auf Wikipedia.\nEmil Im Deutschen wird zusätzlich noch vom Südlichen Kungsleden gesprochen. Meistens aus Marketinggründen. Das ist ganz schlecht, weil der \u0026ldquo;southern Kungsleden\u0026rdquo; für die Schweden der südliche Teil des Kungsleden ist. Für die Schweden gibt es keinen südlichen Kungsleden. Das sorgt für Verwirrung und Probleme. Insbesondere, wenn man den Boottransfer für \u0026ldquo;Southern Kungsleden\u0026rdquo; auf der STF Seite nachschlagen will und diese ignoriert, weil man ja den Kungsleden läuft. ","date":"9 Mai 2026","externalUrl":null,"permalink":"/glossar/kungsleden/","section":"Glossar","summary":"","title":"Kungsleden","type":"glossar"},{"content":"Bild: Wikipedia / Tobias Klenze / CC-BY-SA 4.0\nMarkus Aktuell plane ich den Nordkalottleden im August 2026 zu laufen. Alle wichtigen Informationen und Erkenntnisse für die Vorbereitung werde ich hier niederschreiben Bei Fragen kannst du auch Kontakt aufnehmen ","date":"9 Mai 2026","externalUrl":null,"permalink":"/touren/nordkalottleden/","section":"Touren","summary":"","title":"Nordkalottleden 2026","type":"touren"},{"content":"","date":"9 Mai 2026","externalUrl":null,"permalink":"/tags/recht/","section":"Tags","summary":"","title":"Recht","type":"tags"},{"content":"Du hast eine Frage zu meiner Ausrüstung, willst wissen, ob meine Füße die Mückenattacke vom Kungsleden - Tag 1 überlebt haben, oder planst selbst eine Tour und brauchst einen (vielleicht etwas naiven) Rat?\nEgal ob Lob, Kritik oder Tipps – ich freue mich über jede Nachricht!\nMarkus Ich versuche so schnell wie möglich zu antworten, aber denk dran: Wenn ich gerade irgendwo zwischen Hemavan und dem Nordkap stecke, kann es sein, dass ich erst wieder \u0026ldquo;Netz\u0026rdquo; finden muss. Emil Sprich du bitte für dich, ich möchte keine Kritik. Lob und Liebesbekundungen, oder Geschenke jeglicher Art sind willkommen, den Rest bitte an Markus. Wie du mich oder Emil erreichen kannst # Email Klick mich YouTube @EmilOutdoors (Work in Progress - sei der 15. Subscriber 😅!) Instagram EmilOutdoors ","date":"9 Mai 2026","externalUrl":null,"permalink":"/contact/","section":"","summary":"","title":"Schreib mir!","type":"page"},{"content":" 1. Datenschutz auf einen Blick # Allgemeine Hinweise # Die folgenden Hinweise geben einen einfachen Überblick darüber, was mit Ihren personenbezogenen Daten passiert, wenn Sie diese Website besuchen. Personenbezogene Daten sind alle Daten, mit denen Sie persönlich identifiziert werden können.\nDatenerfassung auf dieser Website # Wer ist verantwortlich für die Datenerfassung auf dieser Website?\nDie Datenverarbeitung auf dieser Website erfolgt durch den Websitebetreiber. 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Wir behandeln Ihre personenbezogenen Daten vertraulich und entsprechend der gesetzlichen Datenschutzvorschriften sowie dieser Datenschutzerklärung.\nHinweis zur verantwortlichen Stelle # Die verantwortliche Stelle für die Datenverarbeitung auf dieser Website ist:\nMarkus von Rüden Karl-Joos-Straße 102 70806 Kornwestheim E-Mail: emil.outdoors@proton.me\nSpeicherdauer # Soweit innerhalb dieser Datenschutzerklärung keine speziellere Speicherdauer genannt wurde, verbleiben Ihre personenbezogenen Daten bei uns, bis der Zweck für die Datenverarbeitung entfällt.\nIhre Rechte # Sie haben gegenüber uns folgende Rechte hinsichtlich Ihrer personenbezogenen Daten:\nRecht auf Auskunft (Art. 15 DSGVO) Recht auf Berichtigung (Art. 16 DSGVO) Recht auf Löschung (Art. 17 DSGVO) Recht auf Einschränkung der Verarbeitung (Art. 18 DSGVO) Recht auf Datenübertragbarkeit (Art. 20 DSGVO) Recht auf Widerspruch (Art. 21 DSGVO) Sie haben zudem das Recht, sich bei einer Datenschutz-Aufsichtsbehörde über die Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten durch uns zu beschweren.\nStand: Mai 2026\n","date":"7 Mai 2026","externalUrl":null,"permalink":"/datenschutz/","section":"","summary":"","title":"Datenschutzerklärung","type":"page"},{"content":" Anbieterkennzeichnung # Markus von Rüden Karl-Joos-Straße 102 70806 Kornwestheim Deutschland Kontakt # E-Mail: emil.outdoors@proton.me\nVerantwortlich für den Inhalt nach § 18 Abs. 2 MStV # Markus von Rüden Karl-Joos-Straße 102 70806 Kornwestheim Deutschland Stand: Mai 2026\n","date":"7 Mai 2026","externalUrl":null,"permalink":"/impressum/","section":"","summary":"","title":"Impressum","type":"page"},{"content":" Markus Hier habe ich meine Erfahrungen und Erlebnisse rund um den Kungsleden aus dem Jahr 2024 niedergeschrieben. Falls du konkrete Fragen hast, kannst du dich gerne mit uns in Verbindung setzen. Aber jetzt wünschen Emil und ich: Viel Spaß beim Lesen. ","date":"4 Juli 2024","externalUrl":null,"permalink":"/touren/kungsleden/","section":"Touren","summary":"","title":"Kungsleden 2024","type":"touren"},{"content":"","date":"1 Juli 2022","externalUrl":null,"permalink":"/tags/anf%C3%A4nger/","section":"Tags","summary":"","title":"Anfänger","type":"tags"},{"content":" Markus Dieser Beitrag ist ein Rückblick darauf, wie ich damals meinen ersten eigenen Wanderrucksack ausgewählt habe. Heute würde ich manche Dinge anders bewerten, aber genau deshalb ist der Vergleich für mich spannend.\nEs geht also nicht um einen objektiven Labortest, sondern darum, welche Modelle ich ausprobiert habe, welche Kriterien sich dabei ergeben haben und warum es am Ende der Exped Lightning 45 wurde. Mehr dazu steht im Disclaimer.\nWie alles anfing # Während Corona trieb es mich aufgrund von Kontaktverboten mehr nach draußen. Und so ergab es sich, dass ich erste kleinere Tagestouren (mit Freunden und/oder Familie) in der näheren Umgebung unternommen habe. Dabei habe ich gemerkt, dass ich gerne Mehrtagestouren mit draußen schlafen machen möchte. Ich konnte mir vieles für eine erste kleine Tour leihen und danach stand für mich fest: Ich will mehr.\nUnd dafür brauche ich nun meine eigene Ausrüstung. Aber bevor ich mich mit der Ausrüstung beschäftigen wollte, musste ich einen Rucksack finden. Denn aus meiner Sicht ist er der wichtigste Gegenstand.\nEmil Was ist eigentlich der wichtigste Gegenstand? Ist es wirklich der Rucksack? Oder doch der Schlafsack oder die Isomatte? Markus Als erste Tour hatte ich mir den Rheinsteig ausgesucht und ich kann nur so viel vorweg verraten: Es verlief komplett anders als erwartet. Bei Gelegenheit dokumentiere ich die Geschichte nach. Falls du Fragen zum Rheinsteig hast, kannst du mich gerne kontaktieren. Mein hartes Kriterium: 16 kg Tragelast # Zu Studentenzeiten wollte ich bereits mit Freunden wandern gehen und hatte mir unbedarft einen Lowe Alpine Ferat 65+15 Liter-Rucksack gekauft. Ich erinnerte mich also noch zu gut daran, was da alles rein muss und was das schlussendlich wiegt. Da ich schon immer Probleme mit meinem Rücken hatte, und deshalb nie wirklich auf Tour gegangen bin, war mir klar: ich muss das etwas anders angehen. Also habe ich - wahrscheinlich eher willkürlich - mir ein Limit von 16 kg gesetzt.\nDarüber hinaus hatte ich folgende Rahmenbedingungen:\n10 kg Basisgewicht 3 Liter Wasser Kapazität für ein paar Tage essen ein wenig Puffer Neben der Traglast von 16 kg habe ich dann 45 bis 50 Liter als Volumen ebenso wissenschaftlich festgelegt.\nEmil 10 kg Basisgewicht klingt auf den ersten Blick wenig, es ist aber richtig viel! Erfahrene Ultraleichtwanderer kommen mit 6 kg und manche sogar mit noch weniger aus. Markus Niedergeschrieben klingt das alles sehr durchdacht und strukturiert, aber die Wahrheit wohl eher, dass ich willkürlich Rucksäcke bestellte und dann schlussendlich festgestellt habe, dass es bestimmte Rahmenbedingungen braucht. Diese sind also sehr wahrscheinlich eher während der Testphase als im Vorfeld entstanden. Die Kandidaten # Ich hatte eingangs bereits erwähnt, dass ich einen Rucksack ausgeliehen hatte. Der einfachste Weg wäre also gewesen, diesen Rucksack zu kaufen. Das hätte mir sehr viel Arbeit erspart, denn es gab an ihm - außer der Farbe - nichts auszusetzen. Aber man könnte ja was besseres verpassen. Also, darf ich die Kandidaten vorstellen:\nEmil Jeder der Kandidaten wurde mit demselben Gewicht von ca. 16 Kilogramm beladen und eine Stunde lang in der Bewegung getragen. Bach Molecule 50 # Zu dem Rucksack hatte ich im Vorfeld einen Testbericht gelesen und ich fand ihn sehr interessant. Damals war ich noch nicht so sehr mit Ultraleicht-Equipment vertraut, so dass mir ein Gewicht um die 1 kg mit Option auf eine weitere Ersparnis sehr verlockend erschien. Der Hersteller hatte eine maximale Traglast von 18 kg angegeben, was sehr gut war. In der Praxis konnte er mich leider nicht überzeugen, da das (fehlende) Tragesystem ab 14 kg die Last nicht mehr zuverlässig tragen konnte.\nsehr leicht (für 2022) interessantes Befestigungskonzept Heimlicher Favorit bei einer Last von ca. 14 kg hat das Tragesystem nicht mehr zuverlässig funktioniert hat beim Laufen \u0026ldquo;gequietscht\u0026rdquo; Mammut Lithium 50 # Ich war langjähriger Mammut-Fan und so durfte auch kein Rucksack von Mammut in meiner Auswahl fehlen. Der Mammut Lithium 50 sah sehr vielversprechend aus. Den Mammut-Support habe ich im Vorfeld sogar kontaktiert, da auf der Webseite keine Angaben zum Maximalgewicht gemacht wurden. Laut Support: 18 kg. Also bestellt 😅\nIm Gegensatz zum Bach Molecule 50 konnte der Mammut das Test-Gewicht von ~16 kg zuverlässig tragen und insgesamt hat der Rucksack sich gut auf dem Rücken angefühlt. Negativ fiel mir auf, dass die Seitentaschen etwas klein sind, so dass ich keine 1-Liter-PET-Flasche dort gut reinbekam (es ging, aber sah falsch aus). Darüber hinaus war mir zu viel Kleinkram dran, wie das Bodenfach und der abnehmbare Deckel.\nTragesystem trägt 16 kg Orangefarbene Akzente - Ich bin leicht zu beeindrucken Stretch-Front-Tasche Seitentaschen für meinen Geschmack zu klein Zu viel Kleinkram hat mich nicht begeistert Exped Lightning 45 (2022) # Mein Testrucksack war ein Exped Lightning 45 (von 2019) und dementsprechend habe ich das Nachfolgemodell (2022?) bestellt, welches noch einige Verbesserungen hatte (die ich leider vergessen habe). Was mich an dem Rucksack anfänglich am meisten begeistert hat, war das etwas herausstehende \u0026ldquo;Rechteck\u0026rdquo; in der Mitte des Hüftgurts. Dadurch liegt der Rucksack nicht komplett direkt am Rücken an. Das harmoniert sehr gut mit meinem Hohlkreuz.\nausgeprägtes Hüftpolster am Rücken Instinktiv würde man sagen, die Schultergurte sind viel zu klein. Aber ganz im Gegenteil, dadurch, dass sie so minimalistisch sind, stören sie überhaupt nicht.\nDurch die minimalistische Bauform - es ist im Prinzip ein großer Sack mit Tragesystem - hat er perfekt zu meinen Bedürfnissen gepasst. Lediglich die Schnallen und Gurte sind stellenweise etwas lang, was störend sein kann, da sie umherbummeln.\nEs geht auch verdammt viel in den Rucksack rein.\nDas muss alles in den Rucksack! Your browser cannot play this video. Download video.\nPlatzwunder, alles verstaut! Tragesystem funktioniert bis 16 kg gut Sehr minimalistisch (45L Sack mit Tragesystem) damals regelmäßig für ca. 150 € im Angebot Gutes Material (sehr wasserabweisend) Große Seitentaschen (2 x 1-Liter-PET-Flaschen passen problemlos rein) Nicht bis 18 kg belastbar (16 kg sind Maximum würde ich sagen) Keine Meshtasche außen Rundum: dieser Rucksack hat mir super gefallen und hat mich schon auf unzähligen Wanderungen begleitet.\nEmil Die Mesh-Taschen kann man übrigens nachrüsten: Exped Flash Pack Pocket Markus War das damals ein sauberer, objektiver Test?\nNatürlich nicht.\nAber es war mein erster Versuch herauszufinden, was für mich funktioniert. Und dafür war der Exped Lightning 45 am Ende genau der richtige Rucksack.\nHonorable Mentions # Es gab noch viele andere Rucksäcke, die ich ausprobiert habe. Alle hatten ihre Vor- und Nachteile, aber insgesamt passten sie nicht in mein Anforderungsprofil. Entweder waren sie zu schwer oder sie boten zu wenig Volumen. Allerdings möchte ich den Vaude Asymmetric 42+8 und den Fjällräven Abisko 45 Friluft namentlich noch erwähnt haben. Der Vaude hat mir gut gefallen, leider bot er nicht den benötigten Platz. Der Fjällräven ist definitiv kein Rucksack für mich, ich fand ihn aber sehr interessant, weil er einfach anders ist als alle anderen, die ich getestet habe.\nWas ich heute darüber denke # Auch in 2026 ist der Exped Lightning 45 ein super Rucksack. Ich nehme ihn sehr gerne mit auf Tour. Ob ich ihn allerdings heute nochmal kaufen würde ist eher unwahrscheinlich: mir fehlt einfach die äußere Meshtasche. Dafür gibt es zwar ein Addon, aber das macht den Rucksack auch wieder schwerer.\nIch habe gesehen, dass Exped das Rucksackmodell noch einmal überarbeitet hat: Es gibt jetzt eine 40, 50 und 60 Liter Variante. Zusätzlich scheint eine Außentasche (ähnliche Funktion wie die Meshtasche) hinzugekommen zu sein. Dabei haben sie die dünnen Schultergurte gestrichen - die mir so gut gefallen - und normale \u0026ldquo;dicke\u0026rdquo; verwendet. Ich müsste ausprobieren, ob mir das noch genauso gut gefällt. Allerdings gibt es in dieser Gewichtsklasse inzwischen viele Alternativen, auch leichtere.\nEmil Und es gibt immer noch kein dediziertes Emil-Fach. Das ist sehr schade. ","date":"1 Juli 2022","externalUrl":null,"permalink":"/ausruestung/erster-rucksack/","section":"Ausrüstung","summary":"","title":"Mein erster Wanderrucksack – warum es der Exped Lightning 45 wurde","type":"ausruestung"},{"content":"","date":"1 Juli 2022","externalUrl":null,"permalink":"/tags/rucksack/","section":"Tags","summary":"","title":"Rucksack","type":"tags"},{"content":"","externalUrl":null,"permalink":"/authors/","section":"Authors","summary":"","title":"Authors","type":"authors"},{"content":"","externalUrl":null,"permalink":"/categories/","section":"Categories","summary":"","title":"Categories","type":"categories"},{"content":" Wer schreibt hier? # Ich bin Markus.\nSeitdem ich 18 Jahre alt bin, habe ich dieses innere Verlangen danach, längere Strecken zu Fuß zurückzulegen. Ich wollte immer den klassischen Jakobsweg laufen. Dazu ist es nie gekommen - wäre auch nicht meins - aber über Umwege habe ich dann doch zum Weitwandern gefunden.\nFür mich bedeutet Weitwandern draußen sein und draußen schlafen. Überwiegend mit Zelt.\nIch bin kein Outdoor- oder Sport-Profi, kein Trainer, kein Expeditionsmensch und auch niemand, der dir erklären möchte, wie man es „richtig“ macht.\nIch schreibe hier über Touren, Ausrüstung, Vorbereitung und die kleinen Katastrophen dazwischen. Subjektiv, ehrlich und mit dem Versuch, aus meinen Fehlern zumindest etwas zu lernen, dich zu unterhalten und im Idealfall zu ermutigen, auch rauszugehen.\nMein aktuelles Motto ist: Kein Plan, aber Bock\nWer ist Emil? # Emil ist ein Plüschvogel (Kiwi).\nEr wurde mir von meiner Freundin als Begleiter mitgegeben und hat sich seitdem schamlos in meine Touren, Fotos und Texte gedrängt.\nOffiziell ist Emil Maskottchen. Ich bin ein sehr verspielter und phantasievoller Mensch und so hat sich das mit Emil irgendwie verselbstständigt und nun ist er nicht mehr wegzudenken.\nEmil Ich möchte festhalten: Ohne mich wäre dieser Blog deutlich seriöser.\nAber auch langweiliger.\nUnd sind wir mal ehrlich: Die meisten Leute sind wegen mir hier!\nWorum geht es hier? # In diesem Blog geht es um Weitwandern, meine gemachten und geplanten Touren, Ausrüstung, Verpflegung, Vorbereitung und alles, was unterwegs irgendwie relevant wird.\nManchmal sind das große Themen wie der Kungsleden oder der Nordkalottleden. Manchmal ist es auch nur Kartoffelbrei in einer Plastiktüte.\nMit meinen Berichten ist es mir ein großes Anliegen zu zeigen, dass man kein Profi sein muss und dass letztlich jeder auf seine Art und Weise längere Touren draußen erfolgreich abschließen kann.\nWas du hier nicht findest # Du findest hier keine objektiven Labortests. Keine perfekt inszenierten Produktfotos. Keine „10 Dinge, die du unbedingt kaufen musst“-Listen. Und ganz sicher keine Garantie, dass irgendetwas, was für mich funktioniert, auch für dich funktioniert.\nWas du findest, sind persönliche Erfahrungen:\nWas hat für mich funktioniert? Was war unnötig? Was war schwerer als gedacht? Was würde ich wieder machen? Warum dieser Blog? # Kurze Antwort: Warum nicht.\nLange Antwort:\nMir ist das Internet zu glatt poliert und inszeniert geworden. Oft werden nur die schönsten Momente gezeigt oder vieles überdramatisiert und größer gemacht als es eigentlich ist. Sehr oft fehlen die Zwischenstände, die Rückschläge oder eben der Weg dorthin. Meistens von Profis. Aber viele von uns sind keine Profis.\nDazu kommt, dass man sich bei bestimmten Themen durch die Propaganda der Hersteller wühlen muss und es immer schwieriger wird, an echte Erfahrungen und Werte zu kommen.\nUnd genau diese Nische möchte ich bedienen. Eine Hommage an die Anfänge des Internets. Ungefiltertes Wissen und Erfahrungsberichte von normalen Menschen, die ihrer Passion nachgehen.\nZusammengefasst kann man sagen, dass ich euch zeigen möchte, was hinter einer Tour steht, gerade die Logistik, aber eben auch, dass fast alles für jeden machbar ist. Es heißt nicht umsonst: Jeder kann den Kungsleden laufen. Du glaubst das vielleicht nicht selbst. Aber auf dem Kungsleden habe ich einen blinden Mann getroffen, der ihn gelaufen ist.\nAlso kann ihn jeder laufen. Auch du.\nMarkus Bitte nicht vergessen: Natürlich erfordert das ein gewisses Maß an Vorbereitung. ","externalUrl":null,"permalink":"/about/","section":"","summary":"","title":"Über uns","type":"page"}]