
Nach mehreren Wochen auf dem Kungsleden stellt sich natürlich die Frage: Was bleibt eigentlich hängen?
Ausrüstung? Landschaft? Fehler? Begegnungen?
Irgendwie ein bisschen von allem, aber das, was sich wirklich eingebrannt hat, hat mich überrascht!
Jeder, wirklich jeder, hat mich nach meiner Reise gefragt:
Und? Was war dein schönster Moment?
Man erwartet darauf vermutlich eine klassische Antwort. Dieser eine Ausblick. Dieses eine Tier. Dieser eine See. Irgendein Moment, der auf einem Foto gut aussieht.
Anfänglich habe ich immer erzählt: Man soll sich vorstellen, seinen Rucksack an einem beliebigen Hauptbahnhof abzustellen, sein Handy an einer offenen Steckdose zu laden und dann für ein paar Stunden durch die Stadt zu laufen.
Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit wäre danach mindestens irgendetwas weg.
Auf dem Kungsleden wird genau das gemacht.
An den Haupt-Resupply-Punkten lagen die elektrischen Geräte an den Steckdosen wie Jungtiere an der Milchbar, um noch die letzten Prozente des Akkus schnell wieder aufzuladen. Die Rucksäcke stehen draußen frei herum, die Zelte sind nicht abgeschlossen. Und trotzdem hatte ich nie das Gefühl, dass ich mir darum ernsthaft Sorgen machen musste.

Als ich anfing, diese Zeilen zu schreiben, wurde mir aber noch etwas anderes bewusst:
Ich kann mich an fast jede Begegnung mit einem anderen Menschen erinnern.
Ob ich mit ihnen geredet habe oder nicht. Ich weiß noch genau, wann und wo sie mir begegnet sind.
Und das ist doch total verrückt. Das Ganze ist jetzt zwei Jahre her.
Wie oft begegnen wir im Alltag anderen Menschen? Sogar Freunden? Und trotzdem verschwimmen diese Begegnungen oft sofort wieder.
Aber auf dem Kungsleden, fast zwei Jahre später, weiß ich noch immer, wann ich Pelle wiedergetroffen habe. Ich weiß auch noch, dass uns kurz danach ein Wanderer mit einem kleinen Hund entgegenkam.
Es gab also nicht den einen Ausblick oder den schönsten Moment.
Es gab viele Erkenntnisse, unter anderem, dass Menschen unter den richtigen Umständen ziemlich kooperativ, hilfsbereit und vertrauenswürdig sein können. Und das zu erfahren war schön. Auch, dass jeder, den man unterwegs trifft, das gleiche Ziel verfolgt. So etwas erlebt man im Alltag so gut wie nie!
Deshalb würde ich sagen, auch wenn es etwas abgedroschen klingt: Die Reise im Allgemeinen ist es, um die es geht und ging, oder um es mit den Worten anderer auszudrücken: Der Weg ist das Ziel

Habt ihr noch weitere Fragen? Dann schaut doch im Artikel Die am häufigsten gestellten Fragen vorbei.