
Auf dem Kungsleden war das Sicherheitsnetz relativ dicht: andere Wanderer, Hütten, Orte und Nachversorgung.
Auf dem Nordkalottleden ist das anders. Ich bin allein unterwegs, die Infrastruktur ist dünner und ich rechne mit Abschnitten von bis zu zehn Tagen ohne Nachversorgung.
Damit daraus nicht unnötig ein Problem wird, brauche ich eine einfache Sicherheitsstrategie.
Ziel der Sicherheitsstrategie#
Ziel meiner Sicherheitsstrategie ist es, Gefahr für Leib und Leben abzuwenden.
Darüber hinaus soll sie mich so lange handlungsfähig halten, bis ich die Situation selbst lösen oder kontrolliert abbrechen kann.
Ist das nicht mehr möglich, muss sie mir Optionen aufzeigen, wie ich Hilfe holen kann.
Daraus ergeben sich für mich fünf Bausteine:
- Navigation
- Kommunikation
- Auffindbarkeit und Nachvollziehbarkeit
- Rettung durch andere
- Erste Hilfe und Reparatur
Navigation#
Navigation darf auf dem Nordkalottleden nicht von einem einzigen Gerät abhängen.
Mein Hauptsystem ist das Handy mit GPX-Track und Offlinekarten. Damit werde ich voraussichtlich den größten Teil der Tour navigieren.
Als Backup habe ich Karte und Kompass dabei.
Zusätzlich können mein Garmin inReach und meine Garmin Uhr meine Position bestimmen.
Kommunikation#
Auf dem Nordkalottleden werde ich außerhalb der größeren Knotenpunkte kaum Handyempfang haben.
Trotzdem möchte ich kommunizieren können.
In erster Linie, um zu Hause mitzuteilen, dass es mir gut geht. Und im Notfall, um Hilfe holen zu können.
Deshalb nehme ich auch ein Garmin inReach mit.
Damit kann ich Nachrichten verschicken, auch wenn kein Mobilfunknetz verfügbar ist. Außerdem können Daheimgebliebene meinen Standort verfolgen, ohne dass ich ihn jedes Mal aktiv mitteilen muss.
Das ist wichtig für Auffindbarkeit und Nachvollziehbarkeit.
Auffindbarkeit und Nachvollziehbarkeit#
Wenn ich allein unterwegs bin, möchte ich möglichst nachvollziehbar bleiben.
Zum einen trage ich mich, wenn möglich, in Hüttenlogbücher ein. Falls sich mein Plan unterwegs ändert, kann man später besser nachvollziehen, wo ich zuletzt war und in welche Richtung ich vermutlich weitergelaufen bin.
Zum anderen teile ich meine Position über das Garmin inReach. So können Familie und Freunde sehen, wo ich bin, ohne dass ich aktiv eine Nachricht schicken muss.
Wenn ich meinen Plan deutlich ändere, schreibe ich das zusätzlich kurz über das inReach. So weiß jeder zu Hause nicht nur, wo ich bin, sondern auch, ob das noch zu meinem Plan passt.
Das reduziert das Risiko, dass zu Hause unnötig eine Rettungskette angestoßen wird.
Rettung durch andere#
Da ich allein unterwegs bin, brauche ich auch zu Hause eine klare Zuständigkeit.
Eine Person bekommt deshalb vor der Tour meinen groben Plan, mögliche Ausstiegspunkte und Zugriff auf meine Garmin-inReach-Position.
Wenn ich mich über einen längeren Zeitraum nicht bewege oder mich nicht wie vereinbart einmal am Tag zu einer definierten Uhrzeit mit „Alles okay“ melde, muss klar sein, was passiert.
In diesem Fall wird zuerst Kontakt über das Garmin inReach aufgenommen. Sollte ich dann immer noch nicht reagieren, muss die Rettungskette von dieser Person angestoßen werden.
Erste Hilfe und Reparatur#
Unterwegs kann immer etwas schiefgehen.
Um kleinere Probleme wie Blasen, Magenprobleme, ein Loch in der Isomatte, eine kaputte Schnalle oder eine gerissene Naht selbstständig lösen oder überbrücken zu können, habe ich ein Erste-Hilfe-Set und ein Reparatur-Set dabei.
Fazit#
Meine Sicherheitsstrategie ist ziemlich überschaubar.
Zusätzlich zur üblichen Ausrüstung nehme ich vor allem ein Garmin inReach sowie Karte und Kompass als Backup mit.
Der Rest ist Verhalten: mich regelmäßig melden, Planänderungen kommunizieren, Hüttenlogbücher nutzen und kleinere Probleme möglichst selbst lösen.